Freitag, 19. April 2019

Yacht-Watching in Bodrum Der Oligarchen-Spielplatz

Bodrum: Spielplatz für die "Sultans of Bling"
Palmali Group

Die Küsten rund um die türkische Stadt Bodrum gehören zu den beliebtesten Ankerplätzen für Mega-Yachten aus Russland, USA und der Golfregion. Der Bau des Luxus-Yachthafens "Palmarina" mit Marmorpromenade und "Billionaire Club" hat sich ausgezahlt und wird zum Spielplatz für die Sultans of Bling.

Bodrum - Eines Morgens liegt sie einfach da. In der Gökova-Bucht bei Bodrum ankert mit gebührendem Abstand zur Küste die 110-Meter lange Superyacht "Radiant" des arabischen Milliardärs Abdullah Al Futtaim aus Dubai, mit 1,6 Milliarden Dollar Vermögen der drittreichste Mann der Vereinigten Arabischen Emirate.

Sanft dreht sich die schwimmende Kleinstadt um sich selbst. Ein LED-Glitzerband in Höhe der Wasserkante leuchtet nachts in die Bucht hinaus, auf dem vierstöckigen Yachtaufbau thront ein Helikopter. Die rund 286 Millionen Euro teure Luxusyacht ist nicht nur mit Raketenabwehrsystemen ausgestattet, sondern auch mit Sonarwaffen, so genannten "Long Range Acoucstic Devices (LRAD)", die nicht nur Piratenohren bluten lassen können.

Ein James Bond-artiges Mini-U-Boot, ein schwimmender "Panic Room", ermöglicht sogar die Flucht unter Wasser. Paranoia oder kindische Angeberei eines schwerreichen Mannes?

"Weder, noch", meint Björn Lauen, deutscher Fotograf und Superyachten-Experte aus Dubai, "auf großen Yachten ist das sogar eher üblich. Die Versicherungen für die Superyachten haben es ganz gerne, wenn auf den Schiffen Marine Security installiert ist. Sonst würden sie die Schiffe erst gar nicht versichern."

Die "Radiant" ist nicht die einzige Megayacht, die in den letzten Monaten vor den Küsten der türkischen Riviera rundum die Halbinsel Bodrum kreuzte. Auch die "Luna", die Traumyacht des russischen Milliardärs Farchad Achmedow wurde öfter in der Gegend gesichtet.

Der sogenannte "schwimmende Palast" hat rund 150 Millionen Dollar gekostet und besitzt zwei Helipads, einen überdachten Swimmingpool, ein Speedboat und mehrere Luxussuiten. Achmedow erwarb die Yacht, deren Betrieb rund 50 Mann Besatzung benötigt, von Roman Abramowitsch, als diesem das nur 115 Meter lange Schiff zu klein wurde.

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