Donnerstag, 23. Mai 2019

Kurztrip-Alternativen zum Billigflieger Fliegen ist nicht immer am schnellsten

Schnittig durch die Luft - aber die Anfahrt zum Flughafen kann quälend sein.

Ein verlängertes Wochenende in Italien oder mal schnell für ein paar Tage nach Amsterdam? Da ist es verlockend, in den Billigflieger zu steigen. Doch nicht immer ist man damit am schnellsten. Mit Bahn oder Bus zu fahren, kann zügiger sein und noch weitere Vorteile haben - für die Umwelt, aber auch einen selbst.

Rechnet man die Wartezeiten am Flughafen und die Anfahrtswege mit ein, braucht man mit dem Flieger manchmal fast genauso lange wie mit der Bahn - oder sogar länger. Das Reiseportal GoEuro.de zählt Routen auf, die mit der Bahn schneller sind als mit dem Flieger, wenn man die gesamte Reisezeit berücksichtigt. Beispiele: Wien-München, Düsseldorf-Amsterdam, Frankfurt-Paris.

Bei vielen Zugstrecken ist der Unterschied zwischen Flieger und Bahn minimal. Von Köln etwa ist man mit dem Zug in rund fünf Stunden in London. Von Frankfurt nach Amsterdam sind es vier Stunden, von Hamburg nach Kopenhagen knapp fünf. Und von München aus ist man in fünfeinhalb Stunden in Verona.

"Vom Norden in den Süden und anders herum lässt es sich mit der Bahn schnell reisen", erklärt Jens Hilgenberg, Verkehrsreferent beim Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND). "So kommt man zum Beispiel unglaublich schnell aus Hannover oder Frankfurt nach Basel."

Billigflüge sind, wie der Name verspricht, häufig unschlagbar günstig, wenn der Kunde früh bucht. Doch teuer muss es auch mit Bahn und Bus nicht sein. Vor allem, weil das Aufgabegepäck nicht extra zu bezahlen ist, so wie bei den Low-Cost-Airlines üblich. Wer drei bis sechs Monate im Voraus bucht, kann bei der Deutschen Bahn ab 19,90 Euro ins europäische Ausland fahren. Mit dem Nightjet der Österreichischen Bundesbahnen (ÖBB) lässt sich innerhalb Deutschlands oder nach Österreich, Kroatien, Italien, Slowenien, Tschechien, Polen, Ungarn und die Slowakei ab 29 Euro reisen.

Für kürzere Strecken sind auch Fernbusse eine gute Option. In den Bussen des tschechischen Unternehmens Regiojet fährt man etwa von Berlin nach Prag in vier Stunden - ab 15 Euro. Mit WLAN, kostenlosem Tee und Kaffee sowie kleinen Fernsehern in den Sitzen. Mit dem polnischen Unternehmen Polskibus, das vor kurzem von Flixbus gekauft wurde, ist man zum Beispiel für 9,90 Euro in vier Stunden von Berlin aus in Breslau.

Flixbus bietet auch das Interflix-Ticket an. Ähnlich wie das Interrail-Angebot der Bahn können Reisende dabei für 99 Euro zu fünf europäischen Zielen fahren. Zur Auswahl stehen 28 Länder, drei Monate hat man Zeit. Bei der Bahn sind die Fahrten meist kürzer, das Angebot aber auch teurer: Interrail kostet ab 208 Euro - für diesen Preis darf man aber nur in einem Land reisen.

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