Donnerstag, 19. September 2019

Skifahren in Montana Höhenrausch auf tiefschwarzen Pisten

Big Sky in Montana: Weiter Himmel, hohe Berge
TMN / Big Sky Resort / Michel Tallichet

So einsam wie auf den Pisten von Big Sky im Süden Montanas ist es kaum irgendwo. Und es gibt richtig zackige Abfahrten - eher tiefschwarz als schwarz.

Big Sky heißt das Skigebiet hier. Aber eigentlich würde Big Mountain viel besser passen. Mehr als 23 Quadratkilometer Schneespielplatz verteilen sich auf vier miteinander verbundene Gipfel. Es gibt mehr als 300 benannte Abfahrten und 34 Lifte. Das Skigebiet Big Sky in Montanas Südwesten ist das zweitgrößte der USA. Die längste Piste, die Liberty Bowl, misst fast zehn Kilometer.

In dieser Saison hat das Park City Mountain Resort in Utah Big Sky erstmals an Größe übertrumpft. Gäbe es aber einen Preis für die Pistenfläche pro Kopf, wäre Big Sky wohl immer noch Sieger. Fernab von Millionen-Metropolen und touristischen Trampelpfaden hat hier jeder Wintersportler durchschnittlich zwei Football-Spielfelder für sich - so rechnet es die PR-Abteilung vor.

Gründer, Pistenpate und Lokalpatriot Chet Huntley war Medienprofi. Der in den 50er Jahren bekannte NBC-Nachrichtensprecher erholte sich auf den Ranches in der Gegend, kaufte sich 1969 selber eine mit ordentlich Land - und eröffnete 1973 seinen Retortentraum. Lange Spaß hatte er daran nicht. Bald nach Huntleys Tod 1974 bekamen auch die Investoren kalte Füße und verscherbelten den Urlaubsort an den Resortriesen Boyne, der tüchtig ausbaute.

Fast-Food an der Piste

2013 wurde das benachbarte Moonlight-Skigebiet geschluckt. Big Sky bekam die steile Nordwand dazu, vom Hauptberg Lone Peak mit den schwierigen Felsscharten der Stillwater Bowl. So wurde Big Sky größer als Colorados werbestarke Winterpromis Aspen und Vail.

Big Sky
Reiseziel
Big Sky ist kein gewachsener Ort. Nur rund 2500 Menschen wohnen ganzjährig rund um das Ferienresort im US-Bundesstaat Montana, fernab von Ballungszentren und touristischen Trampelpfaden. Bozeman ist die nächste Kleinstadt und liegt eine gute Autostunde entfernt. Die im Schnitt nur 3000 Wintersportler pro Tag haben in Big Sky oft ganze Hänge für sich. Schlangen mit mehr als fünf Minuten Wartezeiten gibt es allenfalls an der 15-Personen-Gondel auf den Lone Peak.
Klima und Reisezeit
Schnee ist sicher. Zehn Meter rieseln im Jahresmittel auf Big Sky. Ende November laufen die ersten Lifte an. Zu Weihnachten sind meist alle Abfahrten offen. Im Januar und im Februar sind die Bedingungen am besten. Die durchschnittlichen Tagestemperaturen liegen dann bei minus vier Grad. Im März wird der Schnee langsam pappig. Diese Saison ist am 17. April 2016 Schluss.
Anreise
Direktflüge zum Bozeman Yellowstone International Airport gibt es nicht. Wer aus Deutschland anreist, steigt zum Beispiel in Newark, Salt Lake City, Chicago oder Denver um. Deutsche Urlauber brauchen in den USA kein Visum, sie müssen aber unter https://esta.cbp.dhs.gov eine elektronische Einreiseerlaubnis (Esta) einholen. Diese kostet 14 US-Dollar (etwa 13,70 Euro) und gilt zwei Jahre lang.
Informationen
Visit Montana, c/o Wiechmann Tourism Services, Scheidswaldstraße 73, 60385 Frankfurt (Tel.: 069/25 53 82 30, www.rmi-realamerica.de/montana).
Mit sieben Einzelkarten ist der Pistenplan ein Miniatlas. Ranhalten muss man sich und keine Zeit verschwenden mit langen Einkehrpausen in gemütlichen Jausenstuben. Deshalb gibt es im Liftgebiet auch nur drei Burger- und Burritobuden. Fast-Food an der Piste.

Das Terrain ist vielfältig, wild und überwiegend anspruchsvoll. Nur 15 Prozent der Pisten sind als leicht markiert. Anteilig klingt das wenig. Absolut sind das immerhin vier Dutzend Abfahrten. Der gesamte Bereich um die Talstation Madison Basin zum Beispiel ist eine Schneckentempo-Zone für Skischüler. Gut gewalzte Schneeautobahnen und breite Schneewiesen finden Anfänger außerdem auf Spirit und Andesite Mountain oder zu Füßen von Lone Peak.

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