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Business Travel: Die neuen Koffer und Taschen

Foto: Rimowa

Geschäftsreisen - Tipps vom Profi Knitterfrei ans Ziel

Wie stressfrei eine Geschäftsreise abläuft, entscheidet sich schon lange vor dem Einchecken: Bei der Wahl des Gepäcks. Stilexperte Andreas Rose hilft, den richtigen Koffer zu finden - und gibt Tipps zum Packen.
Von Andreas Rose

Kofferpacken ist für einige die erste Katastrophe einer Reise, bei anderen weckt es überhaupt erst das Reisefieber. So oder so sollte man sich das Packen so angenehm wie möglich machen. Mit ein paar Tricks lassen sich die größten Spaßbremsen à la "Wie bringe ich meinen Anzug faltenfrei ans Ziel?" vermeiden.

Das Packen beginnt bei der Wahl des Koffers. Deshalb möchte ich Ihnen eine Auswahl nützlicher Reisegepäckstücke vorstellen. Zuvor aber noch ein paar Regeln für knitterarmes Packen.

  • Nicht zu groß und nicht zu klein - das Gepäck soll möglichst genau hinein passen. Bleibt zu viel Platz, verrutscht das Gepäck. Ist zu viel Gepäck im Koffer, bekommt es Falten. Wer viel reist, hat meist ein Auge dafür. Wer seltener reist, sollte mit einem kleinen Koffer anfangen. Das hat den Vorteil, dass man eher bereit ist, auf das eine Paar Schuhe oder das andere Hemd zu verzichten.

  • Empfindliche Schuhe mit Schuhspanner oder Socken ausstopfen, anschließend in ein Schuhsäckchen stecken.

  • Gewicht im Koffer richtig verteilen: Schwere Sachen nach unten - bei Rollkoffern auf die Seite, wo die Rollen sind.

  • Hosen, Röcke, Kleider legt man ungefaltet in den Koffer und lässt den Rest über den Rand hängen. Dann legt man ein paar Hemden oder T-Shirts darauf und schlägt den "Überhang" darüber.

  • Einrollen: Bei einigen Kleidungstücken hilft die Postertechnik: Pullover, T-Shirts, Jeans, Schals und auch der Gürtel (Schnalle nach innen!) reisen auf diese Weise faltenfrei; diese Technik benötigt jedoch etwas mehr Platz.

  • Hemden und Blusen halten ihre Form am ehesten, wenn sie zugeknöpft sind. Auch hier kann eine Zwischenlage T-Shirts oder Seidenpapier Wunder wirken.

  • Duschgel, Cremes und andere Stoffe, die man nicht gerne auf der Kleidung hat, separat verpacken, am besten mehrfach in Plastikbeuteln. Und so verstauen, dass sie keinem Druck ausgesetzt sind.

  • Antifalten-Trick vor Ort: zerknittertes Sakko etc. im heißen Duschdampf aufhängen, so bügelt es sich selbst.

Auf den folgenden Seiten finden Sie eine kleine Koffer- und Taschentypologie, die Ihnen helfen soll, das Passende für Ihre Bedürfnisse zu finden.

Hartschalenkoffer - die beste Wahl für Kleider und Sakkos

Er fängt Stöße ab und gibt Druck nicht nach innen weiter. Bestens geeignet für faltenempfindliche Kleidung (Hemden, Hosen, Kleider, Sakkos, Anzüge) und zerbrechliche Gepäckstücke. Das feste Material des Hartschalenkoffers setzt zumindest dem Überpacken klare Grenze. Geplatzte Reißverschlüsse sind somit eher selten zu finden.

Allerdings sieht man dem Hartschalenkoffer seine Dienste nach einiger Zeit an wie einem alten Reisepass voller Stempel und amtlicher Vermerke. Nur dass es beim Koffer die Beulen sind, die von seinen Reisen erzählen. Beim Hersteller Rimowa ist deshalb neben Aluminium - für den Koffer mit dem bekannten Rillendesign - das Material Polycarbonat die erste Wahl. Für Reisende, die auf Nummer sicher gehen wollen.

Trolleyset oder Rollkoffer - ideal für spontane Menschen mit kleinen Faltensorgen

Koffer aus weichem Material (Stoff, Leder, Nylon) eignen sich eher für unempfindliche Gepäckstücke: T-Shirts, Unterwäsche, Sportkleidung etc. Diese Koffer schützen zwar das Gepäck nicht so gut wie Hartschalenkoffer, können dafür leichter verstaut werden, da sie den entscheidenden Zentimeter nachgeben. Aber keine Angst: Mit den oben genannten Tricks lassen sich Sakkos und Kleider auch in dem packfreundlicheren Weichgepäck weitgehend knitterfrei ans Reiseziel bringen.

Die zusätzlichen Außenfächer erlauben zudem leichten Zugriff auf ein Buch oder den Rasierapparat, ohne das gesamte Gepäck durchwühlen zu müssen. Ideal für spontane Menschen mit kleinen Faltensorgen. Und für Bahnreisende, denn bei einer Gangbreite von 50 Zentimeter rollt ein Trolley noch durch den ICE.

Reisetasche - für Cowboys

Falten? Knittern? Wen interessiert das? Bestimmt niemanden, der eine Reisetasche als Hauptgepäckstück wählt. Alles rein, wie es kommt. Motto: Falten gehören zum Leben. Und wer sich Sorgen macht, soll lieber zu Hause bleiben. Bei Reisetasche denkt man an die Typen aus der Camel-Werbung.

Moderne Cowboys. Wohin? Von hier nach dort. Die wichtigsten Dinge sind in der Jacke mit zwanzig Fächern, der Rest kommt in die Reisetasche. Ein Fach oder zwei. Egal. So einfach. So unverwüstlich. Für Abenteurer. Und Leute, die sich auch bei Windstärke 10 eine Zigarette anzünden. Der Business-Anzug ist hier definitiv falsch aufgehoben.

Messenger Bag - für alle, die ihr Spielzeug gerne bei sich haben

In Deutschland wird diese Umhängetasche, wie sie Kuriere (engl.: "messenger") benutzen, auch Bodybag genannt, weil man sie eng am Körper trägt. Eine Bezeichnung, die man im englischsprachigen Ausland besser vermeidet. Bei "Body Bag" denken Engländer und Amerikaner an Leichensäcke. Umhängetaschen sind praktische Begleiter.

Auch umfangreiche Reisedokumente sind somit am Mann (und an der Frau), ohne die Kleidung auszubeulen. Sie bieten Platz für viele nützliche Dinge, von der Trinkflasche bis zum Notebook, erlauben permanenten Zugriff auf den Inhalt, sind robust und flexibel beim Verstauen. Unverzichtbar für Leute, die ihr Spielzeug gerne im Auge behalten.

Kleidersack - perfekter Begleiter für die Autofahrt, lästig bei Flugreisen

Das perfekte Ergänzungsgepäck für den Transport empfindlicher Business- und Abendgarderobe - wenn man mit dem Auto reist. Praktisch für Rundreisen, weil Anzüge auf einem Bügel transportiert und abends einfach in die Garderobe gehängt werden.

Bei anderen Transportmitteln wie Zug und Flugzeug, in dichten Menschenmengen und bei mehrmaligem Umsteigen wird der Kleidersack schnell lästig, auch weil man den Sack nicht wie einen Koffer oder Trolley schnell mal abstellen kann, um einen Kaffee zu trinken oder das Smartphone um Rat zu googeln. Für Perfektionisten, die nichts dem Zufall überlassen und dafür gerne ein bisschen mehr Stress in Kauf nehmen.