Montag, 27. Januar 2020

Mit dem Wohnmobil durch Alaska Das Paradies für wirklich wilde Kerle

Die doppelte Freiheit: Mit dem Wohnmobil durch Alaska
DPA/ TMN/ State of Alaska/ Jocelyn Pride

Weite Himmel, tausende von Seen: Alaska. Besonders genießen kann man die Natur, wenn man nicht an Hotels und Lodges gebunden ist: Alaska im Wohnmobil - das ist doppelte Freiheit.

Alaska klappert. Zumindest wenn man mit dem Wohnmobil unterwegs ist, sind raue Straßen und eine rollende Kiste voller Hausrat eine schlechte Kombination. Vielleicht aber auch die beste, um den gewaltigen, abgelegenen, faszinierenden Staat der USA kennenzulernen.

Alaska ist fast fünfmal so groß wie Deutschland, hat aber nicht einmal halb so viele Einwohner wie Mecklenburg-Vorpommern. Nahezu jeder zweite Alaskan lebt in oder um Anchorage - der Rest des Landes ist fast leer. Rein statistisch gesehen kommt hier ein halber Mensch auf jeden Quadratkilometer. In Deutschland sind es 500 Mal so viele.

Entsprechend dünn ist das Hotelnetz. Hat man in Anchorage, Fairbanks, Seward und Valdez noch die Auswahl, sieht es im gewaltigen Rest des Landes mau aus. Und weil sich die Saison auf vier Monate im Sommer beschränkt - es sei denn, man will die pure Alaska-Erfahrung mit meterhohem Schnee haben - könnte man häufig vor Schildern mit der Aufschrift "No Vacancy" stehen. Kein Zimmer. Was liegt also näher, als das eigene Hotelzimmer immer dabeizuhaben?

Campen ist fast nirgendwo ein Problem

Alaska meint es gut mit Campern. Überall an den großen Straßen gibt es Campingplätze, die mit Strom und Wasserversorgung locken. Wer lieber wild campt, kann das in den meisten Teilen des Landes auch tun. Solange man die Natur in Ruhe lässt, ist in Alaska fast alles erlaubt - wenn man nicht gerade in einem der Nationalparks steht. Davon gibt es einige, man ist sich des Werts der Natur bewusst.

"Alaska ist einfach einzigartig", sagt Grizz. Er selbst kommt aus dem warmen Georgia. "Onkel Sam hat mich hierher gesteckt", sagt der frühere Soldat. "Und ich bin geblieben. Die Gegend ist fantastisch, das Beste sind aber die Leute. Sie sind das Herz von Alaska." Es sei ein rauer Menschenschlag, sagt Grizz. "Das Leben prägt die Menschen, und das Leben ist hart hier. Hart, aber verdammt schön. Es ist mit nichts zu vergleichen, und ich möchte es mit nichts eintauschen." Er hat schon an vielen Orten gewohnt, innerhalb der USA, in Israel und auch in Deutschland. "Mannheim war schön, und ich vermisse es. Aber gegen Alaska eintauschen? Nie im Leben!"

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