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Gourmettour: Barcelona für Feinschmecker

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Barcelonas Haut Cuisine Gourmettempel auf Rädern

Spektakuläre Architektur, tolle Strände, spannendes Nachtleben: Barcelona ist eine der angesagtesten Metropolen am Mittelmeer und vor allem ein Traumziel für Gourmets. Hier kann man Haute Cuisine sogar im Bus genießen.

Barcelona - Bevor die Köstlichkeiten von Sternekoch Carles Gaig aufgetischt werden, heißt es erst einmal anschnallen. Rund eineinhalb Stunden fährt das Gourmetrestaurant auf Rädern Sehenswürdigkeiten der spanischen Mittelmeermetropole Barcelona ab. Gaudís fantastische Stadthäuser sowie die Sagrada Familia befinden sich ebenso auf der Route wie der futuristische Agbar-Turm, die Strandpromenade und der Arc de Triomf. In den Tischen des luxuriösen Gourmet-Busses ist für jeden Gast ein iPad mit Kopfhörern eingebaut, auf dem er Infos über die Sehenswürdigkeiten bekommt.

Vom belebten Hafen geht es hinauf zu den Olympia-Sportstätten auf dem Montjuic-Berg. Langsam bringt der Fahrer den Gourmet-Bus im Rosengarten vor dem Hotel "Miramar" so in Position, dass die Gäste bei ihrer Sterne-Mahlzeit den bestmöglichen Ausblick auf die Mittelmeermetropole haben.

Erst als der Wein und die Vorspeisen serviert werden, können sich die Gäste von der wundervollen Aussicht losreißen. Der Kellner bringt katalanischen Cava und Rotwein. Artischockencreme, Trüffel-Cannelloni, kunstvoll zubereiteten Stockfisch, zartes Fleisch in Pilzsoße. Im Sommer werden Fleischgerichte und heiße Vorspeisen durch Meeresfrüchte, Fisch und leichte Gourmet-Vorspeisen wie Carles Gaigs kalter Melonensuppen mit Entenschinkenstückchen ersetzt.

Nach drei Stunden ist das Gourmet-Abenteuer auf Rädern vorbei. Doch der Gaumenschmaus fängt jetzt erst an. Barcelona ist übersät mit angesagten Gourmettempeln - von abgedrehter Molekularküche über szenige Tapas-Bars bis hin zu katalanischen Delikatessen in Markthallen findet man in Barcelona alles, was der verwöhnte Magen begehrt.

Haute Cuisine mit Spaß

Der Höhepunkt eines kulinarischen Barcelona-Besuchs ist zweifellos die "Tickets"-Bar und das benachbarte Restaurants "41° Experience" auf der ehemals beliebten Vergnügungsmeile Avinguda Parallel. Viele trauern noch dem seit Jahren geschlossenen "El Bulli" von Ferran Adrià hinterher, dem lange Zeit besten Restaurant der Welt. Doch Adriàs kleiner Bruder Albert lässt die Molekularküche im "41" fortleben - und in origineller und bezahlbarer Tapas-Form in der "Tickets"-Bar.

Der Eingang des "Tickets" ähnelt dem eines Theaters. Die offene Sterne-Küche erinnert an die Strandhäuser der Barceloneta. "Die Leute sollen hier Haute Cuisine mit Spaß und in entspannter und ungezwungener Atmosphäre genießen", sagt Chefkoch Albert Adrià, der im "El Bulli" Dessert-Chef war.

Kellner Xavi bringt die "Überraschungsauswahl". Die Aufführung beginnt auch gleich mit einem Klassiker aus Adriàs Molekularküche: Les Olives de Tickets. Köstlich zergehen die flüssigen Oliven auf der Zunge. Es folgen mit Manchego-Käse gefüllte Mini-Airbags, fünf Jahre gereifter Eichelschinken, Thunfisch-Hörnchen mit pikanter Soße, grünem Apfel und Eiern fliegender Fische.

Richtig lebhaft ist die Atmosphäre im "Tapas24" von Sternekoch Carles Abellán. "Es geht hier nicht nur darum, nur gut zu essen, sondern viel mehr um ein Esserlebnis auf sehr spanische Art", erklärt Maitre Suzana Casanovas. Das sieht in der Realität so aus: Man teilt sich Tische mit anderen Leute, isst teilweise mit den Händen. Es wird viel gelacht, laut geredet und natürlich gegessen - und zwar sehr gut.

Regionale Küche auf höchstem Niveau

Suzana bringt Bikinis, Mozzarella-Sandwiches mit Trüffeln und spanischem Eichelschinken und die Bomba de la Barceloneta, eine mit Hackfleisch gefüllte Kartoffel auf scharfer Tomatensoße. Zum Nachtisch gibt es in Wein eingelegte Birnen gefüllt mit Frischkäse. "So haben wir es schon bei unseren Omas gegessen", sagt Suzana

Auch Jordi Herrera und Roger Viñas haben es sich in ihrem stilvollem Ein-Sterne-Restaurant "Manairó" auf die Fahne geschrieben, "alte Rezepte unserer Eltern und Großeltern zu kochen - nur in moderner Form", erklärt Roger Viñas. Regionale katalanische Küche auf höchstem Niveau - und sehr raffiniert.

Die Atmosphäre ist ruhig, damit sich die Gäste auf die Speisen - und ihre spektakuläre Präsentation - konzentrieren können. Unterdessen kochen und braten Jordi und Roger wie kleine Manairos in der Küche. Das sind kleine Kobolde aus den nahen Pyrenäen, die laut Legende den Bauern bei der Arbeit halfen.

Fangfrische Fische für die Küche

Gerade die Nähe der Pyrenäen und des Meeres beschert Katalonien eine enorm große Vielfalt von frischen Qualitätsprodukten, erklärt der Konstanzer Hannes Eberhard, der seit knapp drei Jahren im Sterne-Restaurants "Alkimia" bei Küchenchef Jordi Vilà arbeitet. "Bei uns kommt wirklich noch der Fischer mit einer Kiste fangfrischer Fische ins Restaurants, bevor er zum Markt fährt, wo sie am nächsten morgen verkauft werden", versichert Koch Hannes.

Die Qualität der heimischen Produkte, die mediterrane Kochtradition, die Nähe zum Meer, zu den Bergen und zu Frankreich und seiner Küche seien der Grund dafür, dass man in Katalonien und speziell in Barcelona vielleicht besser essen könne als sonst wo in Spanien, meint auch Sterne-Koch Xavier Franco. Den Beweis dafür serviert er in seinem Ein-Sterne-Restaurant "Saüc" und seiner neuen, stylischen Gastro-Bar "Ohla" im gleichnamigen Hotel.

In Barcelona findet wirklich jeder Gourmet sein Lieblingsrestaurant - sogar Sushi-Fans. Im "Dos Palillos" kocht Albert Raurich, elf Jahre Küchenchef im "El Bulli", alte, traditionelle Originalrezepte aus Asien nach. Dabei gibt er den Gerichten jedoch eine katalanische Note.

Manuel Meyer, dpa

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