Freitag, 19. April 2019

Kalte Füße und Lady Liberty Silvester feiern in New York

Silvester feiern in New York: Grell und bunt
TMN

2. Teil: Gewusst wo: Atemberaubener Blick auf New Yorks Skyline

Einer der beliebtesten Plätze New Yorks ist die Brooklyn Bridge. Tag und Nacht läuft nicht nur der Autoverkehr auf den Fahrspuren. Eine besondere Prägung geben dem Bauwerk die Jogger, Radfahrer und die Touristen auf dem etwas höher gelegenen Fußweg. Ein solcher Fußmarsch könnte für Flaneure auch am letzten Tag des Jahres genau das Richtige sein - auch wenn an einigen Stellen Reparaturabdeckungen die Sicht trüben.

Der Vorteil der Brücke: Völlig gratis gibt es zwischen Manhattan und Brooklyn einen atemberaubenden Blick auf die Skyline von New York. Ihr Nachteil: Es ist immer windig, und auch in der letzten Dezembernacht ist es zwischen den gotischen Pfeilern meistens schneidend kalt.

Times Square erfordert Durchhaltevermögen

In der Hafenstadt New York lässt sich das neue Jahr auch auf dem Wasser begrüßen, sogar direkt vor der 126 Jahre alten Freiheitsstatue. Liberty Island selbst bleibt zwar geschlossen, aber vom Partyboot aus haben Urlauber gewissermaßen einen Logenplatz mit Blick auf die Statue im Feuerwerk und die ganze Südspitze von Manhattan. Die dreistündige Fahrt, von 22.00 bis 1.00 Uhr morgens, kostet 149 Dollar (115 Euro). Allerdings: Kinder dürfen nicht mit, das Mindestalter liegt bei 18 Jahren. Und wer mit einem Sekt anstoßen möchte, muss sogar mindestens 21 sein.

Also doch Times Square? "Das ist ein weltweit bekanntes Ereignis, und ich wollte es einfach mal machen", sagt Mathias Voß, der die vergangene Silvesterfeier auf dem Platz mitmachte. Spätestens um 15.00 Uhr musste er da sein, weil der Times Square abgesperrt wird - dann geht es nur noch raus, aber nicht mehr zurück. Größere Taschen sind nicht erlaubt, kleinere werden durchsucht, und Alkohol ist sowieso verboten.

"Ich habe es zunächst gehasst und mich gefragt, warum ich mich neun Stunden lang dahingestellt habe", sagt Voß. "Dann war es aber ganz nett, weil man ja inmitten von Gleichgesinnten steht, die alle genauso doof sind, wie man selbst." Die Stimmung sei international und irgendwie würden alle schon miteinander warm.

Treffen mit Taylor Swift

"Das Animationsprogramm war sehr auf amerikanischen Geschmack zugeschnitten und ging an der Masse der Leute schon mangels Sicht vorbei", erzählt der Hamburger. "Außerdem war schon durch die Anordnung der Bühnen deutlich, dass die Konzerte vor allem für die Fernsehzuschauer angelegt sind und die Massen eher als Hintergrunddeko gesehen werden."

Also doch kein Times Square? Obwohl in diesem Jahr Taylor Swift auftritt, die in Europa nur ein Star, in Amerika aber eine Ikone ist? "Es ist ein ganz besonderes Erlebnis, und vielleicht muss man es einfach mal erlebt haben", sagt Voß. "Das Fallen der Kristallkugel, die die letzten Sekunden des alten Jahres signalisiert, ist für Europäer eher unspektakulär, das bisschen Feuerwerk sowieso." Und doch habe es sich gelohnt: "Wenn dann kurz nach Mitternacht eine Million Menschen "New York, New York" anstimmen und man mittendrin steht und mitsingt, ist das ein unglaublicher Gänsehautmoment."

Chris Melzer, dpa

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