Dienstag, 17. September 2019

Luxuskreuzfahrt Australischer Magnat plant neue "Titanic"

Sinnbild für Größenwahn: Archivfoto der "Titanic" von 1912, damals das größte Schiff der Welt

Vor rund 100 Jahren ist sie untergegangen - jetzt soll die legendäre "Titanic" wieder auftauchen. Ein australischer Bergbaumagnat will die "Titanic II" bauen lassen - mit viel altem Luxus, aber neuester Sicherheitstechnik. Mit chinesischer Hilfe will er eine neue Kreuzfahrtmarke schaffen.

Brisbane - Ein australischer Rohstoffmilliardär will das legendäre Kreuzfahrtschiff "Titanic" nachbauen lassen. Das Ebenbild des Luxusliners solle 2016 in China vom Stapel laufen, teilte der Unternehmer Clive Palmer am Montag mit. Er habe mit der staatlichen chinesischen Werft CSC Jinling Shipyard bereits eine prinzipielle Vereinbarung unterzeichnet.

"Es wird genauso luxuriös wie die Original-Titanic, aber natürlich mit hochmoderner Technik des 21. Jahrhunderts und den besten Navigations- und Sicherheitssystemen", sagte Palmer (58) nach Angaben seiner PR-Agentur. Die "Titanic II" soll in viereinhalb Jahren auf Jungfernfahrt gehen und wie ihr berühmter Vorgänger von Großbritannien nach New York fahren. "Wir haben die chinesische Marine eingeladen, die 'Titanic II' zu eskortieren", teilte Palmer mit.

Die "Titanic" hatte auf ihrer Jungfernfahrt am 15. April 1912 einen Eisberg gerammt und war gesunken. Mehr als 1500 Menschen waren ums Leben gekommen. Der 100. Jahrestag hatte das Drama in den vergangenen Wochen wieder ins Rampenlicht gerückt.

Für ihn sei das Projekt ein Tribut an die Frauen und Männer, die an der ersten "Titanic" - dem damals größten und luxuriösesten Kreuzfahrtschiff - gearbeitet hätten, erklärte Palmer. Deren Arbeit werde noch heute bewundert, "und wir wollen diesen Geist weitere 100 Jahre weiterleben lassen". Das Schiff werde "so gebaut, dass es nicht sinkt", versprach er. Ähnlich wurde das historische Vorbild seinerzeit jedoch auch beworben. "Natürlich würde es sinken, wenn man ein Loch hineinschlägt", räumte Palmer ein.

Die "Titanic II" soll wie das Original 270 Meter lang sein und auf neun Decks 840 Kabinen bieten. Ein Designteam mit Historikern habe schon mit der Arbeit begonnen. "Die 'Titanic II' wird der ultimative Luxus", sagte Palmer. Wie das Original wird sie vier Schornsteine haben, die aber nur als Dekoration dienen. Statt Kohle soll Diesel das Schiff antreiben. Die offensichtlichsten Änderungen gegenüber der "Titanic" gebe es unter Wasser, sagte Palmer. Es werde geschweißt und nicht genietet, das größere Steuerruder und die Bugstrahlruder sollten zudem die Manövrierfähigkeit des Schiffs verbessern.

Palmer plant den Angaben zufolge mit seiner neuen Firma "Blue Star Line" eine ganze Kreuzfahrtflotte. Mit seiner Hilfe würden die chinesischen Werften, die bereits im Bau von Güterschiffen eine große Rolle spielen, aber nur 2 bis 3 Prozent der Luxusschiffe herstellten, die Dominanz der Europäer herausfordern.

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