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Matterhorn: Winterurlaub in Zermatt

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Winterurlaub in Zermatt Und ewig grüßt das Matterhorn

Zermatt ist einer der berühmtesten Wintersportorte der Welt. Das Bergdorf im Schweizer Kanton Wallis bietet ein abwechslungsreiches Skigebiet, Top-Hotels und exklusive Restaurants, die es zusammen auf 246 Gault-Millau-Punkte bringen. Einzigartig aber macht Zermatt erst sein Star aus Stein.

Zermatt - Man kann sich ihm nicht entziehen. Nicht beim Skifahren, nicht beim Bummel durch den Ort, nicht einmal unter der Dusche. Das Matterhorn ist in Zermatt allgegenwärtig. Der meistfotografierte Gipfel der Welt zieht alle Blicke auf sich. Fasziniert schauen die Winterurlauber auf die kühn in den blauen Himmel ragenden Flanken. Das 4478 Meter hohe Wahrzeichen hat das einst arme Bergdorf im Schweizer Kanton Wallis berühmt und reich gemacht. Es ist beinahe schon zum Synonym für die Schweiz geworden, "steinerne Miss Schweiz" nennen es die Eidgenossen.

"Selbst wir Einheimischen schauen immer wieder hinauf", sagt der Hotelier Daniel F. Lauber. Ohne das Matterhorn kommt sein Hotel "Cervo" genauso wenig aus wie das Designhotel "Matthiol", an dem der James-Bond-Regisseur Marc Forster beteiligt ist. Im "Matthiol" ist das Matterhorn sogar auf den Dusch-Armaturen eingraviert.

Erhaben und majestätisch wirkt der Berg aber nur von Zermatt aus. Auf der italienischen Seite des insgesamt 350 Kilometer Pisten umfassenden Skigebiets heißt er "Monte Cervino" - und sieht völlig unspektakulär aus. Matterhornfans kehren deshalb schnell wieder auf die Schweizer Seite zurück, wenn sie die breiten Abfahrten ins italienische Breuil Cervinia hinuntergewedelt sind. Den schönsten Blick auf das Matterhorn und 28 weitere Viertausender hat man von den Pisten rund um den 3089 Meter hohen Gornergrat und das 3103 Meter hohe Rothorn.

Genau dazwischen liegt der Weiler Findeln. Eine handvoll Bauernhäuser steht am Pistenrand auf einer Alm, vis-à-vis ragt das Matterhorn empor - ein Traum für Fotografen und Wintersportler. In einem der Bauernhäuser versteckt sich eines der besten Hüttenrestaurants Zermatts: das "Chez Vroni".

Lamm von der eigenen Alm

Auf den Bergen und im 1620 Meter hoch gelegenen Ort gibt es zahlreiche Spitzenrestaurants mit insgesamt 246 Gault-Millau-Punkten. Das skurrilste Lokal ist das "Chez Heini", in dem Besitzer Dan Daniell nicht nur hervorragendes Lamm von der eigenen Alm serviert, sondern auch noch jeden Abend seinen "Matterhorn-Schlager" singt. Zum Abschluss folgt dann "I have a dream", das Daniell mit ABBA-Sängerin Frida im Duett aufgenommen hat.

Die Schwedin lebt seit Jahren in Zermatt. So wie viele Reiche, die in den Liftstationen mit Werbeplakaten von Luxusuhren und Privatbanken umworben werden, aber in dem bodenständigen Ort nur selten protzen. Die meisten tauchen unter in der Masse der Besucher, die nicht nur zum Skifahren kommen.

Mutige machen Gleitschirm-Tandem-Sprünge oder gehen Eisklettern an den Wasserfällen von Furi und Blatten. Es gibt 45 Kilometer Winterwanderwege, Schlittenfahrten und Hubschrauber-Rundflüge mit der "Air Zermatt". Besonders in Vollmondnächten sind Fahrten mit den Bergbahnen beeindruckend.

Zu den besten Köchen im Ort zählt auch Rico Nachtweih, dessen Kreationen im "Zermatter-Hof" auf edlen Silber-Tellern serviert werden. "Wenn wir unser Tafelsilber verkaufen würden, bräche weltweit der Silberpreis ein", scherzt der Deutsche. Aber das Silber wird niemals verkauft werden, genauso wenig wie das Hotel selbst. "Das geht gar nicht - es gehört allen und niemandem", sagt Hoteldirektor Rafael Biner.

Die grausame Seite des Matterhorns

Der "Zermatter Hof" ist im Besitz der sogenannten "Burger Gemeinde" und damit aller alteingesessenen Zermatter Familien. Sie und die Pfarrgemeinde haben das Hotel einst direkt neben die Kirche gebaut, weil der damalige Pfarrer endlich ein anständiges Gasthaus für Zermatt haben wollte. Bis heute ist das Grand Hotel mit seinen nostalgischen Pferdekutschen vor der Tür eines der ersten Häuser am Platz und der Ort für besondere Feiern.

Zu lange sollten die allerdings nicht dauern, will man am nächsten Morgen mit der höchstgelegenen Gondelbahn Europas auf das fast 4000 Meter hohe Ganzjahres-Skigebiet des Theodulgletschers oder zur "Neuen Monte-Rosa-Hütte" des Schweizer Alpenvereins. Mit der Zahnradbahn geht es zunächst auf den Gornergrat und dann auf Tourenski mit Bergführer weiter zu der einsam liegenden Hightech-Hütte.

Der Weg ist ungefährlich, anders als der aufs Matterhorn. Im Winter hat der Berg seine Ruhe, im Sommer aber klettern Tausende hinauf - auch Ungeübte, von denen Jahr für Jahr einige am Berg umkommen. Wer dort aus der Wand stürzt, wird vom "Gletscherbriefkasten" am Fuße des Matterhorns für immer verschluckt, sagen die Bergführer. Bei aller Schönheit hat das Matterhorn auch seine grausame Seite.

Bernhard Krieger, dpa
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