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Neues Kempinski in Kitzbühel: Tiroler Luxus ohne Trachtengejodel

Neues Kempinski in Kitzbühel Kühle Fassade, warme Ästhetik

Metaphysische Entspannung und alpenländischer Edelschick, aber ganz ohne Geranienschnulz: Das "Tirol", das erste Luxushotel von Kempinski auf österreichischem Boden, will in Kitzbühel neue Maßstäbe setzen. Unter anderem mit einem 3600 Quadratmeter großen Spa und 16 Luxussuiten.

Hamburg - Ja, er habe kürzlich noch mit ihm telefoniert, berichtet Henning Reichel über einen guten Bekannten in Kitzbühel, den ehemaligen Firmenlenker bei Daimler, Jürgen Schrempp. Aber das Restaurant, das seine Frau dort betrieben habe, sei geschlossen. Auch das Glitzer-Paar Fiona und Karl-Heinz Grasser, sie Swarovski-Erbin, er als Ex-Finanzminister Österreichs eine Art Alpen-Guttenberg, machten sich neuerdings rar. Werner Baldessarini allerdings steht noch seinen Mann im Society- und Ski-Flecken rund um den Hahnenkamm, wo er eine Villa hoch überm Tal bewohnt.

Henning Reichel, den hochgewachsenen 39-jährigen Kahlkopf aus der norddeutschen Tiefebene, kann das fein temperierte, durchaus witterungssensible Mikroklima im alpinen Bergtal nicht kalt lassen. Gerade hat er, pünktlich zum Beginn der Wintersportsaison, als Direktor hier in Jochberg das erste Luxushotel von Kempinski auf österreichischem Boden eröffnet. Was den Mann, der sich erste Sporen in Häusern wie Brenner's Park Hotel und Louis C. Jakob erwarb, sichtlich mit Stolz füllt. Das Tirol, so der schlichte Name der neuen Destination, glänze mit einem zeitgemässen Mix aus Modernität und alpenländischem Charme, lobt Reichel.

In der Tat gibt sich der Bau mit seinen 148 Einheiten, darunter 16 Suiten und ein Penthouse, eher klar und kantig, jedenfalls ohne das hier verbreitete architektonische Trachtengejodel und Geraniengeschnulz. Hinter der kühlen holzverschindelten Betonfassade, gerahmt von waldreicher Bergwelt, herrscht dann freilich angenehme ästhetische Wärme. In Zimmern, Lobbys und Lounges dominieren herzhafte Rottöne oder leichte Farbklänge von Braun und Beige. Zudem verströmen hier und da offene Kamine zusätzliche Behaglichkeit.

"Holistic cocooning" für restlos Erschöpfte

Extra stolz ist Direktor Reichel auf das Spa, das sich Leading Spa nennt, weil es in einem Haus des Luxus-Verbands Leading Hotels residiert. Will heissen: Saunen und Dampfbäder, Innenpool und Aussenbecken, Fitness, Cardio und Personal Trainer, Kosmetik und Physiotherapie auf weitläufigen 3600 Quadratmetern. Und wer völlig abschalten, spirituell loslassen möchte sozusagen, dem steht ein Raum zum "holistic cocooning" zur Verfügung. Das Ziel: metaphysische Entspannung für restlos Erschöpfte.

Hungrig zurück in dieser Welt, kann der Gast zwischen zwei Restaurant-Alternativen wählen. Die heimische Tiroler Mundart bereitet ihm im Restaurant Steinberg Küchenchef Ralf Geese, also Milchkalb und Weideochse, Berglamm und Bachforelle, selbstverständlich auch Wiener Schnitzel und süße Mehlspeisen. Wen es nach Exotik gelüstet, dem kann im Sra Bua von Koch Wini Brugger geholfen werden - mit panasiatischer Fusion-Küche. Da gibt es dann etwa "Rotes Hummercurry auf Wasserspinat" oder den "Hot Pot mit Udon Nudeln und heimischem Stör".

Serviert wird auch in Private-Dining-Gelassen, nicht jeder mag sich beim Essen exponieren. Individualisierte Serviceleistungen treten in der Fünf-Sterne-Hotellerie immer mehr in den Vordergrund. Direktor Reichel glaubt sie mit 150 Mitarbeiter ohne weiteres bieten zu können. Seine Devise, werbewirksam formuliert: "Wir wollen mit bestem Service begeistern und für Aha-Erlebnisse sorgen".

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