Dienstag, 17. September 2019

Ruanda als Reiseland Bei den Berggorillas

Ruanda: Zu Besuch bei den Berggorillas
TMN

Ruanda hat eine dunkle Geschichte. Aber mittlerweile ist das Land der tausend Hügel wieder ein sicheres Reiseland. Seine größte Attraktion sind die letzten frei lebenden Berggorillas in den Bambuswäldern der Virunga-Vulkane. In dieser Umgebung wird die Begegnung der Arten zum berührenden Erlebnis.

Kinigi - Mehr als 15 Jahre sind vergangen seit dem Völkermord in Ruanda. Für Reisende gilt das ostafrikanische Land wieder als sicher, selbst ein Abstecher in das ehemals umkämpfte Grenzgebiet rund um die Virunga-Vulkane ist heute möglich. Und er lohnt sich: Dort leben die letzten Berggorillas, bedroht durch Bürgerkriege und Wilderei.

International bekannt gemacht hat sie der Film "Gorillas im Nebel", der vom Leben und Arbeiten der Primaten-Forscherin Dian Fossey erzählt. Die Amerikanerin kam Ende der 1960er Jahre nach Ruanda, um die Primaten zu erforschen und zu schützen. Die Tierrechtlerin zahlte dafür mit ihrem Leben. 1985 wurde sie ermordet, die genauen Umstände ihres Todes sind noch immer unklar. Die von ihr eingerichtete Forschungsstation existiert nach wie vor.

Fossey ist es wohl zu verdanken, dass auch heute noch Berggorillas in den Bambuswäldern der Virunga-Vulkane leben. Ein Besuch bei diesen Menschenaffen ist ein einmaliges Erlebnis, das auf keinen Fall bei einer Reise durch Ruanda fehlen sollte - auch wenn es 500 Dollar pro Person kostet. Das Geld ist gut angelegt, mit ihm werden die Tiere geschützt.

Nur acht Gruppen von Gorillas sind an Menschen gewöhnt. Um die Tiere nicht zu sehr zu stören, dürfen nur je acht Wanderer je eine dieser Gruppen pro Tag besuchen - insgesamt also 64 pro Tag. Interessierte sollten daher am besten schon von Deutschland aus diese Wanderung buchen und organisieren. Gerade in der Hauptsaison von Juli bis September ist es schwierig, kurzfristig eines der begehrten Tickets zu bekommen.

Am Vormittag sind die Gorillas besonders aktiv

Der Besuch bei den Berggorillas ist kein Spaziergang. Die Tiere leben auf einer Höhe um die 2500 Meter, untrainierten Wanderern können beim Aufstieg die Beine versagen oder die Luft ausgehen. Ohnehin sollten sich Ruanda-Reisende nicht gleich an ihrem ersten Tag im Land zu den Berggorillas hoch im Norden aufmachen. Es ist besser, sich an die Höhenluft gewöhnen - vielleicht bei einer Wanderung zu den Schimpansen im Nyungwe-Nationalpark im Süden des Landes.

Die Wanderung zu den Berggorillas beginnt bereits um sieben Uhr morgens. Denn am Vormittag sind die Tiere besonders aktiv und gut zu beobachten. Treffpunkt für die Tour ist die Tourismuszentrale in Kinigi. Trekking-Touristen aus aller Welt wuseln voller Vorfreude und Aufregung umher. Am Horizont durchbrechen die Gipfel der Vulkane langsam den milchigen Nebel, der über den Tälern liegt.

Wer nicht mit einer organisierten Reisetruppe unterwegs ist, sollte sich einen Jeep mieten, um zum Treffpunkt in Kinigi zu kommen. Zumindest in der Nebensaison ist ein Wagen mit Fahrer auch noch am Abend vor der Wanderung zu haben. Wer auf Nummer sicher gehen möchte, sollte sich frühzeitig um einen Transport kümmern.

Zwar finden die meisten Reisenden in ihren Hotels noch eine Mitfahrgelegenheit zum Treffpunkt. Doch von dort aus geht es per Jeep weiter zum Startpunkt der Wanderung. Wenn man den verpasst und sich keine Mitfahrgelegenheit bietet, ist das Geld für die Besuchserlaubnis weg.

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