Deutscher Ferienpark Franken-Kredit bringt Fleesensee unter Druck

Der starke Schweizer Franken bringt auch deutsche Unternehmen in Bedrängnis. Laut einem Medienbericht ist das Ferien-Resort Fleesensee in Schwierigkeiten, weil es sich in Franken verschuldet hat. Auch Kleinanleger haben die Vorzeigeanlage in Mecklenburg-Vorpommern mit finanziert.
Wellness-Oase mit Währungsproblem: Massage in Fleesensee

Wellness-Oase mit Währungsproblem: Massage in Fleesensee

Foto: Jens B¸ttner/ picture alliance / dpa

Die wirtschaftliche Situation von Deutschlands bekanntestem Ferien-Resort "Land Fleesensee" sei prekärer als bislang bekannt, berichtet das Nachrichten-Magazin DER SPIEGEL in seiner aktuellen Ausgabe. Der Grund: Ein Teil der Kredite für das Projekt wurden wegen der damals günstigen Zinsen in Schweizer Franken  aufgenommen, der in den Jahren seit der Eröffnung im Jahr 2000 massiv zulegte, berichtet das Magazin. Deswegen würde eine Umwandlung in Euro heute nach Schätzungen des Fleesensee-Managements einen Verlust von 15 Millionen Euro bedeuten.

Das "Land Fleesensee" in Mecklenburg-Vorpommern gilt als Vorzeigeprojekt für den Aufbau Ost. Zur Eröffnung trat der damalige Bundeskanzler Gerhard Schröder auf. Das Resort - zu dem neben mehreren Golfplätzen und Hotels auch Deutschlands einziger Robinson-Club gehört - wurde unter anderem über einen geschlossenen Immobilienfonds finanziert. Fast 2000 Kleinanleger gaben laut dem Bericht Geld dafür, auch über den Strukturvertrieb AWD.

Die Hotels werden von Firmen wie der Tui  betrieben. Das Skurrile laut SPIEGEL: Während etwa der Robinson-Mutterkonzern Tui "sehr zufrieden" mit dem Geschäft und den Übernachtungszahlen sei, seien die Anteile der Anleger an der Fleesensee-Gesellschaft auf 7 Prozent ihres ursprünglichen Wertes gesunken.

Für neue Investitionen brauche die Fleesensee-Gesellschaft zudem neues Geld. Die Banken haben die Gespräche über bestimmte Zinsvereinbarungen demnach an ein Restrukturierungsprogramm gebunden. Ohne neue Investitionen in die Infrastruktur des Geländes drohe mittelfristig die Insolvenz, erklärte ein Gutachter bereits.

Von einer bevorstehenden Pleite könne aber nicht die Rede sein, erklärte Fleesensee-Geschäftsführer Detlev U. Fricke laut SPIEGEL. Ein Zukunftsplan werde "in Kürze" vorliegen. Man sei im Gespräch mit den Banken, "um auch langfristige Planungssicherheit zu erhalten". Die Zukunft solle unter anderem im Ausbau des Golfgeschäfts liegen.

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