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Kleiderreinigung: In diesen Städten wird es teuer

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Reinigungs-Ranking Teure Saubermänner

Wer in Moskau eine weiße Weste haben will, muss sich das etwas kosten lassen. Die Metropole ist Spitzenreiter bei Kleiderreinigungspreisen, vor Stockholm und Tokio. Eine Studie untersuchte Preise in 151 Städten und stieß dabei auf Abzocker und Billigheimer. Teuerste deutsche Stadt ist München.

Hamburg - Fast 30 Euro kostet eine Anzugreinigung in Moskau. Wer seine komplette Garderobe reinigen lässt - Hemd, Bluse, Hose, einen Blazer und einen Anzug - ist im Schnitt mit 70 Euro dabei. In New York ist der gleiche Service für gerade mal 24 Euro zu haben, in Las Vegas (21 Euro) und Dubai (19 Euro) noch günstiger. Das Online-Reisebuchungsportal www.ab-in-den-urlaub.de hat die Preise von 1304 Reinigungsbetrieben in 151 Städten untersucht. Der Schwerpunkt lag dabei auf Deutschland, Österreich und der Schweiz.

Die teuerste deutsche Stadt ist, wenig überraschend, München - hier ist man für das Komplettpaket mit 38 Euro dabei, die Reinigung eines einzelnen Anzugs kostet im Schnitt 15,08 Euro. Richtig billig ist es im deutschsprachigen Bereich allerdings nirgends. Im bayerischen Traunstein etwa wird das Kleidungspaket für 41 Euro gereinigt - das, errechneten die Studienautoren, entspricht fast 40 Prozent des Brutto-Tageslohns der Traunsteiner.

Dafür kann man sich in Thailand schon einen halben Anzug schneidern lassen. Und reinigen lassen kann man ihn dann auch vor Ort: In Bangkok trotz des gestiegenen Baht für unter fünf Euro. Geschäftsreisende lernen daraus: Wer in Thailand unterwegs ist, sollte mit leichtem Gepäck reisen - schließlich langen die Fluggesellschaften bei Zusatzgepäck ganz schön tief in die Taschen ihrer Kunden. Wer dagegen in Moskau unterwegs ist, sollte lieber genug zum Anziehen mitnehmen und seine Sachen lieber erst zu Hause wieder reinigen lassen.

In Wien liegen die Preise 340 Prozent auseinander

Und auch das verwundert den Kenner der Gesetze der Marktwirtschaft wenig: Die Anzahl der Reinigungen vor Ort steht in ungekehrtem Verhältnis zur Höhe des zu entrichtenden Preises. Je weniger Konkurrenz da ist, desto mehr Geld wird verlangt. Was das Verhältnis Bruttolohn zum gesäuberten Anzug angeht, liegt nur Wien im deutschsprachigen Bereich noch vor dem teuren Traunstein, das seinerseits vom österreichischen Innsbruck gefolgt wird.

Auch im kleinen Lüneburg langen die Saubermänner mit 36 Prozent vom Brutto-Tageslohn (35,42 Euro für die Kombi-Reinigung) richtig zu. Preisvergleiche vor Ort lohnen fast immer - vor allem in Österreich: Ein Wiener Betrieb scheut sich nicht, für das Kombi-Pakt 119 Euro zu verlangen, satte 90 Euro (und 340 Prozent) mehr als der preiswerteste Wettbewerber. Auch in Städten wie Hamburg, Düsseldorf und München kann man in manchen Betrieben doppelt soviel zahlen wie bei der Konkurrenz. Eine Ersparnis von mindestens einem Drittel ist fast in allen Städten drin.

Gut haben es mal wieder die Schweizer. Für Touristen ist die Reinigung dort zwar teuer. In Zürich kann man gut und gern um die 50 Euro für das gereinigte Kombi-Paket ausgeben, doppelt soviel wie in Berlin. Aber weil die Züricher pro Tag im Schnitt 229 Euro verdienen, die Berliner hingegen nur 108 Euro, schlägt es bei den Schweizern selbst nicht so ins Kontor. Andererseits: In der deutschen Hauptstadt, die stets mit ihrer lässigen Attitüde kokettiert, kommt man meist auch ganz gut ohne Anzug durch.

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