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Guadeloupe: Chillen in der Teakhütte

Foto: Simone Lankhorst

"Taïnos Cottages" auf Guadeloupe Teakhütten mit Anti-Stress-Effekt

Auf Guadeloupe gibt es kaum einen stilvolleren Ort, um Sonnenuntergänge, Palmenwispern und Meeresrauschen zu genießen als die "Taïnos Cottages". Die sechs antik eingerichteten Teakhütten liegen zwischen Mango- und Zitronenbäumen in einem Naturreservat direkt am Strand Grande Anse.
Von Simone Lankhorst

Deshaies - Nach zwei Stunden abenteuerlicher Autofahrt durch die engen Serpentinen, vorbei an Zuckerrohrfeldern und trampenden Insulanern, entfaltet sich in der letzten Kurve vor der Ortseinfahrt von Deshaies in einer überwältigenden Aussicht die Bucht "La Grande Anse". Anderthalb Kilometer feinster weißer Sandstrand, das azurblaue Meer begrenzt von einem Felsen, der die Bucht und dieses Postkartenpanorama perfekt abrundet.

Hier, am nordwestlichen Ende von "Basse-Terre", dem linken Flügel der Schmetterlingsinsel Guadeloupe, hat der einheimische Unternehmer Charles-Henri Bichara vor zehn Jahren seinen Lebenstraum verwirklicht: Sein Resort "Taïnos Cottages" liegt in einem Naturreservat mit eigenem Strandzugang und beherbergt in einem 8000 Quadratmeter großen Garten mit Zitronen- und Mangobäumen sechs traditionelle Holzhütten, gefertigt aus indonesischem Teakholz und eingerichtet mit kostbaren südostasiatischen Antiquitäten und einem frischen Bouquet Papageienblumen.

Charles-Henri Bichara hat einige Zeit in Indonesien gelebt. Während der Asien-Krise Mitte der 90er Jahre ergriff er seine Chance. "Ich habe alles gekauft, Teak, Truhen, Betten, ja auch die Schaukelstühle und die Teppiche", erzählt er und zeigt mit einer ausladenden Armbewegung umher. Jedes der Cottages aus unbehandeltem Teakholz ist ein Unikat. Entstanden ist, sagt Bichara, "ein Anti-Stress-Hotel der gehobenen Mittelklasse".

Mit ihren hohen, spitz zulaufenden Decken und den Blumenornamenten an den Wänden wirken die Hütten fast schon europäisch rustikal, wie Schweizer Chalets oder Schwarzwaldhäuschen. "So falsch ist der Eindruck nicht", erklärt Boris Bichara, 28, der das Resort mit seinem Vater führt. "Indonesien war eine niederländische Kolonie. Das hat auch in der Einrichtung Spuren hinterlassen."

Keine Klimaanlage, aber ein traumhaft schöner Blick

Aber die hohen Giebel haben auch einen praktischen Nutzen. Sie dienen der Kühlung und der Luftzirkulation. Klimaanlagen gibt es nicht, lediglich Ventilatoren stehen bereit, um die tropisch-heißen Karibiknächte zu lindern. Am Morgen werden die Gäste dafür mit einem opulenten kreolischen Frühstück am Pool belohnt, den Blick auf die atemberaubend schöne Bucht inklusive.

Der Name Taïnos geht zurück auf einen Stamm von Ureinwohnern der Antillen, dem Volk der Taïno. Bis auf den Pool findet sich im Taïnos kein Zugeständnis an den Luxus anderer Hotels, einzige Ausnahme: Yogastunden und Massagen. "Wenn Sie golfen möchten, müssen Sie schon woanders hin. Hier gibt es nur Ruhe und Natur", sagt Charles-Henri Bichara, blinzelt mit seinem wettergegerbten Gesicht in die Sonne und nippt an einem Mangosaft.

Neben Mangobäumen und Kokospalmen wachsen zwischen den grasbewachsenen Trittsteinen, die die Hütten miteinander verbinden, auch Acerola-Kirschen, Maracujas und Wasseräpfel. Der Strand liegt den Frühstückstischen zu Füßen, ein schmaler Pfad führt hinunter.

Wer nach einem Vormittag im 28 Grad Celsius warmen Meer und im feinen weißen Sand unter Kokospalmen wieder Hunger bekommt, braucht nicht lange zu suchen: Es gibt einige bemerkenswert gute Restaurants mit lokaler Küche direkt am Strand, wie das "Chez Lelette", das ausgezeichneten Fisch vom Grill und einen "'Ti Punch", den berühmten Inselcocktail aus Rum, Limetten und Rohrzucker, in einer leckeren Variante mit Ananassirup serviert.

Etwas gehobener, auch im Preis, ist das "La Savane" in Deshaies. Die französisch-kreolische Küche gehört zu den besten der Insel, und mit den Füßen sitzt man auch hier fast im Wasser. Lohnend ist auch ein Ausflug in den Nationalpark auf Basse-Terre mit seinen Wasserfällen oder ein Besuch im Maison du Cacao oder Maison du Café. Ein Aufstieg zum Vulkan "La Soufrière" muss allerdings gut geplant werden, denn manchmal ist die Wanderung nur an vier Tagen im Jahr möglich, wegen heftiger Regenschauer, Nebel oder Gewitter.

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