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Barcelona: Tipps für den Shoppingtrip

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Shoppingtour durch Barcelona Flüssiggold und Hanfschuhe

Barcelona, die alte Kulturstadt, ist sich für Konsumfreuden nicht zu schade. Einkaufslustige finden hier handgefertigte Espadrilles, kostbares Olivenöl, edle Pralinen und nach Kundinnenwunsch individualisierte Handtaschen. Auch modebewusste Männer kommen in der Trendsettermetropole auf ihre Kosten.
Von Simone Lankhorst

Barcelona - Berlin am Meer, das wäre die perfekte Stadt. Barcelona kommt diesem Ideal schon sehr nahe. Wer die Einkaufsmöglichkeiten und das Trendsettergespür Berlins mag, wird Barcelona lieben. Die Hauptstadt der autonomen Region Katalonien liegt gerade einmal zwei Flugstunden von Deutschland entfernt und wird von vielen Fluggesellschaften angeflogen - idealer Zeitpunkt für ein Shoppingwochenende jetzt im Juni, wenn es noch nicht zu heiß und die Stadt noch nicht mit Touristen überlaufen ist.

Bester Ausgangspunkt für den Start in den Shoppingtag ist Passeig de Gràcia, die Hauptschlagader Barcelonas und teuerste Straße von ganz Spanien. Hier haben die großen Designer ihre Läden, darunter, an Haus Nummer 49, das katalanische Label Armand Basi . Bekannt ist die 1986 gegründete Marke für ihre Männerkollektionen, und für die Hose, die Lady Gaga einmal trug, aber das ist eine andere Geschichte. Wenn es nach Basi geht, ziehen sich modebewusste Männer diesen Sommer bunt an: Hosen in grün und gelb, Hemden und Shirts im neuaufgelegten Hawaiilook, der cooler und figurbetonter ist als das Original.

Neben exklusiven Shoppingmöglichkeiten finden sich drei der größten architektonischen Sehenswürdigkeiten Barcelonas am Passeig de Gràcia, alle drei schönster Ausdruck des katalanischen Modernismus, der künstlerischen Blütezeit Barcelonas um 1900: Die "Casa Amatller" von Josep Puig i Cadafalch, die "Casa Batlló" von Antoni Gaudí mit ihren an Totenköpfe erinnernden Balkonen, und die "Casa Lleó Morera" von Lluís Domènech i Montaner. Praktischerweise liegen alle drei nebeneinander. Das spart Kräfte, die man anschließend in den Besuch der Rambla und ihrer Nebenstraßen stecken sollte.

Eine Markthalle als Gourmettempel

Mitten an der berühmten Einkaufspromenade, die sich fast anderthalb Kilometer von der Plaça de Catalunya bis zum Hafen erstreckt, liegt die Markthalle "La Boqueria". Die Ursprünge des Marktes datieren bis ins frühe 13. Jahrhundert zurück. Der Markt soll zu den besten der Welt zählen. Tritt man durch den berühmten Eingang mit den Glasmosaiken des katalanischen Architekten Antoni Falguera i Sivilla, ist man von der Vielfalt an Sinnesseindrücken für einen Moment wie erschlagen.

Früchte und Gemüse in allen erdenklichen Farben, wie Gemälde arrangierte Süßigkeiten, der Geruch seltener Gewürze, die Rufe der Händler, die frischen Tunfisch oder Rinderhälften zerlegen. Es herrscht ein Gedränge wie in einem marrokanischen Souk. Für die Katalanen ist La Boqueria genauso magnetisch wie für die Touristen, schließlich kauften schon die Urgroßeltern hier ein, die Händler stehen oft in fünfter Generation hinter ihrem Stand.

Und die Qualität der Produkte ist hoch. Gourmets kommen hier voll auf ihre Kosten - bei einem Glas Cava kostet die Scheibe des berühmten Jamón Ibérico, auch bekannt als Pata Negra, zwar bis zu 20 Euro. Den zartwürzigen Geschmack dieser Schinkenspezialität vergisst man dafür sein Leben nicht mehr, wie die glücklich kauenden Standbesucher versichern.

Handgefertigte Hanfschuhe für 80 Euro

Auch wenn der Geschmack unvergesslich bleibt, als edles Souvenir besser geeignet ist eine Flasche Olivenöl aus Ana Segovias Laden mit dem passenden Namen " oroliquído ", flüssiges Gold. In einer Nebenstraße der Rambla verkauft die Katalanin ausschließlich Olivenöl bester Qualität, und hat damit eine Marktlücke getroffen. Als sie vor fünf Jahren öffnete, gab es noch keinen einzigen Laden in Barcelona, der sich auf Olivenöl spezialisiert hatte. "Heute gibt es zwei, drei", sagt sie mit einer wegwerfenden Handbewegung. Fünf Euro kostet ein Fläschchen des günstigsten, 130 Euro ein Fläschchen der teuersten Sorte, extra vergine aus den Früchten von 1000 Jahre alten Olivenbäumen gewonnenes Öl.

Überraschend günstig dagegen, obwohl handgefertigt, ist das modische Markenzeichen Barcelonas: Ein Paar Espadrilles von "La Manual Alpagatera". Das Traditionsgeschäft an der Carrer Avinyó 7 stellt seit rund 70 Jahren die charakteristischen Hanfschuhe her, die sogar der vorherige Papst trug. Johannes Paul II. ließ sich seine Espadrilles in den Vatikan liefern, die Hollywoodstars schauen gerne auch persönlich vorbei.

"Penelopé Cruz war schon hier, Jack Nicholson, Jean-Paul Gaultier und Tyra Banks", zählt Verkäuferin Johanna Sanchez auf, hinter der sich bis zur Ladendecke in verschiedenen Fächern geflochtene Schuhsohlen in allen Größen stapeln. Preislich geht es los bei neun Euro für ein paar einfache, flache Slipper mit Leinen- oder Baumwollspann. "Die kaufen Männer gerne, weil sie gemütlich sind", sagt Johanna Sanchez. Die Variante mit Keilabsatz und rotem Samt, welche sich die Hollywooddiven gerne zulegen, kostet bis zu 80 Euro, was für hand- und maßgefertigte Schuhe immer noch erstaunlich preiswert ist.

Der Hafen mit seinen vielen Restaurants und der gepflegte Stadtstrand sind von hier aus nicht mehr weit. Die Shoppingtour bei Sangria und Tapas am Meer ausklingen zu lassen - es gäbe Schlimmeres. Wer es "chilliger" mag, dem empfiehlt sich ein eisiger Barbesuch: Bei minus sieben Grad serviert das Personal der " Ice Bar Barcelona ", die aussieht wie ein riesiges Iglu, Cocktails in Gläsern aus Eis. Eine silberne Thermojacke wird gestellt.

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