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Flughäfen: Sauna statt Wartehalle

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Flugreisen Wellness am Airport

Unbequem, hektisch und laut. Das Warten am Flughafen kann zermürben. Da ist es doch weit schöner, die Zeit zwischen zwei Flügen im Pool oder in einer gemütlichen Bibliothek zu verbringen. Hier sind die besten Angebote der Airports, die helfen, aus der Not eine Tugend zu machen.

Helsinki/Hamburg - Die finnische Hauptstadt ist auch für Transitgäste ein überraschend angenehmer Ort. Wer hier auf seinen Anschlussflug wartet, kann die Zeit glamourös im "Finnair Via Spa" vertrödeln. Um die vom Flugsitz geplagte Muskulatur kümmern sich Masseure, außerdem gibt es einen Pool und vier verschiedene Sauna-Typen. Der Service steht allen Transfer-Reisenden, die von Europa nach Asien fliegen, zur Verfügung. Bei 95 Grad Celsius bietet die finnische Sauna einen Panoramablick über die Start- und Landebahnen des Flughafens.

Wer in Island Zeit totschlagen muss, kann sich zu einer der berühmten heißen Quellen der Insel fahren lassen. "Etwa 20 Minuten vom Flughafen Keflavik entfernt liegt das Naturbad 'Blue Lagoon', das gerne von Einheimischen wie Durchgangsreisenden besucht wird", erklärt Ute Zimmer von der Fluggesellschaft Icelandair in Frankfurt. Während der Besucher im badewannenwarmen Wasser liegt, kann er sich mit Öl massieren lassen oder einfach so dahintreiben.

An den Flughäfen in Deutschland gibt es keine vergleichbaren Wellnesstempel - jedenfalls noch nicht. Doch "kleine Fluchten" sind auch hier möglich. In München und Hamburg kann sich der verspannte Reisende von Masseuren die Muskulatur lockern lassen. Am Münchner und Frankfurter Flughafen zaubert eine Solariensonne Bräune ins Gesicht. Sauerstoffinhalationen und Lichtduschen bietet eine Wellnessbar in Düsseldorf. Anschließend noch einen frischen Karottensaft - und der Körper fühlt sich nach einem Zehn-Stunden-Flug vielleicht so an, wie George Clooney im Vielfliegerfilm "Up in the air" aussieht.

Wer die Zeit am Flughafen lieber nutzt, um gesundheitliche Probleme an der Wurzel zu packen, findet Zahnarztpraxen in den Flughäfen Hamburg, München und Düsseldorf.

Dachpool mit Flughafenblick

An den meisten asiatischen Flughäfen gehören Spas, die von Rückenmassagen bis Sauna alle Schikanen bieten, zum Standard. Kein Wunder, dass bei den "Skytrax Best Airport Awards 2010" Singapur, Incheon bei Seoul in Südkorea und Hongkong auf die ersten drei Plätze weltweit gewählt wurden. Am Singapur-Flughafen Changi kann der Passagier sogar in einen Pool auf dem Dach des "Ambassador Transit Hotels" springen. Dafür muss er nicht einmal Hotelgast sein. Auf einer anderen Dachterrasse des kann man umgeben von Sonnenblumen entspannen.

Wer sich lieber mit einem Buch oder Film die Zeit vertreiben will, ist am Amsterdamer Flughafen Schiphol richtig. Dort gibt es eine Flughafenbibliothek mit Büchern, DVDs und CDs in 29 Sprachen. "Der Schwerpunkt liegt auf der niederländischen Literatur", sagt Alexandra Klaus vom Niederländischen Büro für Tourismus in Köln. Zwar kann aus der Bibliothek nichts ausgeliehen werden, aber viele Werke lassen sich für den Flug gratis downloaden.

Am schönsten wartet es sich meist in Flughafenlounges. Deren Pforten öffnen sich aber nicht für jeden. In den Luxus einer First-Class-Lounge kommt in der Regel nur, wer Erste Klasse fliegt oder einen gehobenen Status in einem Vielfliegerprogramm erreicht hat. Wer einmal drin ist, kann sich aber zurücklehnen. In First-Class-Lounges erledigt auf Wunsch oft ein persönlicher Assistent alle lästigen Formalitäten wie Check-In oder Reservierungen. Nicht einmal das eigene Auto muss selbst geparkt werden. Bis es dann mit der Limousine zum Flugzeug geht, kann sich der Lounge-Gast am Büfett bedienen, in gesonderten Ruheräumen schlafen, duschen oder fernsehen.

"Nicht immer ist der Besuch einer Lounge die beste Lösung", meint allerdings Vielflieger und Reiseautor Andreas Spaeth, der ein Drittel des Jahres unterwegs ist und schon in den Lounges vieler Airlines gesessen hat. Das Privileg lohne sich manchmal kaum, denn "einige Lounges sind einfach nur hässlich und überfüllt".

Patrizia Schlosser, dpa

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