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Helgoland: Die trotzige Insel

Foto: helgoland.de

Helgoland Insel der Gegensätze

Helgoland trotzt nicht nur der rauen Nordsee und Sturm, einige Bewohner treten auch neuen Perspektiven für die Insel trotzig entgegen. So bleibt das Naturparadies zwar erhalten, doch reicht die Idylle für das Eiland um wirtschaftlich zu überleben?

Hamburg - Schon von Weitem leuchtet die Lange Anna mit ihren roten Felsen allen entgegen, die sich Helgoland per Schiff nähern. Das einst so beliebte Eiland in der Nordsee gilt als einzige Hochseeinsel Deutschlands und liegt circa 40 Kilometer vom Festland entfernt.

Zwar herrscht hier noch immer Zollfreiheit, doch die Souvenirshops und Hummerbuden locken längst nicht mehr so viele Tagestouristen an wie früher. Für drei bis vier Stunden herrschte dann auf der Insel Ausnahmezustand - Alkohol, Zigaretten, Schokolade und Kosmetik wurden über sämtliche Tresen an die bis zu 800.000 Tagesgäste gereicht.

Heute kommen höchstens noch 300.000, die sommertäglich für Trubel sorgen. Und sobald das letzte Schiff den Hafen verlassen hat, sind die knapp 1400 Inselbewohner mit vereinzelten Urlaubern wieder unter sich. Die dann einkehrende Ruhe ist die letzte Attraktivität, die Helgoland geblieben ist.

Besonders Naturliebhaber fühlen sich hier gut aufgehoben, gibt es doch viel zu entdecken, die abwechslungsreiche Flora und Fauna, dazu eine steife Brise machen jede Wanderung zum Erlebnis. Ein grenzenloser Artenreichtum von Vögeln lässt das Herz eines jeden Ornithologen höher schlagen. Und dann natürlich die Seehunde und Kegelrobben, die sich abends gemütlich am Strand fläzen.

Verbindung zur "Düne" auf Eis gelegt

Doch genau dies wurde zum Streitpunkt der Inselbewohner. Der Hamburger Bauunternehmer Arne Weber, dessen Familie von Helgoland stammt, entwarf im Jahr 2008 einen Masterplan, der vorsah, die Hauptinsel mit der Nebeninsel "Düne" zu verbinden. Somit wäre die bisherige Fläche fast verdoppelt worden, und es wäre genügend Platz für neue Hotels, die Übernachtungsgäste beherbergen könnten, entstanden. Somit hätte die Insel zum Touristenmagneten wiederbelebt werden können.

Auf der einen Seite stehen die Befürworter - meist jüngere Inselbewohner - dieses mit 80 Millionen Euro veranschlagten Projekts, das Weber mithilfe von Investoren verwirklichen wollte. Auf der anderen Seite scharen sich die Gegner rund um Bürgermeister Frank Botter, die das Naturparadies in Gefahr sehen und bereits mit Dubai vergleichen. Letztere setzten sich durch, alles bleibt beim Alten.

So wie es aussieht, wird Helgoland vorerst in seinem Dornröschenschlaf verweilen, der jedoch vergangenes Jahr zwischenzeitlich unterbrochen wurde - durch die Anbindung ans europäische Stromnetz.

Die trotzige Insel

sk
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