Donnerstag, 27. Februar 2020

828-Meter-Hochhaus Burj Chalifa Dubai-Scheich verblüfft mit Namensänderung

Dubais Scheich Mohammed bin Raschid al-Maktum hat den weltgrößten Wolkenkratzer eröffnet. Das bisher Burj Dubai genannte Drei-Milliarden-Projekt wurde mit der Eröffnungsfeier in Burj Chalifa umbenannt - zu Ehren des Präsidenten der Vereinigten Arabischen Emirate, der Scheich Mohammed kürzlich mit Milliarden ausgeholfen hat. Der Namenscoup blieb nicht die einzige Überraschung.

Hamburg - In Dubai ist am Abend das höchste Gebäude der Welt eröffnet worden, ein Wolkenkratzer für die Reichen und Superreichen. Der Herrscher des arabischen Emirats Dubai, Scheich Mohammed bin Raschid al-Maktum, gab den Hochhausturm am Abend für die Öffentlichkeit frei - und sorgte für eine Überraschung: Scheich Mohammed sagte, das Gebäude, das bislang den Namen Burj Dubai trug, solle fortan Burj Chalifa heißen, benannt nach dem Herrscher von Abu Dhabi und Präsidenten der Vereinigten Arabischen Emirate (VAE), Scheich Chalifa bin Said al-Nahjan.

Rekordturm: 828-Meter-Hochhaus Burj Chalifa in Dubai
Getty Images
Rekordturm: 828-Meter-Hochhaus Burj Chalifa in Dubai
Das reichere Nachbaremirat Abu Dhabi war dem Golfemirat Dubai in den Wochen zuvor zu Hilfe geeilt, als es in Finanzschwierigkeiten geraten war. Dubai musste die Gläubiger der Unternehmen ihres Staatsfonds Dubai World Ende vergangenen Jahres um Zahlungsaufschub bitten und hatte damit eine Talfahrt an den Börsen der Region ausgelöst. Das reichere Nachbaremirat Abu Dhabi war daraufhin in die Bresche gesprungen und half mit einer Finanzspritze in Milliardenhöhe aus. Scheich Mohammed will die Eröffnung des Wolkenkratzers nun auch als Mittel gegen die Vertrauenskrise der Investoren nutzen.

Weitere Überraschung zur Eröffnung des Wolkenkratzers: Erstmals wurde die genaue Höhe des Gebäudes angegeben - und mit 828 Metern beziffert. Damit überragt das Burj Chalifa das bislang höchste Gebäude der Welt in Taipeh um mehr als 300 Meter. Die Höhe war von der Immobilienfirma Emaar Properties bis zur Eröffnung geheim gehalten worden.

Mit 3,07 Milliarden Euro haben die Projektfirma Emaar und Adrian Smith eine Art vertikale Stadt für 12.000 Bewohner geschaffen. Luxus-Residenzen, edle Büros, Nobelrestaurants und das erste Hotel, das der italienische Couturier Giorgio Armani gestaltet hat, verhelfen den Superreichen, Superschönen und Supererfolgreichen zu einer neuen Prestige-Adresse auf dem Globus. Mit mehr als 160 nutzbaren Stockwerken ist der Luxustempel aus Stahl und Glas das höchste von Menschen bewohnte Gebäude der Welt.

Das schnittige Bauwerk, für dessen Fertigstellung Ingenieure aus aller Welt Höchstleistungen vollbringen mussten, ist nicht unumstritten. Während sich einige Investoren und Immobilienentwickler an den Superlativen und Prestigeprojekten des arabischen Emirats ergötzen, werfen Umweltschützer und Globalisierungsgegner Scheich Mohammed Größenwahn und Geltungsdrang vor. Der Burj Dubai ist für sie das Symbol der "Höher-Schneller-Weiter-Strategie" des Scheichs.

Der neue Wolkenkratzer ist in dem Stadtviertel nicht der einzige Superlativ. In unmittelbarer Nähe wurden kürzlich bereits das größte Einkaufszentrum der Welt ("Dubai Mall") und die weltweit größte Wasserfontäne ("Dubai Fontain") eingeweiht.

manager-magazin.de mit Material von afp, dpa und reuters

© manager magazin 2010
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung