Airlines Lufthansa kopiert Billigflieger

Die Deutsche Lufthansa will die erfolgreichen Billigflieger mit deren eigenen Waffen schlagen. Um effektiver zu werden, werde die Lufthansa "in einigen Bereichen gezielt Elemente aus dem Geschäftsmodell der Low-Coster übernehmen", sagte der für das Passagiergeschäft zuständige Vorstand Christoph Franz.

Brüssel/Paris - So soll im Europaverkehr der Abstand zwischen den Sitzen verringert werden, um mehr Menschen im Flieger unterbringen zu können. Damit es dann für Großgewachsene nicht allzu eng wird, sollen die Rückenlehnen der Sitze dünner werden, versprach Franz in der "Welt". Auf der Service an Bord steht auf dem Prüfstand, allem voran das Essen.

Laut Franz ist die Lufthansa  im Europa-Verkehr schlicht "zu teuer". Dies habe bereits zu erheblichen Marktanteilsverlusten geführt. "Ein neuer Wettbewerbsgeist wird uns gut tun", sagte Franz. Dazu gehöre zum Beispiel auch, mit mehr Flugzeugen zu niedrigeren Kosten und attraktiven Preisen Marktanteile zu verteidigen oder neue Märkte zu schaffen.

Die gesamte Luftfahrtbranche leidet unter der Wirtschaftskrise. Besonders die lukrativen Geschäftsreisenden blieben aus oder wechselten zur billigeren Konkurrenz. Die Lufthansa steuert mit einem milliardenschweren Sparprogramm dagegen, in dessen Zuge auch Stellen wegfallen. Gleichzeitig hatte sich der Konzern mit der Übernahme der Austrian Airlines (AUA) und der britischen BMI vergrößert.

Mit Germanwings unterhält die Lufthansa einen eigenen Billigflieger. Zudem lockt der heimische Branchenprimus seit drei Jahren flächendeckend mit 99-Euro-Angeboten, um die Abwanderung hin zu den Billigfliegern zu stoppen.

Erster Airbus A380 für 840 Passagiere verkauft

Airbus hat unterdessen erstmals sein Flaggschiff A380 in einer Version für 840 Passagiere verkauft. Die französische Air Austral bestellte zwei A380 für 840 Passagiere in einer einzigen Klasse für ihre stark ausgelastete Route von La Réunion nach Paris. In dieser Konfiguration sei ein "Treibstoffverbrauch von unter zwei Litern pro Passagier und 100 Kilometer zu erwarten", teilte die EADS-Tochter Airbus am Dienstag mit. Air Austral hat ihren Sitz im französischen Übersee-Département La Réunion im Indischen Ozean.

Airbus bietet die A380 mit einer Reichweite von 15.200 Kilometern standardmäßig mit einer Kapazität für 525 Passagiere in drei Klassen an. Ursprünglich hatte der Standard bei 555 Passagieren gelegen, doch die ersten Kunden hatten mehr Wert auf Luxus und Geräumigkeit gelegt.

Seit der Erstauslieferung vor zwei Jahren haben mehr als drei Millionen Passagiere das Großflugzeug genutzt. Derzeit sind 20 A380 bei vier Kunden auf 13 Routen im Einsatz. Insgesamt wurden 202 Maschinen von 17 Kunden bestellt. Das Hochfahren der Fertigung bereitet Airbus aber erheblich mehr Schwierigkeiten als erwartet.

manager-magazin.de mit Material von dpa-afx