Sonntag, 21. Juli 2019

Vietnam Die Bucht der 3000 Inseln

2. Teil: Meer aus rund 3000 Inseln

Meer aus rund 3000 Inseln

Der dunkelgraue Kalkstein und die grünen Hänge sehen von nahem noch gewaltiger aus. Der Felstunnel, der in die kleine Bucht führt, ist kaum zehn Meter breit und etwa ebenso lang. Eingehüllt von der Stille lassen sich die Paddler in die Bucht treiben. Nur vereinzelt fliegt ein Greifvogel in das windgeschützte Refugium.

Leben auf dem Wasser: Die Bewohner der Halong-Bucht erledigen fast alles per Boot
Kaum eine der rund 3000 Inseln in der Halong-Bucht ist für Menschen bewohnbar - zu steil sind ihre Küsten, zu karg der Boden. Damit die Fischer nicht Dutzende Kilometer vom Festland bis zur Bucht fahren müssen, blieben sie irgendwann einfach auf dem Meer.

Noch überleben die Fischer mit ihren selbst genähten Netzen und kleinen Holzbooten. Doch die Konkurrenz vom nördlichen Nachbarn China rückt näher. Dort fahren bereits zehnmal so große Fischerboote aufs Meer.

Doch noch verströmt die Halong-Bucht den Charme vergangener Jahrhunderte. Umgeben von den Felsen, die wie unfertige Skulpturen aus dem Meer herausragen, trinken die zurückgekehrten Kajak-Fahrer mit dem Rest der 16-köpfigen Reisegruppe auf dem Sonnendeck der Dschunke ein Bier und erzählen von ihrem Ausflug.

"Vietnam ist so entspannt und locker"

Mehr als vier Millionen ausländische Touristen kamen nach Angaben der staatlichen Tourismusbehörde im vergangenen Jahr nach Vietnam.Zusammen mit den Besuchern aus dem eigenen Land zählte die Halong-Bucht allein im ersten Halbjahr 2007 mehr als zwei Millionen Touristen. Rund 90 Prozent der internationalen Vietnam-Reisenden machen einen Stopp in der Halong-Bucht, sagt Reiseführer Thoc.

Auch die insgesamt 16 Touristen auf dem Bootsdeck sind sich sicher, solch eine beeindruckende Szenerie noch nicht gesehen zu haben. Einige von ihnen sind weit gereist. Neben Rucksack-Touristen und Pauschalurlaubern sind auch Weltreisende dabei.

"Vietnam ist so entspannt und locker. Hier ist es noch so ursprünglich", sagt die US-Amerikanerin Tiffany. "Es ist einfach wunderschön, schau mal, wie die Sonne zwischen den Felsen untergeht", schwärmt Daniel aus Dänemark.

Und während die Sonne nun tatsächlich den Horizont erreicht, die Kajaks sicher verstaut auf dem Unterdeck trocknen und der Kapitän für die Nacht den Anker auswirft, freuen sich die Reisenden bereits auf den nächsten Tag in der Bucht.

Vivien Leue, dpa

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