Cebit-Ausreißer Hannover und die Tropen

Es müssen nicht immer nur Notebooks, Handys oder die neuste Software sein, die Besucher nach Hannover locken. Abseits der Cebit bietet die niedersächsische Landeshauptstadt zahlreiche lohnende Sehenswürdigkeiten.

Hannover - Weltweit bekannt ist Hannover als Messestadt - auch dank der Cebit. Hunderttausende von Besuchern zieht es dann in die niedersächsische Landeshauptstadt. Das wird in diesem Jahr vom 15. bis 21. März nicht anders sein. Viele von ihnen fahren morgens aufs Messegelände und abends zurück ins Hotel. Dabei hat Hannover noch einiges mehr zu bieten als nur die Neuheiten der Computer- und IT-Branche. Zwischendurch kann ein kultureller Abstecher auch ganz erholsam sein - sechs Vorschläge für das Kontrastprogramm:

Abstecher in die Tropen: Passend zum Messestart eröffnet nur wenige Tage vor der Cebit an diesem Wochenende ein neues Aquarium. Im Regenwaldhaus ist das Sea-Life untergebraucht und dort tummeln sich in dem neuen Becken rund 5000 Meerestiere verschiedenster Größen und Arten. Hauptattraktion ist sicherlich der Glastunnel unter dem 320.000 Liter umfassenden Becken.

Max und Moritz: Im Wilhelm-Busch-Museum im Georgengarten (zehn Minuten mit der S-Bahn ab Haltestelle Kröpcke) eröffnet kurz vor der Cebit die Doppelausstellung "Pessimist mit Schmetterling. Wilhelm Busch - Maler, Zeichner, Dichter und Denker". Anlass ist der 175. Geburtstag des in der Nähe von Hannover geborenen Künstlers. Bis zum 3. Juni werden unter dem Titel "So viel Busch wie nie" rund 250 Ölgemälde und 150 Zeichnungen "nach der Natur" gezeigt. Zum anderen widmet sich bis zum 18. November die Ausstellung "Wilhelm Busch Avantgardist aus Wiedensahl" seinen Handschriften, Gedichten, Aphorismen und späten Gemälden.

Hannoveraner Rhythmus für die Nacht

Klassiker und Modernes: Das Sprengel Museum, Hannovers erste Adresse für moderne Kunst, zeigt in der Dauerausstellung Werke der klassischen Moderne. Während der Cebit gibt es eine Ausstellung mit Fotografien des in Düsseldorf lebenden Künstlers Thomas Ruff. Dazu zählen Arbeiten aus den Serien "Porträts", "Plakate" und "Nudes". Außerdem wird eine Retrospektive des Malers Emil Schumacher gezeigt, einem Vertreter der Art Informel. Die Ausstellung "Der Erde näher als den Sternen" vereint 90 Bilder aus dem gegenständlichen Frühwerk ebenso wie aus der Phase des freien Malens in den neunziger Jahren.

Abendgesellschaft: Auch abends gibt es Alternativen zur Minibar im Hotel - und den zahlreichen Altstadtkneipen. Hannovers Kulturlandschaft ist breit gefächert: Im traditionsreichen Varieté Gop in der Georgstraße unweit des Hauptbahnhofs läuft während der Cebit "Die Shneedls Show": ein Programm mit Artistik und Comedy, Zauberkunst und Handstandakrobatik.

Wer es eher klassisch mag - die Oper liegt gleich schräg gegenüber und hat ebenfalls ein volles Programm: Dazu zählt das Musical "Anatevka" (15. März) ebenso wie Richard Wagners Oper "Tannhäuser" (16. März), Sergej Prokofjews Ballett "Romeo und Julia" (17., 19. und 21. März) oder Mozarts "Entführung aus dem Serail" (18. März).

Etwas abseitiger ist das Angebot zum Cebit-Auftakt: Da gibt es am 15. März in der Oper unter dem Titel "Karaoke Dreaming" einen "koreanischen Kaotenabend". Drei koreanische Sänger des Ensembles präsentieren dann Schlager aus dem Land in Asien. Wem das nicht geheuer und eher nach Theater ist: Im Schauspielhaus ist am 17. März Premiere von Heinrich von Kleists Drama "Das Kätchen von Heilbronn" - unter anderem mit der Star-Schauspielerin Fritzi Haberlandt.

Andreas Heimann, dpa

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