Galápagos Mit Mini-Drachen auf Du und Du

Die Natur auf den Galápagos-Inseln gilt als einzigartig. Auf dem Eiland Bartolomé kommen Besucher seltenen Tieren besonders nah. Seelöwen und Mini-Drachen dösen in der Sonne, Pinguine watscheln am Steilufer entlang und wer nicht aufpasst, stolpert über eine Robbe.

Hamburg - Wogendes, dunkles Wasser ringsherum, sogar der Himmel scheint in Bewegung zu sein. Hartnäckig kämpfen sich einige Sonnenstrahlen durch die bleigrauen Wolken über dem Pazifik. Jeder Zweite an Bord des Ausflugsbootes hat bereits Pillen gegen Seekrankheit geschluckt. Die raue See macht allen zu schaffen. Nach zwei Stunden Auf und Ab erreicht das Boot endlich einen improvisierten Anleger auf der kleinen Galápagos-Insel Bartolomé. Die Touristen staksen an Land - und vergessen angesichts der dösenden und grunzenden Seelöwen mitten auf dem Weg ganz schnell ihre Übelkeit.

Die Ergebnisse der letzten Landtagswahlen im Überblick (gültige Stimmen in Prozent) *

    Wahl-betei-ligung CDU CSU** SPD FDP GRÜ PDS Sonst. Regierung nach der Wahl
Nordrhein-
Westfalen
14.05.00 56,7 37,0 42,8 9,8 7,1 - 3,3 SPD/GRÜ
Schleswig-
Holstein
27.02.00 69,5 35,2 43,1 7,6 6,2 - 7,9 SPD/GRÜ
Berlin 10.10.99 65,5 40,8 22,4 2,2 9,9 17,7 7 CDU/SPD
Sachsen 19.09.99 61,1 56,9 10,7 1,1 2,6 22,2 6,5 CDU
Thüringen 12.09.99 59,9 51,0 18,5 1,1 1,9 21,3 6,1 CDU
Brandenburg 05.09.99 54,3 26,5 39,3 1,9 1,9 23,3 7 SPD-Koalition
Saarland 05.09.99 68,7 45,5 44,4 2,6 3,2 - 4,3 CDU
Bremen 06.06.99 60,1 37,1 42,6 2,5 8,9 2,9 6,0 SPD/CDU
Hessen 07.02.99 66,4 43,4 39,4 5,1 7,2 - 4,9 CDU/FDP
Mecklenburg-
Vorpommern
27.09.98 79,4 30,2 34,3 1,6 2,7 24,4 6,8 SPD/PDS
Bayern 13.09.98 69,8 52,9 28,7 1,7 5,7 - 11,0 CSU
Sachsen-
Anhalt
26.04.98 71,5 22,0 35,9 4,2 3,2 19,6 15,0 SPD (PDS-toleriert)
Niedersachsen 01.03.98 73,8 35,9 47,9 4,86 7,0 - 4,3 SPD
Hamburg 21.09.97 68,7 30,7 36,2 3,5 13,9 0,7 15,0 SPD/GRÜ
Baden-
Württemberg
24.03.96 67,6 41,3 25,1 9,6 12,1 - 11,9 CDU/FDP
Rheinland-
Pfalz
24.03.96 70,8 38,7 39,8 8,9 6,9 - 5,7 SPD/FDP
*) Nur eine Stimme in Baden-Württemberg, Bremen, Hamburg, NRW, Saarland, Schleswig-Holstein; in Bayern: Gesamtstimmen = Addition von Erst- und Zweitstimmen; übrige Länder: Zweitstimmen **) CSU nur in Bayern
Blick vom Gipfel des kleinen Eilandes Bartolomé auf den großen Nachbarn Santiago: Der Galápagos-Archipel besteht aus 30 Inseln

Blick vom Gipfel des kleinen Eilandes Bartolomé auf den großen Nachbarn Santiago: Der Galápagos-Archipel besteht aus 30 Inseln

Foto: GMS
Kaum Angst vor Menschen: Viele wilde Tiere auf den Galápagos-Inseln fliehen nicht, wenn zweibeinige Besucher in ihre Nähe kommen

Kaum Angst vor Menschen: Viele wilde Tiere auf den Galápagos-Inseln fliehen nicht, wenn zweibeinige Besucher in ihre Nähe kommen

Foto: GMS
Immer schön in der Spur bleiben: Wer sich beim Besuch nicht an die Markierungen hält, wird vom Ranger sofort auf den rechten Weg geholt

Immer schön in der Spur bleiben: Wer sich beim Besuch nicht an die Markierungen hält, wird vom Ranger sofort auf den rechten Weg geholt

Foto: GMS

Die Tiere denken gar nicht daran, den Fremden Platz zu machen. Neben den Seelöwen hocken Meeresechsen fast schon starrsinnig auf dem dunklen Basalt. Die Mini-Drachen lassen sich die Äquatorsonne auf ihre Stachelhaut brennen. Ein Trupp Pelikane zieht im Formationsflug vorüber, zwei kleine Galápagos-Pinguine watscheln aufgeregt am Steilufer entlang. Als sich ein Tourist gefährlich mit der Kamera nähert, bekommen sie Fracksausen und stürzen sich ins Wasser.

Dass die meisten Tiere auf den Galápagos-Inseln keine Scheu vor Menschen haben, liegt am Mangel an natürlichen Feinden. Die Zutraulichkeit der Fauna zieht viele Besucher in ihren Bann. Doch die stetig steigende Gästezahl belastet die Inseln auch. Kamen Anfang der achtziger Jahre erst etwa 10.000 Besucher jährlich, so sind es heute mehr als 100.000. Die Gäste auf den Schiffen und in den Hotels wollen versorgt werden, verbrauchen viel Energie und erzeugen viel Abfall. Der boomende Tourismus und der vergleichsweise hohe Lebensstandard üben zudem eine Sogwirkung auf viele Festland-Ecuadorianer aus. Fünf Galápagos-Inseln sind inzwischen bewohnt, im größten Ort Puerto Ayora auf der Hauptinsel Santa Cruz leben mehr als 10.000 Menschen.

Hotelschiff oder Yacht?

Rund 90 Hotelschiffe besitzen die begehrte staatliche Lizenz, um von Santa Cruz oder San Cristóbal aus zwischen den 13 größeren und 17 kleineren Inseln hin- und herschippern zu dürfen. Meist handelt es sich um komfortable Boote, die Platz für maximal 17 Passagiere haben. Nur wenige Schiffe sind so groß, dass auf ihnen mehr als 50 Gäste Platz finden. Insgesamt stehen auf den schwimmenden Unterkünften nach Angaben der Tourismusbehörde 1100 Betten zur Verfügung. Viele der Boote sind trotz saftiger Preise lange im Voraus ausgebucht. Selbst in den Schlechtwettermonaten von August bis Oktober scheuen europäische und amerikanische Touristen weder hohen Seegang noch Nieselregen, um vor Bartolomé, Santa Fé oder Floreana zu kreuzen.

Da die Regierung die Zahl der Hotelschiffe reguliert, entstanden auf Santa Cruz als Alternative mehrere Vier-Sterne-Hotels, von denen aus die Gäste mit kleinen Yachten zu Tagestouren starten. Diese Art des Reisens hat für manchen Gast durchaus Vorteile: Man schluckt deutlich weniger Pillen gegen Seekrankheit und wohnt in einem Zimmer an Land statt in einer stickigen, engen Schiffskabine.

Rucksacktouristen finden in Puerto Ayora auch preiswerte Hotels. Insgesamt gibt es 1200 Hotelbetten auf Galápagos, zwei Drittel davon auf Santa Cruz. Tages- und Mehrtagesausflüge lassen sich individuell und vergleichsweise günstig bei den kleinen Reisebüros im Ort buchen. Für Billigurlaub taugen die Galápagos-Inseln aber auf keinen Fall. Allein der Flug vom Festland auf die Inseln und zurück kostet rund umgerechnet rund 270 Euro. Kaum gelandet, wird der Reisende erneut zur Kasse gebeten: Wer den Archipel betreten will, muss rund 80 Euro als Eintritt für den Nationalpark Galápagos zahlen.

Pflücken verboten!

Alle kleinen Inseln, etwa das Fregattvogel-Paradies Seymour, werden von Biologen der Charles-Darwin-Station regelmäßig kontrolliert. Mit einem ausgeklügelten System von Absprachen und Vorgaben werden die Besucherströme und Hotelschiffe so gelenkt, dass Orte mit sensiblen Arten zwischendurch auch Ruhephasen haben. Einige kleine Inseln sind für Touristen ganz gesperrt, dort dürfen nur Wissenschaftler an Land.

Ob Kreuzfahrt oder Tagestrip - ohne Nationalpark-Ranger betritt kein Tourist eine der geschützten Inseln. Die Führer erklären nicht nur die Tier- und Pflanzenwelt, sondern wachen mit Argusaugen darüber, dass sich die Besucher an die strengen Regeln halten. Nichts darf aufgesammelt, gepflückt oder mitgenommen werden. Freies Herumgehen ist verboten. Kurze Holzpflöcke, im Abstand von etwa zwei Metern in den Boden gerammt, markieren die erlaubten Wege. Wer versucht, sich außerhalb dieser Grenzen zu bewegen, wird sofort zurückgepfiffen.

Georg Alexander, gms

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