Wellness in Tirol Heubad in Höhenluft

Ob am Achensee oder im Zillertal, auch in Tirol ist Wellness angesagt. In der Nähe von Gletschern und Berggipfeln finden sich lohnende Adressen für heilende Bäder, Feng Shui und andere Wohlfühlangebote.

Achenkirch/Kössen - In den Gassen ist es schummerig, überall leuchten Kerzen. Alte Straßenlaternen geben ein fades Licht, an den Fenstern hängen gehäkelte Gardinen. Blumenkübel schmücken den Weg, und hinter einem Vorsprung steht eine leuchtend gelbe Postkutsche.

Was wie eine Idylle aus dem 19. Jahrhundert wirkt, ist der Verbindungsgang zwischen den verschiedenen Häusern und Anlagen des "Posthotels" in Achenkirch am Achensee. Das Haus gehört zu den vielen Hotels in Tirol, die deutlich machen, wie wichtig Wellness inzwischen für den Tourismus in dem österreichischen Bundesland ist.

Das "Wohlfühl-Hotel", wie Inhaber Karl Reiter sein "Posthotel" nennt, hat eine lange Tradition. Der Überlieferung nach gab es bereits im 15. Jahrhundert ein Gasthaus bei der Kirche am Nordende des Achensees. 1881 stieg Kaiser Franz Joseph hier ab und ließ sich Brennsuppe mit Schnitzel servieren.

"Ambiente, Umsorgtsein, Menschlichkeit"

1975 übernahmen dann Reiter und seine Frau Karin das Hotel von den Eltern und machten aus dem "Gasthof zur Post" ein Hotel, das heute zu den größten Tirols zählt. Österreichischer Hotelier des Jahres ist der Chef bereits mehrfach geworden, der Hotelierverband zeichnete das "Posthotel" als "Wellnesshotel 2005" aus.

Für Karl Reiter ist Wellness mehr als nur eine Anhäufung schicker Trends und teuren Mobiliars: "Nicht die Ansammlung verschiedener Wellness-Einrichtungen vermittelt dem Gast das gesuchte "Wohlsein", sondern die Verbindung von Ambiente, Umsorgtsein und Menschlichkeit", lautet seine Philosophie.

Die Bade- und Saunalandschaft umfasst mehr als 2000 Quadratmeter, noch mal rund 1000 Quadratmeter hat das "Atrium Spa". Bewegung steht im Wellness-Programm ganz oben: mit Geräten oder ohne, mit Schlägern, Stöcken und anderen Hilfsmitteln. Pferdefreunden bietet Reiter noch ein besonderes Schmankerl auf dem Hotelgelände: Er betreibt die größte private Lipizzanerzucht Europas.

Kräuterbad auf dem Hochplateau

Kräuterbad und Steinöltherapie

Die zahlreichen Wellness-Welten Tirols arbeiten mit einer Mischung von Therapie- und Schönheitsangeboten aus verschiedensten Kulturkreisen. Sie leben aber nicht zuletzt auch von dem Angebot, das die heimische Bergwelt bereithält: Geboten werden Kräuterbäder und -aufgüsse, Kräuterstempel, Heubäder, Steinöltherapie und Behandlungen mit Kräutern, die nach bestimmten alten Riten gepflückt werden.

Ruhe inklusive: Das "Sporthotel Stock" im Zillertal bietet eine der größten "Vital-Landschaften" Tirols

Ruhe inklusive: Das "Sporthotel Stock" im Zillertal bietet eine der größten "Vital-Landschaften" Tirols

Foto: GMS
Rustikales Ambiente: Zu den Wellness-Angeboten der Therme Aqua Dome im Tiroler Ötztal gehört auch diese "Loftsauna"

Rustikales Ambiente: Zu den Wellness-Angeboten der Therme Aqua Dome im Tiroler Ötztal gehört auch diese "Loftsauna"

Foto: GMS
Eintauchen in die Natur: Am Achensee können die Berge in vollen Zügen genossen werden

Eintauchen in die Natur: Am Achensee können die Berge in vollen Zügen genossen werden

Foto: GMS


Wohlsein: Ruhe und Entspannung in Tirol
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Ein Haus, das asiatische ebenso wie alpine Wohlfühlangebote in seiner Spa-Landschaft anbietet, ist die "Wellness-Residenz Schalber" im Bergdorf Serfaus unweit der Schweizer Grenze. Bekannt ist der Ort vor allem durch seine U-Bahn - neben Wien der einzigen, die es in Österreich gibt. Sie bringt im Winter die Skifahrer und Snowboarder unterirdisch in das besonders bei Familien beliebte Skigebiet. Im Sommer ist es stiller auf dem Hochplateau, 1400 Meter über dem Inn.

Im "Schalber" ruht die Wellness-Philosophie rund ums Jahr auf fünf Säulen: Schönheit, Entspannung, Vitalität, Lebensfreude und Genuss. Ganzheitlich ist der Ansatz, die Behandlungen kommen aus dem Alpenraum ebenso wie aus Ägypten, Indien, China, Japan und Amerika. Das Ambiente römischer Bäder, ein Mystikraum von asiatischer Strenge, ein harmonischer Feng-Shui-Garten: für jeden Geschmack gibt es etwas.

Wasser auf die Mühlen

Wer sich der Lehre des Feng Shui verschrieben hat, findet im "Wellnesshotel Bergland" inmitten des Tuxer Tals und im "Vitalhotel Vier Jahreszeiten" im Pitztal Gelegenheit, es sich ausschließlich nach dieser fernöstlichen Lehre gut gehen zu lassen. Und noch ein weiteres Wellnesshotel der Spitzenklasse umsorgt im Zillertal seine Gäste: Das "Sporthotel Stock" am Hintertuxer Gletscher wartet mit rund 4000 Quadratmetern Vitallandschaft auf.

Orientalisch mit spanischen Einschlägen ist das Wohlfühlreich des "Peternhofs" in Kössen ausgefallen. Nach eigenen Skizzen ließ Hotelchef Christian Mühlberger die maurisch-osmanische Badewelt "Bano Real" bauen. Sie ist ein krasser Gegensatz zu der umliegenden Bergwelt, dem Wilden Kaiser und der Winklmoosalm.

Wer zum Wohlfühlen ausschließlich Wasser braucht, ist im Aqua Dome in Längenfeld bestens aufgehoben. Unweit des Skigebiets von Sölden im Ötztal ist auf rund 50 000 Quadratmetern ein modernes Hotel mit einer riesigen Thermenlandschaft gebaut worden. Es gibt zwei Schwimm- und ein Aktivbecken drinnen, zwei Flussbecken und drei Sole-Schalenbecken draußen. Dazu ein wahres Sauna-Dorf mit den unterschiedlichsten Schwitzhütten, ein Fitness- und ein Schönheits-Center. Auch hier wird deutlich: Wellness-Angebote sind für Tirol inzwischen ein wichtiger Ansatz, um Urlauber für einen Aufenthalt in der Bergwelt zu gewinnen.

Verena Wolff, dpa

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