Fünf-Sterne-Hotels Vom Bade-Butler bis zu Picasso

Berliner Luxushotels werben momentan mit ungewöhnlichen Offerten um ihre Gäste. Während das Ritz-Carlton mit nächtlichen Partys im Wellness-Bereich lockt, setzt das Adlon auf Kunst und bietet eine geführte Tour durch die Galerien der Hauptstadt an.

Berlin - Die Berliner Luxushotels locken ihre Gäste mit immer ungewöhnlicheren Arrangements. Schließlich ist Berlin besonders gut ausgestattet mit Fünf-Sterne-Herbergen, so dass die Touristen die Wahl haben. Bis zum Jahresende kann die Hauptstadt sogar mit 21 Luxusherbergen aufwarten (am 1. November eröffnet das "Hotel Concorde Berlin" am Ku'Damm seine Pforten).

Besonders attraktive Offerten können da schon den Ausschlag für dieses oder jenes Haus geben. In Berlin könnten Touristen derzeit so günstig in Luxushotels nächtigen wie in keiner anderen Stadt, sagt Hans Eilers, Vize-Präsident des Hotel- und Gaststättenverbandes. In europäischen Top-Städten wie Paris, Rom und London sei das Übernachten in Fünf-Sterne-Hotels durchschnittlich doppelt so teuer wie in der deutschen Hauptstadt.

Zumeist sind die "Lock-Angebote" mit Highlights der Stadt und Kunstgenüssen verbunden. Das Spektrum reicht vom Shopping mit exklusiver Führung durch das Nobelkaufhaus KaDeWe bis zum Opern- und Theater-Arrangement. Das Grand Hyatt am Potsdamer Platz habe beispielsweise das Musical "Mamma Mia" in sein Special mit zwei Übernachtungen integriert, sagt Hotel-Sprecherin Kerstin Riedel.

Zudem wird ein Gallery Hopping angeboten. Dabei begleitet ein Kunsthistoriker die Gäste durch die hippe Galerienszene in Berlin-Mitte. Diese Offerte ordern der Sprecherin zufolge vor allem Amerikaner.

Ein "Picasso-Paket" bieten sowohl das InterContinental in der Budapester Straße als auch das Hotel Adlon am Pariser Platz. Letzteres serviert nach der exklusiven Führung durch die Schau noch ein Drei-Gang-Menü nach Rezepten des Malers, der gern regionale Speisen in Cafes und auch in seiner eigenen Küche probierte. In der Literatur sei der Koch auf kulinarische Vorlieben Picassos gestoßen, sagt Adlon-Sprecherin Sabine Kalkmann. So können sich die Gäste nach dem Kunstgenuss ein Süppchen von der Wachtel, Loup de Mer mit mediterranem Gemüse und Zitronenmelisseneis auf der Zunge zergehen lassen.

Mondscheinserenade und "Bade-Butler"

Mondscheinserenade und "Bade-Butler"

Auf die Spuren jüdischen Lebens in Berlin begeben sich Adlon-Besucher das ganze Jahr. Neben Führungen durch das Jüdische Museum, erwartet die Gäste ein Besuch der Synagoge in der Oranienburger Straße in Mitte sowie eines jüdischen Friedhofes. Zum Abschluss kehren sie in eines der koscheren Restaurants in Berlin-Mitte ein. Besonders an den Wochenenden werden der Sprecherin zufolge spezielle Packages gut gebucht.

Diese Erfahrung hat auch das Ritz-Carlton am Potsdamer Platz gemacht. Unter anderem könne man ab sofort am und im Pool im Wellness-Bereich in den Nachtstunden feiern, kündigt Hotel-Sprecherin Regine Gädecken an. Auf Wunsch wird die Fete am Poolrand von Piano-, Saxophon- oder Geigenklängen begleitet. Der Gast kann aus verschiedenen Arrangements auswählen.

Die "Mondscheinserenade" erklingt für ein Paar, das bei Kerzenschein und umgeben von Rosenblüten im Whirlpool entspannen will. Dazu werden Champagner und frische Erdbeeren gereicht. Unter dem Titel "Aqua Movie Theater" kann vom wohlig-warmen Pool aus Kino auf einer Leinwand verfolgt werden.

Stilvolles Baden hat in Ritz-Carlton-Hotels bereits Tradition. Die Wannen sind übergroß, so dass sich der spezielle Service richtig entfalten kann: Ein Bade-Butler "inszeniert die flüchtigen Schäume in verschiedenen Bademenüs", verspricht die Managerin. Für den Gentleman wird ein entspannendes Bad mit erdigen Noten von Holz und Wald empfohlen. Dazu Käse-Canapées, Cognac und Zigarre. Der gestresste Geschäftsreisende sollte das Menü "Bleiben Sie mobil" wählen. Zu dem mit Zitrusduft angereicherten Bad wird frisch gepresster Orangensaft serviert.

Marion Schierz,DDP

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