Malediven Edelsteine im Ozean

Der Inselforscher Thor Heyerdahl nannte die Malediven emphatisch eine Auslage grüner Jadehalsbänder mit dazwischen gestreuten Smaragden. Auch für Taucher ist die prächtige Unterwasserwelt immer eine Reise wert. Die malerischen Koralleninseln locken indes auch jede Menge Staatschefs und Könige an.

Male - Zugegeben, der Weg ins Paradies ist beschwerlich. Doch wenn nach zehn Stunden Flug die Inseln und Atolle der Malediven im Indischen Ozean auftauchen, entschädigt das für alle Strapazen: Aus der Luft sehen sie aus wie eine Auslage grüner Jadehalsbänder mit dazwischen gestreuten Smaragden auf blauem Samt, schwärmte schon der norwegische Insel-Forscher Thor Heyerdahl von den malerischen Koralleninseln.

Rund 600.000 Touristen sollen im vergangenen Jahr in die tropische Welt der über 1000 grünen Palmeninseln, gesäumt von weißen Sandstränden und türkisblauen Lagunen, eingetaucht sein. Unter Tauchern und Schnorchlern gilt die farbenprächtige Unterwasserwelt der Korallenriffe schon lange als erste Adresse. Zunehmend werden die Inseln aber auch von Romantikern und Träumern entdeckt, die einfach nur erholsame Abgeschiedenheit suchen.

Doch seit der großen Flut im Dezember vergangenen Jahres bleiben viele Betten auf den Hotelinseln leer. Das ist für die 300.000 Malediver fast noch verheerender als der Tsunami selbst, denn die meisten hier leben vom Tourismus.

Die Gästeflaute ärgert die Hotelmanager umso mehr, als die Inselkette im Vergleich zu Thailand, Indonesien oder Sri Lanka recht glimpflich davongekommen ist: Nach Angaben des Fremdenverkehrsamtes in der Hauptstadt Male mussten "nur" 21 der knapp 90 Hotelinseln wegen Flutschäden geschlossen werden.

Viele davon sind inzwischen wieder geöffnet, so dass der Urlauber weiterhin die Qual der Inselwahl hat.

Korallen verhinderten eine Flutwelle

Korallen verhinderten eine Flutwelle

"Offenbar haben die Korallenriffe verhindert, dass sich hier eine Flutwelle aufbaut", berichtet Manuela Schwingshackl, Managerin des Universalresorts Baros Maldives im Nord-Male-Atoll. "Das Wasser stieg ganz langsam an, etwa hüfthoch, und ging dann ebenso langsam wieder zurück", erinnert sich die Südtirolerin, die seit mehreren Jahren auf den Malediven lebt und arbeitet. "Ihre" Insel ist tatsächlich derzeit geschlossen.

Dort wird fleißig gehämmert und gewerkelt. Alle Bungalows auf dem üppig bewachsenen nur 300 mal 400 Meter großen Eiland wurden abgerissen. Das habe aber nur mittelbar etwas mit der Flut zu tun, erläutert die Managerin. Die Insel gehörte zu den ersten, die Anfang der 70er Jahre für den Tourismus erschlossen wurden. Sie sollte ohnehin generalüberholt werden.

Mitte Dezember wird der Urlaubsort wieder öffnen, versichert Schwingshackl. "Schöner und luxuriöser denn je", schwärmt sie. Dann sollen Wasserbungalows mit verglaster Front zum Meer hin, Strandbungalows und Deluxe-Villen sowie ein Restaurant mitten auf dem Wasser wieder zum Traumurlaub einladen.

Bis dahin betreut Schwingshackl das Resort auf Full Moon, nicht weit entfernt von Baros. Auch diese Insel trägt einen eher familiären Charakter. "Viele Gäste sind nicht zum ersten Mal hier. Man kennt sich", erzählt die Managerin.

Die 4,5-Sterne-Bungalows sind nach dem Vorbild historischer Kolonialhäuser gebaut und in modernem asiatischen Design gehalten. Von den mit duftenden Hibiskusbüschen umsäumten Strandcottages aus kann der Blick ungehindert über das Meer schweifen.

Traditionelle Reetdächer, gewölbte Decken und die edle Inneneinrichtung aus Holz und Naturmaterialien schaffen eine gemütliche Atmosphäre. Die großzügigen, bepflanzten Badezimmer öffnen sich nach außen und laden zur Regenwasserdusche unterm Sternenhimmel ein.

Wo Staatschefs und Könige entspannen

Wo Staatschefs und Könige entspannen

Dennoch, auch diese Insel ist noch vom Tsunami gezeichnet. Die Wassermassen hatten den Stelzenbungalows förmlich die Beine weggehauen. Weil die Standsicherheit nicht mehr gegeben war, wurden sie vorsichtshalber abgerissen. Von der Baustelle an der Lagune bemerken die Gäste in den Strandbungalows aber kaum etwas. Die 52 neuen Wasserbungalows sollen schon im November bezugsfertig sein.

Andere Inseln wie Kurumba, nur vier Kilometer nördlich von Male gelegen, oder Kuramathi im weiter entfernten Rashdoo-Atoll sind vom Tsunami so gut wie verschont geblieben. Kurumba präsentiert sich mehr denn je als eine der exklusivsten Adressen auf den Malediven.

Dort entspannen auch schon mal Staatschefs und königliche Hoheiten bei Aromatherapie, Yoga, Segeln und anderen Freizeitvergnügungen. Sieben Restaurants servieren internationale Spezialitäten, aber auch traditionelle Fischgerichte der Malediven.

Kuramathi gehört mit einer Länge von 2,5 Kilometern zu den größten Hotelinseln auf den Malediven. Dicht mit Kokospalmen und mächtigen Banyanbäumen bewachsen, fühlen sich hier Flughunde, Fischreiher und farbenprächtige Schönechsen wohl. Die korallenreiche Umgebung zählt zu den besten Tauchgründen des Inselreiches.

Im Spa-Resort entschweben Verliebte bei "Adam und Eva"-Massagen und bei Champagner im betörend duftenden Frangipani-Bad in den siebten Himmel, während andere weltentrückt den traumhaften Sonnenuntergang auf der Sandbank beobachten.

Es sind noch Plätze frei im Paradies. Die Malediven locken zwar nicht gerade mit Sonderangeboten zum Billigtarif, aber es lohnt sich dennoch, die Preise zu vergleichen. Ein Blick in die Kataloge verrät, dass die Differenzen durchaus erheblich sein können.

Iris Hansch, DDP

Mehr lesen über

Die Wiedergabe wurde unterbrochen.