Luxus-Terminal Fliegst du schon, oder wartest du noch?

First-Class-Kunden der Lufthansa werden in Frankfurt jetzt besonders umgarnt: Am neuen Luxus-Terminal betreuen den gestressten Vielflieger persönliche Assistenten, Gourmetköche brutzeln edle Speisen - und zum Flieger geht es per Porsche.

Frankfurt - Die Warteschlangen am Flugschalter gehören der Vergangenheit an. Und kein Passagier muss mehr durch Gangways zu seinem Flieger hetzten. Stattdessen kümmern sich Mitarbeiter ganz individuell um jeden Fluggast und ein Chauffeur bringt den Passagier mit einer Luxuslimousine direkt zum Flieger.

So schaut's von außen aus: Neues Lufthansa-Terminal

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Grenzbarriere: Nur First-Class-Kunden dürfen rein

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Foto: DDP
Test durch den Chef persönlich: Wolfgang Mayrhuber macht die Probe aufs Exempel

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Was Gourmetköche so können: Speisen auf dem Tablett

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Fliegen oder bleiben? Schwierige Entscheidung am Luxus-Terminal

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Foto: DPA
Die Office Unit: Arbeiten, ohne dass einem jeder über die Schulter schauen kann

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Club Area:Relaxing pur

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Wining & Dining-Bereich: Bei einem Schoppen neue Pläne entwickeln

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Frisch machen: Im Badbereich

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Lufthansa-First-Class-Terminal in Frankfurt
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So soll der Service aussehen, den die Lufthansa  künftig in Frankfurt bietet - allerdings nur für Gäste, die entweder ein First-Class-Ticket gekauft haben oder einige hunderttausend Meilen pro Jahr mit Lufthansa oder ihren Partnergesellschaften in der Star Alliance unterwegs sind. Das Unternehmen plant auch an seinem zweiten Flughafendrehkreuz München einen separaten Terminal für Topkunden.

Einem Ambiente eines Nobelhotels soll das vom 1. Dezember an geöffnete Topkunden-Terminal ähneln und nicht an eine schnöde Abflughalle erinnern. Die Kontrolle von Pässen und Tickets erfolgen im Haus. Jeder Gast wird während seines Aufenthalts von einem Personal Assistent betreut, der sich bis zum Boarding um alles kümmert, was anfällt. Sitzecken mit Relax-Sesseln laden zum angenehmen Verweilen ein.

Ebenso laden großzügige Waschräume mit Dusche und Badewanne ein, Day-Beds in separaten Ruhezonen stehen zur Verfügung. Der Bar-Bereich (mit 70 Whiskey-Sorten!) und eine Cigar Lounge für Raucher dürfen natürlich auch nicht fehlen - ebenso ein à-la-carte-Restaurant, wo Köche die Speisen vor den Augen der Gäste frisch zubereiten. "Topservice für Topkunden", lautet das Motto, das Lufthansa-Vorstandsvorsitzender Wolfgang Mayrhuber ausgegeben hat. Damit will sich die größte deutsche Fluggesellschaft stärker als Premiumanbieter positionieren.

Damit nicht genug: Auch der Transfer vom Top-Terminal zum Flugzeug ist exzellent: Statt zu Fuß zu gehen oder einen stickigen Bus zu besteigen, wird der Passagier entweder per Mercedes-S-Klasse-Limousine oder Porsche Cayenne direkt zu seinem Flugzeug chauffiert.

"Das finde ich beeindruckend, weltweit ist das einzigartig", sagt Luftverkehrsanalyst Uwe Weinreich von der HypoVereinsbank. Angesichts des großen Verdrängungswettbewerbs bei normalen Flügen sei es richtig, dass die Lufthansa sich verstärkt um die Premiumkunden kümmere. Am Schluss müsse die Profitmöglichkeit über die Ausrichtung entscheiden. "Das Brot-und-Butter-Volumensegment ist aber auch nicht zu vernachlässigen", sagt Weinreich.

Bereits seit einiger Zeit umgarnt die Lufthansa verstärkt ihre finanzkräftigen Vielflieger und First-Class-Kunden. In der zuvor oft kritisierten Business Class wurden bei der Langstrecke neue Sitzliegen eingebaut. Auf der Kurzstrecke bleiben in der Business Class immer zahlreiche Sitze extra frei, damit die Passagiere mehr Platz haben. Vorzeigeprojekte wie Internet an Bord oder auch die neuen Lounges an den Flughäfen zielen ebenfalls besonders auf die anspruchsvolle Kundschaft ab.

Die Lufthansa strebt einen Anteil an First- und Business-Class-Tickets von rund 20 Prozent an, sagt Lufthansa-Vertriebssprecherin Amélie Lorenz. Bei insgesamt rund 45,4 Millionen Fluggästen 2003 bedeutet dies ein wichtiges Geschäft; schließlich kostet zum Beispiel ein First-Class-Ticket von Frankfurt nach New York und zurück 6223 Euro.

Mitarbeit: Rochus Görgen, DPA

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