Montag, 9. Dezember 2019

Hongkong Ein einziger großer Supermarkt

Die asiatische Hafenmetropole zieht immer mehr Touristen an, die aber im Durchschnitt nicht länger als drei Tage verweilen. In der Zeit werden zumeist Gourmettempel, Garküchen und Geschäfte besucht. Die Millionenstadt hat aber noch viel mehr zu bieten.

Hongkong - Bunt, quirlig und kitschig ist Hongkong, aber auch liebenswert. "Das Tempo dieser Stadt fasziniert mich", sagt Matthias Roeke. Der gebürtige Hildesheimer hat gut reden. Als Manager des renommierten Hotels "Kowloon Shangri-La" muss er sich täglich dem Takt der geschäftigen 6,8-Millionen-Metropole anpassen. In seiner Freizeit kann er die weniger bekannten subtropischen Strände, Naturparks und einsamen Wanderwege genießen. Doch was macht ein Tourist in der Hafenstadt am südchinesischen Meer?

Das mit 51 mal 14 Metern größte chinesische Landschaftsgemaelde verläuft über 17 Etagen des Luxushotels "Island Shangri-La"
Für die einen ist Hongkong nur ein einziger großer Supermarkt. Es gibt nichts, was es nicht gibt. Weder die Halbinsel Kowloon noch Stanlay, die südlichste Ortschaft auf Hongkong Island, wo sich Badeurlaub mit Einkaufsbummel verbinden lässt, sollte man mit schmaler Brieftasche besuchen.

Die anderen lockt der Kontrast von Gourmettempeln und Garküchen. Als kulinarische Hauptstadt Asiens apostrophiert, hält Hongkong angeblich die weltweite Spitzenposition im Fastfoodverzehr. Die Wahrheit liegt wie immer ein wenig dazwischen. In Hongkong prallen Tradition und Moderne auf höchst spannende Art aufeinander. Hier mischt sich 5000 Jahre chinesische Geschichte mit dem Charme des britischen Kolonialerbes und Superlativen der Neuzeit.

Der durchschnittliche Hongkong-Besucher bleibt nicht länger als drei Tage. In der Regel sind es Geschäftsreisende und Transiturlauber. Doch zieht die Hafenstadt viele in ihren Bann. 2004 soll laut Prognosen der Touristiker die 20-Millionen-Marke überschritten werden. Es wird ein Zuwachs von 31,8 Prozent gegenüber dem Vorjahr erwartet. Die Bilanzen der ersten Monate sind viel versprechend.

"Die einzige Möglichkeit, in kurzer Zeit einen Überblick über die Metropole 'unter dem Wendekreis des Krebses' zu bekommen, ist eine Fahrt auf den Peak", empfiehlt Roeke. Seit 1885 schnauft die steile Bergschienenbahn von der Garden Road auf den Victoria-Peak, wie die Region um die 552 Meter hohe Erhebung heißt. Wenn nicht gerade dicke Nebelschwaden wabern, wird der Gipfelstürmer mit einem Prachtpanorama der Stadt belohnt.

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