Samstag, 7. Dezember 2019

Heia Safari Zwischen Zebras und Impalas

Abseits der populären südafrikanischen Nationalparks bietet der Ithala Game Reserve Safariurlaub vor atemberaubender Kulisse. Löwen sucht man hier zwar vergebens, dafür kann der Urlauber die Tiere gefahrlos aus nächster Nähe beobachten.

Louwsburg - Wenn Joseph von Nashörnern spricht, schwingt Respekt in seiner Stimme mit. "Es kann uns riechen, aber es kann uns nicht sehen, deshalb wird es nicht angreifen", sagt der Zulu und wendet trotzdem die Augen nicht von dem Spitzmaulnashorn ab, das seinerseits in Richtung des Jeeps blickt.

 Nashorn: Auf der Suche nach schmackhaften Blättern
Sabine Koell
Nashorn: Auf der Suche nach schmackhaften Blättern
"Tagsüber könnten wir nicht so nahe heranfahren", ergänzt Joseph. Er muss es wissen, denn er ist Ranger im Ithala Game Reserve, einem staatlichen Wildreservat im Norden der südafrikanischen Provinz Kwazulu Natal.

Das Nashorn hat schnell das Interesse verloren und trottet weiter auf der Suche nach schmackhaften Blättern. Joseph startet den Jeep und fährt in die entgegengesetzte Richtung in die afrikanische Nacht hinein. Ein solcher nächtlicher Game Drive, eine Wildbeobachtungsfahrt im offenen Geländewagen mit einem erfahrenen Ranger, gehört zu den Höhepunkten des Aufenthalts in Ithala. In der Dunkelheit entfaltet der Busch seinen besonderen Reiz, doch im eigenen Wagen ist die Fahrt nach Sonnenuntergang verboten.

Das relativ unbekannte Ithala Game Reserve wirbt damit, das "bestgehütete Geheimnis Kwazulu Natals" zu sein. Fester Bestandteil einer klassischen Südafrika-Rundreise ist normalerweise der Kruger-Nationalpark. Kleinere Reservate wie Ithala lassen die meisten Touristen links liegen - zu Unrecht.



 Impala: Eine der bekanntesten Antilopen Ost- und Südafrikas. Besonderes Merkmal ist das schwarze Haarbüschel am Fesselgelenk der Hinterbeine  Giraffe: Die grazilen Riesen gehören zu den größten Landtieren der Welt. Ausgewachsene Bullen erreichen eine Größe von nahezu sechs Metern bei einer Schulterhöhe von über drei Metern  Nyalas: Die Antilope gilt als sehr klug. Sie lebt im dichten Dschungel und verlässt ihn nur in der Nacht. Die Ureinwohner nannten die Nyala deswegen auch "Hexe"  Nashorn: Im Ithala Game Reserve lassen sich die grauen Giganten aus nächster Nähe beobachten
 Pavian: Die Affen leben auf dem Boden in Savannen, offenen Wäldern und Hügeln. Sie sind Allesfresser bevorzugen aber vegetarische Kost  Warzenschwein: Eine nicht ganz alltägliche Schweineart. Das wichtigste Merkmal sind drei Warzenpaare: Zwei befinden sich im Augenbereich und eines am Unterkiefer  Zebra: Die Fellzeichnung hilft den Tieren einer Herde sich zu erkennen. Diese Zeichnung ist, so ähnlich sich die Zebras auch scheinbar sind, bei jedem Exemplar unterschiedlich  Nashorn: In Afrika leben zwei Nashorn-Arten: Das Breitmaulnashorn und das Spitzmaulnashorn. Drei weitere Arten kommen in Asien vor

Auf Safari:
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Schon auf dem kurzen Weg vom Eingangstor zum komfortablen Ntshondwe Camp, das zu den besten seiner Art in allen südafrikanischen Wildreservaten zählt, begrüßen den Besucher Zebras, Impalas und Warzenschweine - eine kleine Auswahl der über 80 Säugetierarten, die das 30.000 Hektar große Schutzgebiet in Höhenlagen zwischen 400 und 1450 Metern beherbergt.

Botanische Weltreise an einem Nachmittag

Die Landschaft ist atemberaubend und abwechslungsreich: von tiefen Flusstälern über Wald, offenen Busch und Savanne bis hin zu sanften Gras bewachsenen Hügeln und schroffen hohen Felsen. Im Gegensatz zum riesigen Kruger-Park, wo es oft Stunden dauert, bis die Landschaft wechselt, kann der Besucher hier auf einer Nachmittagsrundfahrt eine kleine botanische Weltreise unternehmen.

Dieser Facettenreichtum wirkt sich natürlich auch auf die Tierwelt aus: Während ein Klippspringer sich meist im Schutz der Felsen aufhält, sind Gnus in der Grassavanne anzutreffen, und Giraffen suchen Akazien, deren Blätter sie fressen. Wer unbedingt die so genannten Big Five, die Großen Fünf, sehen will, ist in Ithala allerdings fehl am Platz.

Zwar stehen die Chancen gut, sowohl Breitmaul- als auch Spitzmaulnashörner zu Gesicht zu bekommen; Elefanten, Büffel und Leoparden zeigen sich aber äußerst selten, und Löwen gibt es hier gar nicht.

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