Luxusliner Drei Königinnen für Cunard

Die Queen Elizabeth 2 ist eine Legende. Nun folgt ihr mit der Queen Mary 2 das größte Passagierschiff, das je gebaut wurde, auf der Atlantikroute. Die Queen Victoria wird 2005 das royale Trio komplettieren. Erstmals werden dann drei Queens unter Cunard-Flagge über die Weltmeere kreuzen.

Hamburg - Mitte kommenden Jahres endet im englischen Southampton eine Ära. Wenn die Queen Elizabeth 2, kurz QE2 genannt, einläuft wird sie zum vorerst letzten Mal den regelmäßigen Transatlantikdienst absolviert haben. Seit Ende der sechziger Jahre fährt der Luxusliner im Auftrag der Cunard-Reederei als Alternative zum unromantischen Flug die Strecke zwischen Britannien und New York.

Beim Abschied von der Stammroute wird die QE2 einen stattlichen Rekord halten. Bereits im September dieses Jahres hat sie die Fünf-Millionen-Seemeilen-Marke überschritten, was vor ihr noch kein Transatlantiker geschafft hat.

Dass es sich die bis zu 1700 Passagiere - umsorgt von rund 1000 Bediensteten - in den Bars und Restaurants an Bord der QE2 bisher in der Regel gut gehen lassen, belegen die Statistiken von Cunard: Durchschnittlich 600 Flaschen Gin werden in den Weiten des Nordatlantiks geleert, ebenso 240 Flaschen Rum, 129 Flaschen Wodka sowie 120 Flaschen Portwein und 25.720 Dosen Fruchtsaft. Wem für die abendlichen Veranstaltungen an Bord noch die vorgeschriebene feierliche Kleidung fehlt, der findet in der einzigen schwimmenden Filiale des Londoner Kaufhauses Harrods sicherlich ein passendes Stück.

QE2: Klein, aber fein

Date auf dem Achterdeck: Der Bordpool der QE2

Date auf dem Achterdeck: Der Bordpool der QE2

Schwimmendes Wohnzimmer: Luxus-Suite auf der QE2

Schwimmendes Wohnzimmer: Luxus-Suite auf der QE2

Glänzender Speisesaal: Das Bordrestaurant der QE2

Glänzender Speisesaal: Das Bordrestaurant der QE2

Thronsaal für Relaxer: Die Queens Lounge der QE2

Thronsaal für Relaxer: Die Queens Lounge der QE2

Very British: Harrods-Filiale auf der QE2

Very British: Harrods-Filiale auf der QE2

Queen Mary 2 - ein einziges Superlativ

Als das im schottischen Glasgow gebaute Passagierschiff am 2. Mai 1969 zu seiner Jungfernfahrt auslief, stand allerdings schon fest, dass ein so großer Oceanliner mit dem Transatlantikdienst allein in Zukunft nicht mehr finanziell über Wasser gehalten werden konnte. Die Konkurrenz durch das Flugzeug war bereits zu groß geworden.



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Um auch Kreuzfahrten anbieten und das Schiff durch Panama- und Suezkanal schleusen zu können, geriet die QE2 kleiner als geplant und auch kleiner als ihre 1940 fertig gestellte Vorgängerin Queen Elizabeth, die bis zum Herbst 1968 für Cunard unterwegs war. Mit gut 293 Metern Länge, 32 Metern Breite und rund 70.000 Bruttoregistertonnen lag der Neubau in allen Abmessungen hinter der Vorgängerin.



Queen Mary 2: ein einziges Superlativ

Kreuzfahrten und Weltreisen wird die QE2 auch weiterhin machen. Die Atlantiküberquerung allerdings bleibt künftig der Queen Mary 2 vorbehalten. Hatte Cunard beim Bau der Queen Elizabeth 2 noch auf klein aber fein gesetzt, ist der neue Oceanliner, der am 25. April 2004 von New York aus quasi als Thronfolgerin gemeinsam mit der QE2 zu deren letzter Fahrt über den großen Teich aufbricht, eine einzige Superlative.

Mit einer Länge von 345 Metern, einer Breite von 41 Metern, einer Höhe von 72 Metern, 150.000 Bruttoregistertonnen und Baukosten in Höhe von knapp 870 Millionen Euro wird die Queen Mary 2 das größte und teuerste jemals gebaute Kreuzfahrtschiff und der erste echte Ozeanriese seit der Indienststellung der QE2 sein.

Die 2620 Passagiere werden auf 15 Decks mit dem puren Luxus konfrontiert. Die Einrichtung wird im Art-déco-Stil gestaltet. Geboten werden ein riesiger Ballsaal, ein 360-Grad-Promenadendeck, ein Thalassotherapie-Pool mit Sprudelbädern und Wasserfällen und das überhaupt erste Planetarium an Bord eines Schiffes.

Baubeginn an der Queen Mary 2 war am 16. Januar 2002 auf der Werft Alstom Chantiers de l'Atlantique in St. Nazaire. Auslieferungstermin ist der Dezember 2003. Am 12. Januar 2004 startet der Gigant dann zur 14-tägigen Jungfernreise von Southampton über die Kanarischen Inseln und die Karibik bis nach Fort Lauderdale.

Queen Victoria: Alle guten Dinge sind drei

Getreu dem Motto "Alle guten Dinge sind drei" schickt Cunard nur ein Jahr später das nächste Dickschiff auf Tour. Neben der Queen Elizabeth 2 und der Queen Mary 2 wird dann die Queen Victoria auf den Weltmeeren unterwegs sein. Die Jungfernfahrt der jüngsten Queen ist für Februar 2005 geplant. Erstmals in der 165-jährigen Geschichte der Reederei werden dann drei Königinnen gleichzeitig unter einer Flagge kreuzen.

Mit einer Länge von 290 Metern und einer Breite von 32 Metern sowie Platz für 1968 Passagiere sei die Queen Victoria nach der Queen Mary 2 das zweitgrößte Schiff der Flotte, teilte Cunard mit. Die Baukosten belaufen sich auf etwa 366 Millionen Euro. Die Kiellegung soll bereits im kommenden Juli auf der italienischen Werft Fincantieri erfolgen.

Die Queen Victoria wird als Kreuzfahrer Ziele im Mittelmeer, die Kanarischen Inseln, Nordeuropa und die Karibik anlaufen. Während die große Schwester Mary auf den gehobenen Stil setzt, kommt die Queen Victoria eher sportiv daher. Neben mehreren Restaurants finden sich an Bord zwei Swimmingpools, ein Spa- und Fitnessbereich, ein kleines Fußballfeld und - für jene, die die Regeln beherrschen - ein Kricketplatz.

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