8,9 Millionen Aktien Luxuskonzern Kering trennt sich von Puma-Paket

Der Luxuskonzern Kering trennt sich von weiteren Puma-Aktien. Der Streubesitz steigt so deutlich und damit Pumas Chancen auf einen Dax-Aufstieg. Einer der größten Anteilseigner bleibt die Familienholding des Milliardärs und Kering-Chefs Francois-Henri Pinault.
Francois-Henri Pinault: Der Kering-Chef und Puma-Aktionär gibt weitere Anteile des Sportartikelherstellers ab

Francois-Henri Pinault: Der Kering-Chef und Puma-Aktionär gibt weitere Anteile des Sportartikelherstellers ab

Foto: IAN LANGSDON/EPA-EFE/REX

Der französische Luxuskonzern Kering trennt sich vom größten Teil seines verbliebenen Aktienpakets an Puma. Der Eigentümer von Marken wie "Gucci" und "Yves Saint Laurent" warf am Mittwochabend 8,9 Millionen Puma-Aktien auf den Markt, die bei institutionellen Investoren untergebracht werden sollen, wie Kering ankündigte.

Für die Papiere des fränkischen Sportartikelkonzerns zeichnete sich ein Preis von 90,30 Euro ab, teilte eine der beteiligten Banken mit. Damit würde Kering 804 Millionen Euro einnehmen. Der avisierte Preis liegt 3,5 Prozent unter dem Xetra-Schlusskurs vom Mittwoch.

Der ehemalige Puma-Mehrheitseigentümer Kering  hält noch rund 9,9 Prozent an dem Sportartikel-Konzern aus Herzogenaurach und reduziert die Beteiligung mit der Platzierung auf 4 Prozent. Mit diesen Aktien ist Analysten zufolge eine Wandelanleihe unterlegt, sie können deshalb nicht ohne weiteres verkauft werden. Es gelte eine Haltefrist von 90 Tagen. Bereits im Herbst hatte Kering seine Beteiligung von 16 auf 9,9 Prozent abgebaut und damals 656 Millionen Euro eingenommen.

Kering war 2007 bei der Nummer drei auf dem weltweiten Sportartikelmarkt eingestiegen und wollte Puma eigentlich auf Mode und Lifestyle ausrichten. Doch das Interesse kühlte bald ab, spätestens als Puma-Chef Björn Gulden (55) den Sport stärker in den Vordergrund rückte. Vor drei Jahren gab Kering, bis dahin mit 86 Prozent an Puma beteiligt, die Mehrheit an die eigenen Aktionäre ab. Knapp 29 Prozent liegen seither bei Artemis, der Familienholding des Milliardärs Francois-Henri Pinault (58), die auch Großaktionär von Kering ist.

Kering und Artemis haben sich verpflichtet, in den nächsten drei Monaten keine weiteren Puma-Aktien zu platzieren. Mit dem Teilausstieg von Kering steigt der Streubesitz des Konzerns auf 66,7 Prozent. Damit vergrößern sich die Chancen von Puma, bei der Erweiterung des Dax auf 40 Werte im September in den deutschen Leitindex aufzusteigen. Das Traditionsunternehmen hat einen Börsenwert von mehr als 14 Milliarden Euro. Vom der Corona-Krise haben sich Puma und seine Aktie schnell erholt. Seit dem Tief im März 2020 hat sich der Aktienkurs mehr als verdoppelt.

rei/Reuters
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