Prognose gesenkt, Aktie bricht ein Nokia will "alles investieren, um 5G zu gewinnen"

Der neue Nokia-Chef Pekka Lundmark räumt auf. Damit der Huawei-Verfolger im Rennen um 5G-Aufträge nicht weiter zurückfällt, bekommt Nokia eine neue Struktur mit vier Sparten. Die Gewinnprognose sinkt, der Aktienkurs knickt um ein Sechstel ein.
Protest von Nokia-Beschäftigten gegen Stellenabbau am französischen Standort Lannion am 19. Oktober

Protest von Nokia-Beschäftigten gegen Stellenabbau am französischen Standort Lannion am 19. Oktober

Foto: DAMIEN MEYER / AFP

Der finnische Netzwerkausrüster Nokia kappt nach einem Auftragsverlust in den USA seine Jahresziele und richtet sich strategisch neu aus. "Wenn ich nach vorne schaue, stelle ich fest, dass die Fortschritte, die wir gemacht haben, nicht ausreichen", sagte der neue Firmenchef Pekka Lundmark (56) bei der Präsentation seiner ersten Quartalszahlen am Donnerstag.

Lundmark will nun alles in die Waagschale werfen, um im hart umkämpften 5G-Rennen nicht weiter ins Hintertreffen zu geraten. "Wir haben entschieden, alles was es braucht zu investieren, um 5G zu gewinnen", sagte der frühere Chef des Energiekonzerns Fortum und versprach höhere Ausgaben für Forschung und Entwicklung.

Die europäischen Konzerne Nokia und der schwedische Konkurrent Ericsson gelten als Profiteure der politischen Angriffe auf den chinesischen Markt- und Technologieführer Huawei. Die USA drängen ihre Verbündeten dazu, auf Huawei-Technik beim 5G-Aufbau zu verzichten. Doch während Ericsson sogar in Huaweis Heimat China punktet, droht Nokia zurückzufallen. Ins Kontor schlug bei den Finnen im dritten Quartal vor allem, dass Konkurrent Samsung Electronics das Rennen um einen wichtigen 5G-Teilauftrag von Verizon machte und Nokia leer ausging.

Im Gesamtjahr erwartet Nokia nun einen Gewinn je Aktie von 23 Cent statt 25 Cent. Der Aktienmarkt reagierte geschockt auf die Gewinnwarnung und den Ausblick. Die Nokia-Aktie  fiel mehr als 16 Prozent. Analysten von JPMorgan wie auch Liberum rechneten wegen der Investitionen und dem geschrumpften Marktanteil mit geringeren Margen.

Nokia bildet vier Sparten

Von Juli bis September fiel der Umsatz von Nokia um 7 Prozent auf knapp 5,3 Milliarden Euro, während der Betriebsgewinn - vor allem dank umfangreicher Einsparungen - um 33 Prozent auf 350 Millionen Euro stieg. Lundmark versprach eine finanzielle Stabilisierung für das kommende Jahr, nannte aber zugleich eine große Spanne für die am Markt viel beachtete Marge.

Um künftig besser aufgestellt zu sein, bildet Nokia nun vier verschiedene Sparten: Mobile Netze, Festnetz, Cloud und Netzwerkdienste sowie Nokia-Technologien. Ziel sei es, besser und schneller auf Kundenwünsche und veränderte Marktanforderungen eingehen zu können, begründete das Unternehmen die Veränderungen. Zum Jahresende will Lundmark weitere Details bekannt geben.

Konkurrent Ericsson hatte in der vergangenen Woche mit einem Gewinnsprung überrascht und die Jahresziele bekräftigt. 

ak/reuters
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