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Antidot: Das Gegenteil von Bucket-Hats. "Montecristi"; 2000 Euro. www.mayserhats.com
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Oliver Spies

Style mit Stroh Der ultimative Panama-Hut

Vom Stroh zu Gold: Die Fertigung eines Mayser-Huts dauert bis zu acht Monate. Herauskommt das Gegenteil eines Bucket-Hats.
Von Uschka Pittroff aus manager magazin 8/2021

Vor gut 100 Jahren, so erzählt er die Geschichte, waren Panama-Hüte so exzellent in Material und Verarbeitung, dass man sie in einer Streichholzschachtel zusammenfalten konnte. Michael Zechbauer (52), Münchener Unternehmer (wohl am bekanntesten: das Zigarren- und Hutgeschäft der Familie in der Residenzstraße) und Mitinhaber der Hutfabrikation Mayser , neben seinen beiden Schwestern, seufzt: "In Hüten zu machen ist heute ein verträumtes Geschäft."

Mitte des 20. Jahrhunderts war Mayser aus Lindenberg im Allgäu die größte Hutfabrik Europas. Heute liefern die Hüte noch rund 6 Prozent des Umsatzes ab, den Rest bringen Formteile für die Autoindustrie. Sein Urgroßvater hat sich 1914 in das Unternehmen eingekauft; Großvater und Vater haben es weiterentwickelt.

Man darf also davon ausgehen: Die Zechbauers wissen, was sie tun, wenn sie ihr Topmodell "Montecristi" aus feinstem Toquillastroh für 2000 Euro anbieten. Zechbauer lässt es in Südamerika herstellen, unter anderem in Ecuador, wo es die besten Panama-Macher geben soll. Dass der Hut Panama heißt, ist nur dem Verschiffungsort geschuldet.

Was den Hut so besonders macht: Die Feinheit des Geflechts in reiner Handarbeit, das kann schon mal acht Monate dauern. Je zarter und feinmaschiger das Stroh, desto hochwertiger der Hut und desto höher der Sonnenschutz. Kaum 50 Gramm Gewicht. Und Regen perlt einfach ab.

Man kann Maysers Panama-Hut übrigens immer noch zusammenfalten. Voraussetzung: Einmal unter Wasserdampf (zum Beispiel im Badezimmer) setzen, damit das Stroh nicht bricht. Dann hält er ein Leben lang.

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