Dienstag, 2. Juni 2020

Prêt-à-Porter-Schauen in Paris Beam me up, Jean Paul

Prêt-à-Porter-Schauen: Paris macht sich fein schrill
DPA

Mode kann so lustig sein: Das ewige Enfant terrible der Modeszene Jean Paul Gaultier ließ seine Models bei der Modewoche in Paris in Astronautenanzügen zwischen zischenden Automatiktüren in einem spacigen Saal in Kapselform schaulaufen. Hier sind die bisherigen Highlights der Schauen.

Paris - Mode für Frauen in Bewegung hat die Britin Stella McCartney am Montag bei den Pariser Prêt-à-Porter-Schauen gezeigt. Die Entwürfe wirkten extrem sportlich mit Steghosen im Stil von Skikleidung, superleichten Parkas mit großen Kapuzen, dicken Strickpullovern und sehr kurzen Kleidern, die wie Turnhemden geschnitten waren.

Ovale Formen, goldene Reißverschlüsse als wellenförmige Verzierungen und aufgestickte Bänder in Smaragd, Weinrot oder leuchtendem Blau ließen die Models bei dieser starken Schau dennoch elegant und feminin wirken.

Der Schweizer Designer Albert Kriemler hatte in seiner am Sonntag gezeigten Akris-Kollektion mit fotografischen Motiven des Künstlers Thomas Ruff gearbeitet, darunter dessen "ma.r.s."-Serien von 2010. Luftige Seidengeorgette-Kleider mit Fotodruck, creme-schwarz bedruckter Pelz und weiche schmale Hosen oder eine dreidimensionale Stickerei aus dunkelgrün schimmerndem Plexiglas wirkten lässig. Ruff war in der Schau und sagte: "Dies ist etwas ganz Eigenständiges (...) Ich bin nur eine Art Quelle."

Chloé-Designerin Claire Waight Keller zeigte Farbharmonien in Pastell- und Nougattönen, ohne ins Süßliche abzugleiten. Weite Mäntel mit großen Kragen, Noppenpullover mit Schmetterlingsärmeln oder knielange Hosen setzte sie gegen zarte Kleider, die die Figur umspielten.

Grüße aus der Zukunft der Vergangenheit

Bei der Schau von Jean Paul Gaultier am Samstag erinnerte das Setting an die Kultserie "Star Trek" - mit Ordnern in Astronautenanzügen, zischenden Automatiktüren und einem Saal in Kapselform. Gautier zeigte die Kollektion bei den Pariser Prêt-à-Porter-Schauen in einem futuristischen Gebäude des Architekten Oscar Niemeyer. Der Bau ist Sitz der französischen Kommunisten.

Alle Models, darunter auch Männer und eine "Punkerfamilie" mit Irokesenschnitt, mussten erst einmal eine schrille Check-in-Prozedur wie im Flughafen durchlaufen. Erst dann konnten sie Gaultiers schillernde Entwürfe präsentieren, die gespickt mit Retro-Elementen waren und doch in die Zukunft wiesen.

Anklänge an Designerstars der 1970er und 1980er Jahre geisterten durch die Kollektion: André Courrèges' Weltraumlook etwa, Claude Montanas Amazonen und Vivienne Westwoods Brit-Punk-Outfits.

Reißverschlüsse und horizontale Nähte verpassten Pelzmänteln oder goldfarbenen Bikerjacken eine scharfe Struktur. Es gab haufenweise silberfarbene Leggings, teils mit wattierten Einsätzen, metallisch glänzende Kapuzen zu Jacken und Mänteln und daneben Schottenkaros und britische Flaggenmuster.

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