Sonntag, 18. August 2019

Neue Modetrends für Frauen Zwischen Business und Bohème

Modetrends: Die Frau zwischen Hippie und Amazone
TMN

2. Teil: "Advanced Formal" oder doch lieber "Future Radikal"?

Neu sind wieder mehr Businessoutfits für die Frau - vor allem schwarze Blazer wie bei Cinque. Das DMI bezeichnet diese Richtung in seinem Trendbericht als "Advanced Formal". Diese Kleidungsstücke sind schnörkellos und auf das Nötigste reduziert. Transparente Materialien sind ebenfalls im Trend. Diese eignen sich nach Ansicht von Meyrose aber nur für einen Lagenlook. Die angesagten, ebenfalls freizügigen bauchfreien Oberteile sollten weder Teenager noch Erwachsene im Alltag tragen, findet Rose. "Die sind eher was für den Strand."

Ein weitere Trendrichtung ist "Future Radikal", die eher sportiv sei, sagt Müller-Thomkins. Die Kleidungsstücke hätten wie Sportmode leuchtende Farben und einen Mix von verschiedenen Materialien. Sisley setzt das zum Beispiel in einem knallpinken, eng anliegenden Kleid mit schwarzen Elementen und einem transparenten Rücken um.

"Stark kommt auch ein Schwarz-Weiß-Mix auf, der in der Street- und Sportswear eigentlich verbreitet ist", so der Modeexperte. Minx zeigt breite Streifen, Marc O'Polo dünne. Hugo setzt auf Karos, Comma auf die Kombination mehrerer Teile in Schwarz oder Weiß.

Aber grundsätzlich sei es vorbei mit kontrastreichen Tönen und Neonfarben, berichtet Müller-Thomkins. Er sehe viel mehr Pastelltöne in den Kollektionen der Designer. "Man kann diese als Ausläufer der knalligen Farben ansehen, diese sind ja nach und nach ausgeblutet." Gerade ein puderfarbenes Rosa sei ein Hingucker, findet Andreas Rose. In den Kollektionen sieht man es häufig in Blumenmustern.

Dschungelmuster und Stadtszenen

Ines Meyrose hat noch viele Kleidungsstücke in dem bereits zuletzt schon beliebten Smaragdgrün gesehen sowie neu in Pistaziengrün, das zum Beispiel gut mit Blumenmustern harmoniert, wie United Colors of Benetton vormacht. Auch Rot sei eine Farbe dieses Sommers.

Die Muster geben einerseits von der Natur inspirierte Motive wie aus dem Dschungel wieder. Auch ganze Stadtszenen sind dabei, etwa bei Marc Cain. Andererseits sind grafische Motive im Trend. Andreas Rose spricht hier von "Kunst an der Frau": Die Muster wirkten teils wie Gemälde. "Das ist natürlich Geschmackssache, aber ich finde, es ist ein Weg, sich auszudrücken", sagt der Modeberater. "Ich muss ja nicht so kunterbunt herumlaufen, sondern kann Einzelteile verwenden."

Frauen tragen laut Müller-Thomkins jetzt viel häufiger wieder Rock - und es gebe ihn in allen Längen und Varianten. Sogar zuletzt ungewöhnliche Formen seien zu sehen wie der asymmetrisch gewickelte Rock und die Maxilänge mit hohem Schlitz.

In vielen Kollektionen sieht man aber vor allem Miniröcke mit A-Form und mittellange Bleistiftröcke. Die langen Hosen werden daneben immer kürzer, hat Ines Meyrose beobachtet.

Simone Andrea Mayer, dpa

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