Sonntag, 17. November 2019

Modetrends für Männer Sakkos ohne Futter, Sprüche auf dem Shirt

Männermode: Blümchen, Sprüche, Hochwasserhosen
TMN

Kleidung mit Statement liegt im Trend: Die Designer lassen sich zu Shirts mit Botschaften und Sakkos ohne Futter hinreißen, deren Nähte deutlich sichtbar sind. Andere holen sich Inspirationen aus dem Blumenbeet.

Köln - Der digitale Informationsfluss und die Spähangriffe auf die Privatsphäre bewegen auch Modemacher. So zeigen sie nun in der Männermode besonders leichte Sakkos ohne Futter und mit deutlich sichtbaren Nähten - das Deutsche Mode-Institut in Köln interpretiert dies in seinem Saisonreport als eine Umsetzung der angsteinflößenden Transparenz, die Internetnutzer mehr und mehr erlebten.

In den Kollektionen für Frühjahr und Sommer 2014 geben die Designer den modebewussten Männern gleich einige Möglichkeiten, das digitale Zeitalter in ihrem Outfit zu spiegeln. So bieten die digitalen Techniken auch ganz neue Ansätze für Design und Fertigung.

"Hemden oder T-Shirts tragen im Frühjahr und Sommer zum Beispiel Motive, die digital gestaltet und hergestellt wurden", erläutert DMI-Geschäftsführer Gerd Müller-Thomkins. "Die Designer haben Muster entwickelt, die es so noch nicht gegeben hat - zum Beispiel futuristische Bilder, die nur am Computer entworfen werden können."

Die Vielzahl an Möglichkeiten hat Vorteile: Jeder kann etwas finden, was ihm gefällt und zu ihm passt. Müller-Thomkins schließt daraus: "Mit solchen individuellen Motiven behält der modische Mann Macht über das eigene Bild von sich selbst - in einer Welt, in der massenhaft kopiert, weitergeleitet und geteilt wird."

Radikaler Futurismus und die Lust am Experiment

Alexander Radermacher, Fashion Director bei der Igedo Company in Düsseldorf, die mehrere Modemessen veranstaltet, sieht die Mode für Frühjahr und Sommer unter der Überschrift "Radikaler Futurismus". Er erläutert: "Männer werden experimentierfreudiger als je zuvor." Und Individualität werde ihnen immer wichtiger. Diese drückt sich teils auch mit Sprüchen auf den Shirts aus - bei Cinque heißt es "easy way up" und 7 For All Mankind proklamiert "good vibes by going west".

Besonders modische bis exzentrische Männer finden im Handel den Allover-Print-Look - also von Kopf bis Fuß gekleidet in gemusterte Stücke. Schimmernde Stoffe, Linien- und Splittermuster auf Jacken, Hosen und Shirts sowie Schriftzüge finden sich zum Beispiel in der Kollektion mit Wassermotiven von Kenzo.

Häufig finde man - bei Luxusmarken wie bei großen Ketten - grafische Formen, aber auch Camouflagemuster, etwa bei 7 For All Mankind. Und Hugo hat einen Mantel mit Tarnmuster in verschiedenen Blautönen. Selbst Blumen trägt der Mann - bei Cinque ein Polohemd in leicht verblasstem Grün, Gelb und Rot und bei Boss Orange eine graue Hose mit beigen Blumenranken. Ornamente hat Alberto für eine kurze Hose gewählt.

Auch auf andere Weise kommen Naturaspekte in der Mode zum Tragen - etwa mit Stoff, der wirkt, als sei er sonnengebleicht. Gerd Müller-Thomkins interpretiert das mit einer Sehnsucht nach Natürlichkeit und echtem Handwerk in einer technischen Welt.

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