Samstag, 17. August 2019

US-Präsidententochter will Modefirma schließen Ivanka Trump gibt "Ivanka Trump" auf

Trump-Boutique im Trump-Tower

Von der Spitze der Modefirma hatte sich Ivanka Trump bereits zurückgezogen, jetzt gibt die Präsidenten-Tochter die gleichnamige Modemarke ganz auf und will die Firma schließen - weil sie sich mehr auf die Politik konzentrieren wolle. Zur Wahrheit gehört auch: Einzelne Kaufhausketten in den USA hatten schon zuvor Invankas Produkte aus dem Regal geräumt.

Die älteste Tochter von US-Präsident Donald Trump, Ivanka Trump, gibt ihre gleichnamige Modemarke auf und will sich künftig auf die Beratung des Präsidialamtes konzentrieren. Nach 17 Monaten in Washington wisse sie nicht, wann oder ob sie wieder in ihr Geschäft zurückkehren könne, erklärte Ivanka Trump am Dienstag (Ortszeit). Sie wisse aber, dass sie sich auf absehbare Zeit auf ihre Arbeit in Washington konzentrieren werde.

Unter dem Namen der Präsidententochter wurden bislang unter anderem Kleidung, Schuhe und Handtaschen für Damen angeboten. Die Modelinie erklärte, Lizenzverträge würden nicht verlängert. Laut "New York Post" soll das Unternehmen "so schnell wie möglich" geschlossen werden. Die Mitarbeiter wurden demnach bereits über ihre Entlassung informiert.

Ivanka Trump hatte im Zuge der Amtsübernahme durch Donald Trump im Januar 2017 erklärt, sie werde von der Spitze ihres Unternehmens abtreten und ihren Vater beraten. Kurz darauf erhielt die Präsidenten-Tochter sogar ein eigenes Büro im Weißen Haus.

Die Modelinie war schon zuvor zum Spielball politischer Interessen geworden. Bereits im Wahlkampf 2016 hatten Trump-Gegner eine Kampagne unter dem Motto "Grab Your Wallet" gestartet und dazu aufgerufen, keine Produkte mit Verbindung zu Trump, seiner Familie oder seinen Geldgebern zu kaufen.

"Das ist der größtmögliche Sieg für Grab Your Wallet", kommentierte Shannon Coulter, Mitbegründerin der Kampagne, nun den Rückzug von Ivanka Trump.


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Just in die Zeit des Boykottaufrufes war die Entscheidung mehrerer Kaufhausketten wie Hudson's Bay und Nordstrom gefallen, die Modemarke "Ivanka Trump" aus dem Sortiment zu nehmen beziehungsweise das Angebot drastisch zu verringern.

Nordstrom begründete seinerzeit den Schritt, "Ivanka Trump"-Produkte nicht mehr anzubieten, damit, dass der Verkauf stetig zurückgegangen sei. Präsident Trump kritisierte daraufhin die Kaufhauskette scharf und warf ihr unfaire Behandlung seiner Tochter vor. Sein damaliger Sprecher Sean Spicer bezeichnete die Entscheidung von Nordstrom als politisch motiviert.

Geschäftsführerin sieht Modefirma gleichwohl als erfolgreich

Trotz all der Kontroversen war die Modefirma laut Geschäftsführerin Abigail Klem, die nach Ivanka Trumps Abgang die Leitung übernommen hatte, sehr erfolgreich. "Wir haben seit Einführung der Marke starke Verkäufe gesehen", wird Klem in einer Mitteilung des Unternehmens zitiert. Die Nachfrage sei bis zuletzt hoch gewesen, mit dem Start eines rasch wachsenden Online-Geschäfts sei in diesem Jahr ein weiterer Erfolg gelungen. Das Team habe auch unter "einzigartigen" Umständen große Stärke gezeigt. "Wir sind unglaublich stolz".

Ivanka Trump war 2007 zunächst ins Geschäft mit eigenem Schmuck eingestiegen. Im Laufe der Jahre kamen Schuhe, Handtaschen und andere Mode-Accessoires hinzu, bis die Marke 2014 an den Start ging und die Produktpalette neben einer umfassendenderen Kleidungsauswahl um weitere Artikel wie Brillen und Parfüm erweitert wurde. Kritiker monierten, dass viele von Ivanka Trumps Produkten "Made in China" seien, was die "Amerika zuerst"-Politik ihres Vaters heuchlerisch erscheinen lasse.

rei/reuters/dpa

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