Montag, 24. Februar 2020

Verkauf der Luxusschuhmarke bestätigt Permira zahlt für Golden Goose Milliardenbetrag

Schmutzig? Nein, teuer! Sneaker der italienischen Luxusmarke "Golden Goose" kosten schnell mal 400 Euro und mehr
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Schmutzig? Nein, teuer! Sneaker der italienischen Luxusmarke "Golden Goose" kosten schnell mal 400 Euro und mehr

Stars und Sternchen wie Taylor Swift, Gwyneth Paltrow oder Jude Law tragen sie - die schmuddelig aussehenden Sneaker von Golden Goose. Der US-amerikanische Private-Equity-Investor Permira hat das Rennen um das italienische Luxuslabel jetzt gewonnen, wie die beteiligten Unternehmen am Mittwochabend offiziell mitteilten.

Zuvor hatte US-Branchenmediums WWD über den Deal berichtet. Dem Bericht zufolge zahlt Permira rund 1,3 Milliarden Euro für die Marke. Golden Goose ist einer zahlungskräftigen Käuferschicht vor allem durch seine teuren Turnschuhe bekannt, für die Kunden bereitwillig schon mal 400 Euro und mehr auf den Ladentisch blättern.

Ende vergangenen Jahres war bereits darüber spekuliert worden, die US-Beteiligungsgesellschaft Carlyle habe die Bank of America damit beauftragt, einen möglichen Interessenten und Käufer zu finden. Im Frühjahr dieses Jahres wolle Carlyle das Label veräußert haben. Permira hat nun den Zuschlag bekommen, vor anderen US-Private-Equity-Firmen wie Advent und SPAC Acamar.

Sollte der Kaufpreis zutreffen, würde Permira in etwa das Fünffache des Umsatzes für die Marke bezahlt haben: Offiziellen Angaben zufolge hat Golden Goose im vergangenen Jahr einen Umsatz von rund 260 Millionen Euro erwirtschaftet.

Legte man den im Bericht von WWD kolportierten Vorsteuergewinn zugrunde, würde Golden Goose sogar mit dem 14-fachen seines Gewinns von 2019 bewertet. Die "Financial Times", die ebenfalls von einem Kaufpreis von rund 1,3 Milliarden Euro aus Insiderkreisen erfahren haben will, bewertet dies als klares Indiz dafür, wie stark der Wettbewerb um attraktive Übernahmeziele unter Private-Equity-Firmen geworden ist, die Rekordsummen investieren müssen.

Golden Goose wuchs unter Carlyle kräftig

Unter Carlyle hat die die Marke Golden Goose mit Hauptsitz in Venedig weltweit 100 Geschäfte eröffnet, darunter Flagship-Stores in New York, Peking und Tokio. Das Angebot wurde auf Bekleidung und Accessoires ausgedehnt, tatsächlich aber machen Schuhe immer noch 80 Prozent seines Umsatzes aus.

Die Designer Francesca Rinaldo und Alessandro Gallo hatten das Label Golden Goose im Jahr 2000 gegründet. In seiner noch jungen Geschichte wurde es mehrfach von einem Investor zum nächsten weitergereicht. Carlyle hatte das Label 2017 weiteren Berichten zufolge von Ergon Capital erworben.

Permira ist die Modebranche nicht fremd. Der Investor hatte 2014 bereits die kultige Schumarke Dr. Martens für 300 Millionen britische Pfund von der Griggs Familie übernommen und 2010 die Mehrheit an dem Label Reformation erworben.

rei

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