Dienstag, 10. Dezember 2019

Fashion Week Berlin Werdet wild!

Fashion Week Berlin: Elegante Provokationen
DPA

In Berlin ist Modewoche, und alle sind dabei: Schöne Frauen, seltsam gekleidete Männer, Kunstbärte, Pelzgegner, Prominente und Adabeis. Romantische Entwürfe treffen auf freizügige Enthüllungen, Newcomer auf arrivierte Branchenstars. Eine Zwischenbilanz in Bildern.

Berlin - "Werdet wild und tut was Schönes" war bei der Fashion Week in Berlin, die am Freitag zu Ende geht, auf vielen Entwürfen der Schau von Lala Berlin zu lesen - als Graffiti-Druck auf Hosenröcken oder auf großen Kleiderschildern.

Etwas wild und ziemlich schön wirkte die ganze Kollektion von Designerin Leyla Piedayesh - die flirrende Computerdrucke mit dickem Zopfstrick, feiner Spitze und metallisch glänzenden Synthetik-Materialien kombinierte. Zu hautengen schwarzen Lederleggins gab es am Mittwochabend Oversize-Blousons, zur weiten, auf der Hüfte sitzenden Hose ein schmaleres Oberteil mit dem gleichen abstrakten Muster. Feminin traf auf Maskulin, Romantik auf Rockiges, Orient auf Okzident.

Die Farbpalette blieb dabei klar - beschränkte sich überwiegend auf Schwarz, Grau, Weiß/Creme, Blau und Rot. Insgesamt eine coole Mode, die ein bisschen an lässige Pariser Stilikonen wie Jane Birkin erinnerte. Der Lederjacken-Look von Schauspieler Dominic Raacke ("Tatort") im Publikum der Show im Palazzo Italia Unter den Linden passte da perfekt.

Die Berliner Fashion Week startet durch: Die Mainzerin Anja Gockel ließ am Mittwoch bei der Modewoche in der Hauptstadt den Hahn aus dem Lautsprecher krähen. Bei Patrick Mohr standen die Models aufgereiht mit kleinen blauen Kunstbärten nebeneinander. Der Designer präsentierte seine neue Kollektion - ebenfalls in Blau gehalten - am Dienstagabend in einer alten Eisenwarenhandlung. Auch Kaviar Gauche und Achtland stellten ihre Kreationen vor.

Romantik bei Kerzenschein

Die russische Modemacherin Alena Akhmadullina hatte ebenfalls am Dienstag Entwürfe gezeigt, die von romantischen Motiven aus der Erzählung "Das Gespenst von Canterville" des Iren Oscar Wilde inspiriert waren. Fließende Kleider, Jacken und Mäntel wurden durch schmale Gürtel zusammengerafft. Die Frauenzeitschrift "Elle" feierte Akhmadullina (35) dann am Abend als aufstrebende Nachwuchsdesignerin mit einer Party bei Kerzenschein in der russischen Botschaft.

Anja Gockel, Stammgast der Modewoche, ließ sich von Mystikerin Hildegard von Bingen beflügeln - zum Abschluss ihrer Show führte sie ein Brautkleid mit Kreuz vor. Als einen Trend sieht sie fließende Blusen, die hinten länger sind als vorne. Beim Duo Vonschwanenflügelpupke lief Schlagermusik - auf dem Laufsteg gab es viele Print-Kreationen, etwa mit Tassen als Muster.

Die 77 Jahre alten Zwillinge Alice und Ellen Kessler, die am Dienstag bei einer Show als Models auftraten, sahen den Modezirkus gelassen: "Wir kümmern uns eigentlich nicht um die Fashion Week", sagten die Entertainerinnen im RBB-Fernsehen. "Wir sind ja nicht im Modegeschäft." Eines fanden die Kesslers bemerkenswert: "Die Größen von den Mädchen! Wir haben ja immer gedacht, dass wir sehr groß sind."

dpa/mh

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