Montag, 16. September 2019

Warum Sie Businessmode-Ratgeber ignorieren sollten (außer diesen) Dress as you are!

3. Teil: Kleiden statt verkleiden

Es ist absurd: Frauen haben heute im Alltag alle Möglichkeiten, sich zu kleiden, wie sie möchten. Doch im Büro (auf der Führungsebene) reduziert sich diese Vielfalt auf Hosenanzug und Kostüm. Zweifellos hat jede Branche ihre Erwartungen und ungeschriebenen Gesetze im Bezug auf Förmlichkeit. Wobei sich auch diese verändern. Anfang des Jahres befragte die Frankfurter Sparkasse ihre Kunden, was die Kundenberater anziehen sollen. Unter den vorgegebenen Antworten waren auch Jeans.

Frauen haben bei der Kleidung einen viel größeren Gestaltungsspielraum, als sie tatsächlich nutzen. Wer eine eigene Handschrift beim Führungsstil und bei der Umsetzung der Unternehmensziele hat, darf und soll dies mit seinem Kleidungsstil vermitteln. Selbstbewusstsein und Macht sind nicht dasselbe. Selbstbewusstsein zeigt sich in Schönheit. Macht interessiert sich nicht für Schönheit. Oder nur dann, wenn es einem Zweck dient: der Machterhaltung.

Wer sich in seiner Kleidung wohlfühlt oder nicht wohlfühlt, drückt dies immer aus. Das Gefühl, overdressed oder underdressed zu sein, kennt jeder. Aber es gibt auch das Gefühl, nicht zur eigenen Kleidung zu passen, selbst wenn die Kleidung scheinbar zur Umgebung passt. Entscheidend für die Wahl der Kleidung sollten weniger die gefühlten Erwartungen anderer sein als die eigene Vorstellung.

Ob der Rocksaum am Knie endet, darunter oder darüber, sollte davon abhängen, wie sich die Rockträgerin darin fühlt - und nicht davon, was Karriere- oder Modezeitschriften für "tabu" oder "unbedingt einzuhalten" ausgeben. Gut gewählte Kleidung lenkt nicht ab, sie trägt die Persönlichkeit nach außen.

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