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Mode für Männer: Passendes Outfit ohne Shopping

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Personal Shopping im Netz Des Modemuffels neue Kleider

Nie mehr Shoppen müssen. Für viele Männer ein Traum. Findige Frauen haben daraus ein Internet-Geschäftsmodell gemacht: Personal Shopping. Man füllt einen Fragebogen aus - und bekommt ausgesuchte Kleidung frei Haus geschickt. mmo-Autor Torben Schultz hat die drei deutschen Portale getestet.
Von Torben Schultz

Hamburg - Lieber Leser, sind Sie ein Mann? Dann müssen Sie jetzt stark sein. Denn es geht hier um einen scheinbar harmlosen Anglizismus, der bei Männern - anders als bei Frauen - Missmut, Trotz und manchmal auch Tränen hervorruft: Shopping.

Die Mehrheit der Männer in Deutschland hasst Shopping. Es ist ihnen ein Graus, sich durch volle Fußgängerzonen schieben zu lassen, hinein in überfüllte Geschäfte, deren Auslagen nichts verheißen als Enttäuschung in Farbe und Form.

Nur im äußersten Notfall - etwa weil die bessere Hälfte sie dazu zwingt - gehen Männer Klamotten kaufen. So nennen sie das. Und genau so emotionslos behandeln sie das Thema.

Ein paar findige Frauen wissen um die zerrüttete Beziehung zwischen Kerl und Kaufhaus - und haben daraus ein Geschäftsmodell gemacht: "Personal Shopping". Mann beantwortet einen Fragebogen im Netz, telefoniert kurz mit einer Style-Expertin und erhält im Anschluss ein Paket per Post mit ausgewählter Kleidung von casual bis klassisch. Behalten wird, was gefällt. Doch ganz neu ist die Idee nicht.

"Da liegt noch viel brach"

In Luxuskaufhäusern gibt es seit jeher einen persönlichen Einkaufservice für solvente Kunden. Im Netz tummeln sich selbsternannte Style-Experten mit Mode-Knowhow, die für ihre Klienten Shoppen gehen. Aber ein den persönlichen Wünschen entsprechendes Kleidungspaket frei Haus geliefert zu bekommen, ohne in Katalogen stöbern oder Internetplattformen durchsuchen zu müssen, das war bislang ein Traum - gerade für Männer. Nun ist er wahr geworden.

"Wir nehmen unseren Kunden die Last, einzukaufen - und das schätzen sie", sagt Corinna Powalla, Chefin des dienstältesten Personal-Shopping-Anbieters Modomoto. Alt bedeutet in der Branche knapp ein Jahr. Powalla gründete das Startup im Oktober 2011. "Mein eigener Freund ist ein ziemlicher Shoppingmuffel", so Powalla. Doch als Qualifikation genügte das noch nicht.

Die 30-Jährige hat Erfahrung im E-Commerce, veranwortete den Bereich Geschäftsprozesse beim Brillenversender Mister Spex. Den Markt für Herrenmode in Deutschland beziffert sie auf 15 Milliarden Euro pro Jahr. "Da liegt noch viel brach", sagt sie - und ist mit dieser Meinung nicht allein.

Julia Bösch und Anna Alex, die Gründerinnen der Personal-Shopping-Seite outfittery.de, holten sich ihre Inspiration bei einem Besuch in New York. Böschs Freund - ebenfalls Shoppingmuffel - leistete sich dort aus Neugier einen Personal Shopper - und war begeistert. "Da haben wir gesehen, dass Personal Shopping funktioniert", sagt Outfittery-Co-Chefin Alex. Im Frühling starteten die beiden Freundinnen ihr Internetgeschäft. Kennengelernt hatten sie sich beim Berliner IT-Dienstleister Rocket Internet. Bösch verantwortete zudem die Internationalisierung des Schuhversenders Zalando, Alex war für den Rabattanbieter deindeal.ch tätig.

Auf Investorensuche

Outfittery ging - damals noch unter dem Namen "Paul Secret" - am Freitag, den 13. April 2012 online. "Das Datum hat uns kein Pech, sondern Glück gebracht", sagt Alex. Gehe es nach dem Versandvolumen, sei Outfittery deutscher Marktführer in dem Segment. "Die Zahl der Anmeldungen seit Gründung bewegt sich im mittleren vierstelligen Bereich", so Alex. Das ist eine Menge. Konkurrent Modomoto konnte im ersten Quartal 2012 gerade mal etwas mehr als 1000 Registrierungen verzeichnen. Den Erfolg erklärt sich die 27-jährige Outfittery-Chefin vor allem durch das breite Sortiment und die größere Auswahl an klassischer Mode. "Außerdem unterschied uns lange von den Mitbewerbern, dass wir überhaut geliefert haben." Das Geschäft laufen also nicht überall rund.

Derzeit leben die drei Startups vom Geld ihrer Investoren. Modomoto sucht noch nach weiteren. "Wir führen Gespäche", sagtChefin Powalla. Outfittery zog jüngst Holtzbrinck Venture Capital an Land sowie den High-Tech Gründerfonds (HTGF). Mittelfristiges Ziel ist die Expansion ins Ausland - und natürlich: Geld verdienen. Das wollen Outfittery, Modomoto und Co. mit der Differenz aus Großhandels- und Verkaufspreis. Rabatte gibt es nicht. Dafür müssen die Startups aber auch keine teure Läden betreiben. Das Ziel ist Kundenbindung: Einmal gut beraten und eingekleidet, ist die Chance hoch, dass Mann wieder anruft und ein weiteres Paket anfordert.

Ob das klappt, haben wir getestet. Unser Redakteur hat sich unter echtem Namen - aber mit Privatadresse - bei Outfittery, Modomoto und Modemeister registriert. Er beantwortete Fragebögen, telefonierte mit Style-Expertinnen. In der Folge schickten zwei von drei Anbietern binnen weniger Wochen ein Paket mit Kleidung, die unser Redakteur ausgiebig anprobierte. Lesen Sie im Folgenden seinen Erfahrungsbericht und

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Outfittery: Neun Kilo Kleidung für 1000 Euro

Ich registriere mich zunächst bei Outfittery.de. Statt mich zum Eingeben meiner Daten aufzufordern, setzt mir die Seite einen Fragebogen vor. "Welches Kleidungsstück finden wir am ehesten in ihrem Schrank?", will Outfittery wissen. Vor die Wahl gestellt zwischen Karohemd, Kaschmirpulli, Rugbyshirt und Sweater entscheide ich mich für letzteren. Nicht, dass ich keine Karohemden trüge, aber Zweifachnennung ist nicht möglich.

Ich verrate, dass ich Hosen nicht zu eng mag und gern mit Boot Cut. Und dass in meinem Schuhregal Sneakers und Ledertreter stehen, aber sicher keine Segelschuhe. So viel zu den Standardfragen.

"Welches Fahrzeug könnte Ihres sein?", fragt Outfittery darauf und zeigt mir vier Bilder: Eine Yacht? Nicht ganz meine Kragenweite. Audi A4? Gern in zehn Jahren. Einen 20 Jahre alten VW-Passat? Sympathisch. Aber ich bin mehr Schreiber als Schrauber. Glücklicherweise steht auch ein Fahrrad zur Wahl - das klicke ich an.

Auf die Frage, was ich im Beruf trage, entgegne ich "lässig schick" - auch wenn heute wieder mal die Chucks an meinen Füßen baumeln. Danach soll ich Marken auswählen: Ich setze ein Häkchen bei Adidas. Jack Wolfskin ist mir zu Outdoor, Ralph Lauren nicht mein Stil, und für Jack Jones müsste ich nur kurz in der Mittagspause zwei Straßen weiter gehen. Will ich aber nicht.

Natürlich muss ich auch noch meine Größen angeben und was ich so ausgebe für Klamotten. Das war's. Nun warte ich auf den Anruf meiner persönlichen Style-Expertin.

"Ich hoffe, ich konnte Deinen Geschmack treffen"

Zwei Tage nach der Anmeldung schickt mir Laura, meine neue persönliche Style-Expertin, eine freundliche E-Mail mit einem Terminvorschlag für ein Telefonat. Da ich bis dahin aber noch sechs Tage warten müsste, entscheide ich mich für einen weiteren Online-Fragebogen. Hier werden meine Größen noch einmal detailliert abgefragt, welche Farben ich mag, welche Schnitte ich bevorzuge. In sieben Tagen, heißt es dann in der Bestätigungs-Mail, soll ich meine Box in Händen halten. Sie kommt nach neun.

Der Karton mit dem Outfittery-Logo wirkt wertig. Er hat einen Plastikgriff und wird im Liegen aufgeklappt - ähnlich einer Apple-Verpackung. Klamotten im Wert von über 1000 Euro liegen vor mir. Das hat Gewicht: Neun Kilo bringt die Box auf die Waage. Zwischen Hemden und Hosen liegt eine Karte von Laura.

"Hallo lieber Torben", schreibt sie, "anbei sende ich Dir Deine erste Outfittery-Box. Ich hoffe, ich konnte Deinen Geschmack treffen und wünsche viel Spaß bei der Anprobe. Über Feedback würde ich mich sehr freuen. Herzliche Grüße, Laura." Das ist sympathisch. Und ich weiß sofort, dass sie sich Gedanken gemacht hat. Personal Shopping eben. Und ich muss nichts tun als anprobieren.

Die Zusammenstellung ist genau so, wie ich es mir wünsche. Es gibt mehrere Hosen und Hemden, ein Jackett, zwei Pullis, Unterwäsche, Socken, Sneaker und sogar Flip-Flops, die ich nach Lust und Laune kombinieren kann.

Pechschwarz im Sommer

Das Hemd von Esprit ("Skyway", Gr. 41-42, 39,95 Euro) macht seinem Namen Ehre: Himmlisch sieht es aus. Es sitzt und die Ärmel sind nur minimal zu kurz. Das ist keine Selbstverständlichkeit, wo ich doch mit meinen 1,95 Metern Körpergröße häufig Probleme im Armbereich habe. Bestätigt wird das leider durch das Jackett von Bastard ("Erik", Gr. L, 149,95 Euro) mit den kurzen Ärmeln. Aber das ist nicht schlimm: Pechschwarz im Sommer geht sowieso gar nicht. Die Jeans von Diesel ("Zatiny", Gr. 32/34, 99,95 Euro) ist auch schnell wieder ausgezogen: Sie spannt an den Oberschenkeln. Begeistert bin ich aber von den dunkelblauen Adidas-Sneakern ("Adi Up Low", Gr. 48 2/3, 99,95 Euro). Sie sind schön schlicht und bequem. Wenn das hier kein Test wäre, würde ich sie behalten.

Ich ziehe das Jackett aus und streife stattdessen den Levi's-Pulli ("Classic Crew Neck Sweater", Gr. M, 49,95 Euro) über. Wie Asphalt sieht er aus, sitzt gut am Körper. Ich mag das. Danach tausche ich ihn gegen den Kapuzenpulli von Grenality ("Schneesturm", Gr. L, 69,90 Euro). Er sitzt eng an den Armen - und ist vielleicht auch eher etwas für den Winter. Die dunkelblaue Jeans von Ltb Roden (Gr. 32/34, 69,95 Euro) hingegen passt.

Nun probiere ich das rotkarierte Hemd von Joop! ("Hanko", Gr. 42, 89,95). Wie schon sein Vorgänger von Esprit passt es wie angegossen. Dazu die olivgrüne Chino von Dockers ("All the Time", Gr. 32/34, 99,95 Euro). Hier gefällt mir - dem Boot-Cut-Träger - vor allem der gerade Schnitt. Weil's farblich so gut passt, schlüpfe ich noch in die olivgrünen Flip-Flops von Puma ("Surfrider", Gr. 48, 29,95 Euro). So kann ich ins Strandbüro! Aber auch für die nächste Gehaltsverhandlung in der Redaktion ist ein Outfit dabei.

Das Herz des Geschäftsmodells

Das rot-blau-weißkarierte Hemd von Pierre Cardin (Gr. 42, 79,95 Euro) hat es mir angetan. Auch hier könnten die Ärmel minimal länger sein. Das aber tritt zurück hinter meine Begeisterung für das Detail weißer Kragen mit blauer Naht. Dazu ergänzen sich die dunkelblaue Chino von Hilfiger ("Sasha", Gr. 32/34, 89,95 Euro) und die Adidas-Sneaker richtig gut. Mit dem Levi's-Pulli lässig um die Schultern drapiert kann ich direkt ins Golf-I-Cabrio springen und zum Tennisplatz fahren - positiver Ausgang der Gehaltsverhandlung vorausgesetzt.

Ich packe die Klamotten wehmütig zurück in die Box - denn es ist ja nur ein Test. Wenige Tage später meldet sich Laura. Es sei schade, schreibt sie, dass nichts für mich dabei war. Über ein Feedbackgespräch würde sie sich freuen.

Wie wichtig Style-Expertinnen wie Laura für Personal-Shopping-Portale sind, erklärt mir Outfittery-Chefin Alex später im Interview. Sie hielten nicht nur Kontakt zu den Kunden, sondern stellten auch die Kleidung zusammen. "Sie sind das Herz des gesamten Geschäftsmodells", sagt Alex. Sieben Style-Expertinnen habe Outfittery im Moment, eine achte solle bald dazukommen. Allerdings braucht es Qualifikation, um den Job machen zu können. "Unsere Expertinnen haben jahrelange Erfahrung im Einzelhandel, etwa bei Gallery LaFayette oder Peek & Cloppenburg", sagt Alex. "Nur so könnten die Style-Expertinnen wirklich wissen, welches Kleidungsstück zu welchem Typ Mann passt." Bei mir hat es funktioniert.

Modomoto: Zwei Outfits mit Schleifchen

Direkt nach der Outfittery-Anmeldung registriere ich mich bei Modomoto. Hier läuft es anders: Kein Fragebogen, stattdessen zeigt mir Modomoto sechs Bilder mit verschiedenen Outfits: Die Klamotten liegen auf dem Boden, knitterig und knüddelig sieht das aus und irgendwie verhuscht. Das fängt ja gut an, denke ich. Eigentlich würde ich keines dieser Outfits tragen. Da das aber keine Option ist, entscheide ich mich für die Businessvariante mit weißem Hemd, dunkler Jeans und Jacke. Dann folgt doch ein Fragebogen - ich bin beruhigt.

Welchen Schnitt bevorzugen Sie? Eng. Welche Marken tragen Sie bevorzugt?Adidas, Diesel. Bei der Frage nach Marken, die ich ganz und gar nicht schätze, schreibe ich nichts. Wo haben Sie bisher bevorzugt eingekauft? Hier erscheinen Markennamen wie Peek & Cloppenburg, Zara, und zu meiner Erleichterung auch H&M. Denn es ist wahr: Bislang stammt der Großteil meiner Klamotten von den Schweden. Aber sicherheitshalber klicke ich auch auf Zara. Schließlich fragt Modomoto noch Größen und Probleme beim Klamotten-Shopping ab. Ich gebe an: "Ärmel oft zu kurz."

Wegen der "riesigen Nachfrage" würde ich nun auf eine Warteliste gesetzt, teilt mir Modomoto mit. Sorgen müsse ich mich aber nicht: "Unser Team wächst aktuell rasant, so dass es sicherlich nicht lange dauern wird, bis sich Ihre ganz persönliche Style-Expertin bei Ihnen meldet!" Zur Erinnerung: Bei Outfittery waren es zwei Tage. Doch Modomoto geht lediglich auf Nummer sicher - und ist ansonsten ehrgeizig.

Noch am selben Tag, nach unschlagbaren dreieinhalb Stunden, meldet sich die Style-Expertin. Sie ist sehr freundlich und klärt Details mit mir. Sie will wissen, ob ich bei T-Shirt eher zwischen S und M oder doch zwischen M und L liege, ob ich nur Jeans trage oder auch Chinos. Welche Farben ich mag und welche gar nicht gehen, ob Rund- oder V-Ausschnitt. Und ob es auch knallige Farben sein dürfen. Ich lasse mich gern überraschen - und Modomoto überrascht mich.

Feuer und Flamme

Nach nur zwei Tagen ist das Paket da. Es wirkt nicht ganz so wertig wie das von der Outfittery, ist aber auch nur halb so groß - und glücklicherweise nur halb so schwer. Dafür ist innen alles ganz liebevoll zurecht gemacht. Unter dem Modomoto-Papier, das ich sofort nach dem Fotoschießen aufreiße, verbergen sich zwei Häufchen Kleidung, drapiert mit weißem Stoffband und Schleife. In sämtliche Stücke sind Modomoto-Logos geheftet. Es sind zwei Outfits - damit man nicht lange überlegen muss, was zusammenpasst. Das gefällt mir als Shoppingmuffel und chronischem Faulpelz natürlich auch gut.

Wie bei Outfittery liegt in dem Paket eine Karte mit persönlicher Widmung. Sie kommt von meiner Style-Expertin Julia. "Passend zum Sommer habe ich Ihnen ein farbenfrohes Outfit rausgesucht, bei dem vor allem der rote, leichte Pulli hervorsticht", schreibt sie. Das andere Outfit sei klassisch, aber durch die hellen Farben "freundlichen gehalten". Dann wünscht Julia noch viel Spaß beim Anprobieren. Und ich kann es kaum erwarten!

Los geht's mit Outfit eins: Der Cardigan von Minimal ("Winter Sky", Gr. M, 50 Euro), der auch in den Sommer passt, war mir bereits beim Auspacken ins Auge gesprungen. Das weißblaukarierte Button-Down-Hemd von Olymp (Gr. 40; 49,95 Euro), das ich drunter ziehe, entpuppt sich jedoch als erste Enttäuschung aus dem Hause Modomoto: die Ärmel sind "extra kurz". Da muss bei der Gesprächsauswertung meiner Style-Expertin wohl etwas durcheinander gegangen sein. Die Chino von Minimum (Gr. 32/32, 70 Euro) in Cognac sitzt, ist aber ebenfalls zu kurz. Ich bin ernüchtert, freue mich aber trotzdem auf den roten Cardigan in Outfit zwei, den Style-Expertin Julia auf der Karte angepriesen hat.

Ich bin Feuer und Flamme! Raffiniert sind beim Cardigan von Campus ("Faded Poppy", Gr. M, 79,90 Euro) vor allem die Details: Dunkelblaue Linien umspielen die Außennähte, auf der linken Brust thront eine Tasche, die Innennähte der Knopfleiste sind Himmel. Ein Fest! Nur leider spannt der Cardigan ein wenig unter den Armen. Die dunkelblaue Hose von Scotch & Soda (Gr. 32/34, 89,95 Euro) passt farblich klasse und sitzt sowohl im Bund als auch in der Länge. Das Hemd von Campus ("x22 combo"; Gr. M; 49,95 EUR) ist bläulich-weiß und leicht verwaschen. Es sitzt, nur die Ärmel sind wieder zu kurz - allerdings kein Vergleich zu Outfit eins.

Folglich hat bei Modomoto ganz klar das Outfit zwei gewonnen. Hier passt fast alles. Allerdings würde ich etwa den Campus-Cardigan gern eine Nummer größer probieren. "Das hätte unsere Style-Expertin im Feedback-Gespräch mit Ihnen arrangiert", sagt Modomoto-Chefin Powalla, nachdem ich die Sachen zurückgeschickt habe. Bei dem Startup kümmern sich sechs Style-Expertinnen um die Kunden, eine siebte kommt demnächst dazu. Und der Bedarf ist weiter hoch: "Beratung hört nicht damit auf, dass wir etwas in das Paket hineinlegen", sagt Powalla.

Modemeister: Zwei Mails, ein Telefonat, kein Paket

Direkt nach der Anmeldung bei Modomoto registriere ich mich auch beim dritten Testkandidaten Modemeister. Hier folgt kein Fragebogen, sondern ich erhalte eine E-Mail mit einem Bestätigungs-Link. Ich klicke. Ein Stylist werde sich binnen 24 Stunden bei mir melden, heißt es. Doch es passiert: nichts. Niemand meldet sich. Nach einer Woche habe ich keine Lust mehr auf Warten.

Ich schreibe Modemeister eine E-Mail. Auch darauf erhalte ich keine Antwort. Also rufe ich noch eine Woche später die Geschäftsführerin Tanja Bogumil an. Es folgt ein Hin und Her. Drei Wochen nach meiner Registrierung ist immer noch kein Paket da - und ich verzichte schließlich.

Ein telefonisches Statement will Modemeister nicht abgeben, stattdessen erhalte ich noch eine E-Mail: "Eine schnelle Kundenabfertigung im Akkord ist nicht unser Stil, und dies wird bisher von unseren Kunden sehr geschätzt", schreibt Chefin Bogumil. "Dass es dabei zwischenzeitlich auch zu längeren Wartezeiten kommt, lässt sich leider nicht vermeiden. Wir bedauern, Sie damit nicht überzeugen zu können."

Das ist schade, klar. Aber auch kein Beinbruch. Andere Personal-Shopping-Portale waren schneller.

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