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Abendkleider: Von schlicht bis glanzvoll

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Abendkleider Nicht nur Pippa bezaubert

Sie erregte weltweit Aufsehen bei der Hochzeit ihrer Schwester: Trauzeugin Philippa Middleton trug ein schlichtes, langes weißes Kleid und wurde damit zum Gesprächsthema Nummer zwei. Ein Beleg dafür, dass die Wahl der passenden Robe noch immer große Bedeutung haben kann.

Berlin - Ob ein Theaterbesuch, die Hochzeit der besten Freundin oder ein glamouröser Ball - Anlässe, um ein Abendkleid zu tragen, gibt es viele. Kein anderes Kleidungsstück hat mehr Faszination auf kleine Mädchen, kichernde Teenager und die gesetzte, erwachsene Frau gleichermaßen. Gibt es einen passenden Anlass, gilt ihre Sorge nur dem Abendkleid - denn für eine Frau ist ein schönes Prinzessinnenkleid mindestens die halbe Miete für eine gute Zeit.

So stehen Frauen seit vielen Jahrhunderten ratlos vorm Spiegel und fragen sich, welches Kleid ihnen wohl am besten steht. Im Mittelalter wurden die edlen Roben ausschließlich auf großen Bällen getragen und waren dementsprechend teuer und aufwendig verarbeitet. In der Neuzeit war die Kleidermode lange auch im Alltag prunkvoll und ausladend - jedoch nur für die Damen der höheren Gesellschaft.

Später, als die großen Bälle von zahlreichen kleineren Feierlichkeiten verdrängt wurden, wurden auch die Abendkleider schlichter und vor allem der Rock schmaler - und wahlweise auch kürzer. 1930 war er noch bodenlang und hatte oft eine kurze, angeschnittene Schleppe, nach 1933 nur noch knöchel- bis bodenlang. Aber bereits in den 20er Jahren hatte Coco Chanel das sogenannte Kleine Schwarze populär gemacht - und die Modeschöpferin erfand mit dem Cocktailkleid einen zeitlosen Klassiker.

Heute haben Frauen die Qual der Wahl, so vielfältig sind die Modelle für opulente Abendanlässe. Auf ausladende Kleider verzichten viele heute, auf bodenlange aber nicht. Aktuell ist derzeit ein Schnitt, der an allen Figurtypen gut wirkt: Der Empire-Stil. "Mit seiner hoch unter dem Busen sitzenden Taille und dem weich fließenden Stoff macht es eine schöne Silhouette und verdeckt kleine Pölsterchen", erläutert die Berliner Designerin Anna von Griesheim. Grazilere Frauen mit wenig Oberweite erhielten hingegen Fülle.

Griesheim rät kurvigen Frauen zu eher matten Farben, "da glänzende Stoffe oft ein bisschen auftragen". Damit müssten sie auf die derzeit häufig zu findenden Farben Gold und Silber verzichten und stattdessen auf die ebenso angesagten Grün-, Rot-, Blau- und Beerentöne setzen.

Stil, Länge und Design des Kleides immer dem Anlass entsprechend auswählen

Zu den Lieblingslooks der Designer gehören in dieser Saison Neckholder-Kleider, deren wohl berühmteste Trägerin am 1. Juni ihren 85. Geburtstag gefeiert hätte: Marilyn Monroe, deren weißes Neckholder-Kleid im Film "Das verflixte 7. Jahr" von der Abluft eines Straßenschachtes aufgewirbelt wurde. Unter anderem P&C legte das Kleid in mehren Farben originalgetreu wieder auf. Boss Black hat ein graues, bodenlanges Kleid mit zwei Trägern - einer davon eng am Hals liegend, Replay hat ein Neckholderkleid in Dunkelblau aus seidigem Stoff mit nietenbesetzten Trägern.

Auch asymmetrische Schnitte sehe man häufig, wie Anna von Griesheim berichtet. So hat Victoria Beckham ein langes weißes Abendkleid mit asymmetrischen Faltendrape und integriertem Gürtel entworfen, Emmerling ein rotes Abendkleid mit asymmetrischem Ausschnitt.

Trägerlose Corsagenkleider, mit denen zuletzt Donatella Versace ihre Models über den Laufsteg schickte, pushen mit aufwendig verarbeiteten Corsagenstangen im Oberteil ein besonders schönes Dekolleté.

Doch es muss nicht immer bodenlang sein, sagen die Experten. Abendkleider im Etuistil, die in fast geometrischer Form geschnitten sind und bis knapp zu den Knien reichen, sind genauso partytauglich, wenn der Anlass etwas lockerer ist. Designer Steffen Schraut aus Düsseldorf rät, Stil, Länge und Prunk des Kleides immer dem Anlass entsprechend zu wählen: "Ist es ein Charity-Event, ein Empfang mit hochrangiger Gästeliste oder ein Sommernachtsball auf Sardinien?", fragt er. Bei einem außergewöhnlichen Event wie zum Beispiel einem Opernball sollte man nach wie vor ein klassisches Ballkleid aus edlen Stoffen in gedeckten Farben wählen.

Je aufwendiger das Abendkleid ist, desto zurückhaltender sollte der Schmuck sein, sagt Melanie Dummin, Marketingleiterin bei Juwelier Christ in Hagen. Abendroben sollten mit einer kurzen, runden, nah am Hals liegenden Kette kombiniert werden. "Diese darf aus Weißgold, Gelbgold oder Sterlingsilber sein und einen kleinen, filigranen Anhänger haben", rät Dummin.

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Manja Greß, dpa

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