Montag, 24. Februar 2020

Mode für Figurbewusste Das Comeback der Petticoats

Petticoat-Kleider: Ein Kompliment an die Weiblichkeit
TMN

2. Teil: Petticoats in neuer Optik

Ursprünglich war der Petticoat als bauschiger Unterrock gedacht, der mit mehreren Tüllschichten weiten Röcken und Kleider die richtige Passform verleihen sollte, erläutert Rose. "In den späten 50er Jahren entbrannte sogar eine hitzige Diskussion, ob Petticoats als Überbekleidung überhaupt sichtbar sein dürfen." Heute bezeichnet man Kleider in diesem Stil damit, aber auch als Unterröcke kennt man sie noch in der Brautmode.

Nach wirklich ausladenden Kleidern, die wie in einem alten Rock'n'Roll-Film durch keine Tür zu passen scheinen, sucht man im Einzelhandel aber meist vergebens - nur in Nostalgieshops kann man sie bestellen. "Die Petticoats müssen heute alltagstauglicher sein", sagt Dürer, Mitglied im Verband deutscher Mode- und Textildesigner. Sie dürften weder zu steif noch zu bauschig sein.

Viele Designer ahmen mit ihren Stücken daher eher die auffällige Silhouette nach, als wirkliche Tellerröcke mit mehreren Lagen zu schneidern. Mango zeigt etwa ein schwarzes, weites Kleid, das durch einen dünnen Gürtel um die Hüfte die Sanduhrform erhält. Cos verstärkt die Form etwa mit einer weiten Tasche am Rock. Auch mehrlagige Röcke, die zu engen Oberteilen wie T-Shirts sowie mit Kurzblazern kombiniert werden, findet man. Rose rät, dazu dezente Accessoires und hohe Schuhe zu wählen.

Für Aufsehen sorgt der Petticoat derzeit aber nicht nur wegen seiner für die heutige Zeit wieder neuen Optik: Er ist auch ein Figurwunder. "Figurprobleme gibt es mit einem Petticoat kaum, denn ein Zuviel an Bauch, Po und Oberschenkeln wird versteckt und kaschiert", erläutert Rose. Umgekehrt werde dort, wo nur wenig Kurven sind, mehr geformt. Und dennoch ist der Petticoat nicht für jede Frau etwas - denn es brauche ein gewisses Maß an Selbstvertrauen, mit so viel weiblichen Reizen nicht schüchtern im Raum zu stehen, sagt Dürer. Nur so kann man mit seinen Kurven auch umgehen und kokettieren wie Sophia Loren, die einst sagte: "Alles, was Sie an mir sehen, verdanke ich Spaghetti!" Und dem Petticoat-Kleid.

Simone Andrea Mayer, dpa

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