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Mode auf dem roten Teppich: The Good, the Bad, the ...

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Roben der Oscar-Nacht Schlicht, pastell und elegant

Understatement war bei der diesjährigen Oscar-Verleihung angesagt: Schlichte Roben, zurückhaltender Umgang mit Schmuck und offene Haaren prägten das Bild auf dem roten Teppich. Doch es gab auch Ausnahmen.
Von Simone Utler

Los Angeles - Zu viel Weiß, Silber und Nude, kaum raffinierte Schnitte, wenig auffälliger Schmuck. Die Stars setzten bei Hollywoods größtem Schaulauf in diesem Jahr auf Understatement und Roben vom Typ "Alles-schon-mal-dagewesen". Es gab wenige Aha-Effekte bei der 83. Oscar-Verleihung.

Trotz der eisigen Temperaturen wagten die meisten Damen schulterfreie Kleider - und nackte Hälse. Während früher auffällige Colliers zur Schau getragen wurden, scheint sich seit der Wirtschaftskrise dauerhaft ein Hang zu Understatement durchgesetzt zu haben. Eine Ausnahme machte Amy Adams, die zu ihrem dunklen Kleid auffälligen Smaragd-Schmuck im Wert von 1,35 Millionen Dollar angelegt hatte.

Kräftig glitzern durfte es zwar bei etlichen Kleidern, doch wenn die Farbe blass ist, retten auch Kristalle nichts. Nicole Kidman erinnerte mit ihrer porzellanweißen Haut in dem ebenfalls weißen schulterfreien Kleid an eine Eisprinzessin. Das hochgeschlossene weiße Modell, für das sich Michelle Williams entschieden hatte, war an sich sehr elegant, aber mit den hellblonden Haaren und dem blassen Teint der Schauspielerin war alles zu sehr Ton in Ton.

Melissa Leo, die den Oscar als beste Nebendarstellerin in "The Fighter" erhielt, trug ein Kleid aus weißer Spitze, das allerdings stark an Omas Tischdecke erinnerte. Als die Schauspielerin auf die Bühne schritt, um ihre Auszeichnung entgegenzunehmen, konnte man jedoch die besondere Raffinesse der Robe erkennen: den Schlitz.

Opulente Robe, schlichte Frisuren

Bei den Oscars ging sie zwar leer aus - aber den Preis für den Missgriff des Abends hat sie sich verdient: Die als beste Schauspielerin nominierte Jennifer Lawrence zeigte sich in einem eng anliegenden roten Kleid des brasilianischen Calvin-Klein-Designers Francisco Costa, das an einen Baywatch-Badeanzug erinnerte. Extrem auffällig, aber für die Oscar-Gala nicht ganz angemessen. Allerdings kann man der 20-Jährigen den Newcomer-Bonus zusprechen.

Wie stilvoll und opulent geht, zeigte Jennifer Hudson auf dem zehn Meter breiten und 150 Meter langen Teppich vor dem Kodak Theatre in Hollywood. Die Sängerin und Schauspielerin, die 2006 den Oscar als beste Nebendarstellerin erhalten hatte, trug eine elegante Robe von Versace in einem dunklen, dramatisch wirkenden Orange. Sie war eine der wenigen, die mit einer kunstvoll drapierten Frisur aufwartete.

Die meisten Damen trugen ihre Haare in diesem Jahr offen. Scarlett Johansson wagte sich mit einem zerwuschelten Bob zu der Gala und bestach mit einem körperbetonten Kleid von Dolce & Gabbana in Burgunder - mit atemberaubendem Rückenausschnitt.

Die Gewinnerin des Abends, Natalie Portman, hatte sich für Lila entschieden. Zwar umspielte das schulterfreie Modell von Rodarte im Empire-Stil vorteilhaft den Bauch der hochschwangeren Schauspielerin, doch die einseitig über die Schulter fallenden Haare und die Quasten-Ohrringe wirkten etwas hausbacken.

Die jüngste Nominierte, die erst 14 Jahre alte Hailee Seinfeld, die als beste Nebendarstellerin in "True Grit" ins Rennen gegangen war, zeigte sich in einem ihrem Alter angemessenen Kleid in Blassrosa und verkündete stolz: "Ich fühle mich wie eine Prinzessin."

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