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Damenmode: Männerschick für Trendbewusste

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Frühjahrstrend Männermode zieht Frauen an

Frauen bedienten sich schon immer gern im Kleiderschrank des Partners. In diesem Frühjahr haben sie ein paar gute Argumente dafür, denn der Boyfriend-Style hat es von der Freizeitmode in den stadtfeinen Look geschafft. Mit ein paar einfachen Regeln wird die Herrenkleidung zum echten Hingucker.

Hamburg/Frankfurt am Main - Katie Holmes war es, die vor fast drei Jahren in riesigen Jeans in die Öffentlichkeit trat und damit zur Trendsetterin in Sachen Boyfriend-Jeans wurde. Seitdem sind die Baggy Pants für Frauen aus keiner Jeanskollektion mehr wegzudenken.

Doch nicht nur bei den Denims lassen sich die Designer für ihre Frauenmode von den Männern inspirieren. Auch Sakkos, Overalls und weiße Hemden tragen Frauen nun ganz im Stil von Modeikonen wie Marlene Dietrich und Coco Chanel. Der androgyne Gentlemen-Style ist ein Hauptthema der Frühjahrsmode. Dafür muss man aber nicht in der Herrenabteilung shoppen gehen. "Es gibt ganz eigene Kollektionen, die extra für die weibliche Figur entworfen werden", sagt Maria Hans, Personal Shopperin aus Hamburg.

Es sind eben nur klassische Herrenschnitte, die nun die Damenmode inspirieren. Der Reiz ergebe sich aus der Kombination dieser Kleidung mit als besonders weiblich geltenden Accessoires wie High Heels, erläutert der Modeberater Andreas Rose aus Frankfurt am Main den Stilmix. "Es werden Schnitte, Stoffe und Details sowohl aus der Damen- als auch aus der Männermode für diesen Style verwendet."

"Die absoluten Must-Haves für diesen Look sind weiße Hemden und Over-Size-Blazer", sagt Silke Gerloff, Stilberaterin aus Offenbach. Rose schlägt auch vor, das übergroße Hemd mit oder ohne Gürtel als Kleid zu tragen. Oder man zieht das Hemd über raffinierte Shorts. Das sieht aber nur gut aus, wenn es eben ein Hemd ist - und keine feminine Bluse.

Smoking für Mutige

Ähnlich abgewandelt wird auch der übergroße, die Schultern betonende Blazer. Er ist inspiriert vom männlichen Sakko, wirkt aber weiblich, wenn er mit einem sehr schmalen Gürtel kombiniert und so die Taille betont. Auch an den Füßen wird es maskulin. Andreas Rose rät etwa zum klassischen Schnürschuh aus Velour- oder feinem Kalbsleder mit Flechtmuster oder Lochverzierungen. Auch Loafers, maskuline Slipper, passen zu einem eher strengen Outfit.

Zu fast jedem Kleidungsstück kann eine Weste kombiniert werden, wie sie Männer zu feierlichen Anlässen unter ihrem Jackett tragen. Diese eng anliegenden Westen bringen laut dem Deutschen Mode-Institut in Köln eine "Garçon-Attitude" in die Mode. Sie passen gut zu den lässigen Hosen, wie es etwa Cinque in einer männlich inspirierten Kombination aus Weste, Chino, Blazer und Hut vormacht. Aber auch unter Blazer, Cardigan und Trenchcoat sowie über Tuniken und Kleidern sehen sie toll aus.

Modebewusste Frauen dürfen auch gerne in den Overall schlüpfen - der ist am besten farbig und aus leichten, fließenden Materialien. Ebenfalls ein Hingucker für mutige Damen ist der Smoking. "Er ist taillierter geschnitten als das Herrensakko, ein- oder doppelreihig geknöpft, mit Satinbesatz an Revers und Taschen", sagt Rose. Die Hose hat Galonstreifen an den äußeren Nähten und ist meist gerade geschnitten. Allerdings sollte man bei so einem klassisch männlichen Outfit Wert auf besonders weibliche Accessoires legen.

Das Gleiche gilt auch für andere, besonders verhüllende Kleidungsstücke: "Zum Over-Size-Blazer passt gut eine Röhre, die Boyfriend-Jeans zu extremen High Heels", rät Hans. Das zeigt etwa das Versandhaus Otto. "Bei schlanken Frauen mit weiblichem Charme wirkt der Look am besten", sagt Rose. Sehr kleine Frauen sollten am besten ganz auf den Männerschick verzichten.

Britta Schmeis, dpa
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