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Neue Dessous: Farbenfrohe Verlockungen

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Sommerdessous Mieder, aber nicht bieder

Korsagen, Mieder und Push-ups mit viel Spitze sind die neuen Dessoustrends. Die Designer setzen auf weibliche Eleganz und das Spiel mit modern interpretierten Retro-Formen aus der Marilyn-Monroe-Ära. Bunte Farben und auffällige Muster setzen die neuen Kreationen frisch in Szene.

Köln - Spitze ist Spitze in dieser Saison. Die Dessousmode greift das Thema in allen Varianten auf, ob durchsichtig, mit Stoff unterlegt oder auch nur als Druck. "Alles darf ein bisschen eleganter und weiblicher sein", sagt Martina Metzner vom Branchenmagazin "Textilwirtschaft". Das gilt auch für die Formensprache der neuen Unterwäsche: "Der String verliert immer noch an Bedeutung. Der Hipster ist bei jungen Frauen sehr beliebt, reifere Damen greifen eher zum Slip."

Beide Formen würden kombiniert mit Korsagen und Push-ups, so Metzner. Und je jünger die Frau sei, desto stärker sei der Wunsch, die eigene Weiblichkeit herausstellen. Deshalb würden gerade junge Linien wie edc by Esprit oder s.Oliver diese Teile verstärkt anbieten - und damit auch bei Kundinnen Anklang finden, die zuvor eher bei etablierten Wäschemarken gekauft hätten.

Gerd Müller-Thomkins, Geschäftsführer des Deutschen Mode-Instituts in Köln, stellt ein zunehmendes Spiel mit solchen Gegensätzen fest. So würden etwa mit Biederkeit assoziierte Versatzstücke früherer Zeiten, wie Mieder und Korsage, von jungen Frauen spielerisch eingesetzt. "Man sieht Korsagen in der Oberbekleidung - das spiegelt sich auch in der Unterwäsche wieder", sagt der Trendexperte.

Diesen Gegensatz zeigen auch neue Schnitte und Ausführungen der bis vor kurzem rein funktionalen Shape-Wear. In den Kollektionen der körperformenden Unterwäsche, die inzwischen fast alle Hersteller anbieten, gibt es auch Push-ups, Hipster-Strings mit etwas breiteren und damit weniger einschneidenden Seitenteilen und Highwaist-Painties. Diese hüfthohen Miederhosen greifen die bereits aus der Damenoberbekleidung bekannte Hommage an die 50er und 60er Jahre auf. Beispiele für den Retrostil à la Marilyn Monroe oder Sophia Loren finden sich etwa bei Princesse tam tam und Wolford.

Unterwäschetrends aus der Musikbranche

Statt in den damals gängigen Beige-Töne werden immer mehr Shape-Höschen auch in Farben und mit Spitze angeboten. Dieser Trend kommt aus der Musikbranche. So trägt etwa US-Popstar Katy Perry ("California Girls") Miederhöschen in Kunterbunt und wie Unterwäsche anmutende Shirts.

Den Trend zu jugendlichen Farben bestätigt auch Petra Camp, Produktmanagerin bei Triumph. Taillenformende Panties mit passendem Push-up-BH in der Farbe Pink seien gerade sehr gefragt, aber auch romantischere Teile in den gewohnten Formen. So versieht etwa Cheek die rosaroten Träume mit Blümchen-Applikationen, Bruno Banani mit Punktemuster. In einem satten Ton passen diese Stücke gut zum derzeit angesagten, gewagten Farbmix in der Oberbekleidung.

Auch Blumenmuster in verschiedensten Stilen, zumeist in Pastelltönen, sind in fast jeder Kollektion zu finden. Viele Stücke haben Rüschen, wie bei Undercolors of Benetton zu sehen, oder filigrane Stickereien, wie bei Triumph.

Das fröhliche Pink und Pastell lässt die Wäsche leicht wirken. Daneben sind die klassischen Dessousfarben Schwarz und Weiß weiterhin beliebt. Aber auch saisonale Farben wie Blau trägt man, etwa bei Mey Bodywear zu sehen. Sie lassen sich nach dem Mix-and-Match-Prinzip gut mit Stücken in Eisgrau oder Elfenbein kombinieren.

Susanne Collins, dpa
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