Freitag, 18. Oktober 2019

Wäschetrends für Männer Drunter wird es bunter

Nach den dunklen Tönen und den enganliegenden Formen der vergangenen Jahre kommen bei der Herrenunterwäsche jetzt neue Farben und Schnitte ins Spiel. Retrodesigns zeigen nostalgische Streifen- und Karodessins der 50er Jahre; und wer über das nötige Selbstbewusstein verfügt, kauft sich trendige Slips mit Superhelden-Print.

Köln - Frauen wünschen sich meistens etwas anderes. Aber viele Männer kaufen immer noch unverbesserlich die Unterhosen des ganz klassischen Typs: Weiß, Doppelripp, mit Eingriff. Modisch wurden in den vergangenen Jahren dagegen eng anliegende Hip-Pants mit halbem Bein - in Grau und Schwarz sieht das edel aus und passt auch gut unter Anzughosen. In der neuen Saison kommen knallige Farben hinzu. Aber Experten beschwören schon wieder den Gegentrend: Die Boxershorts kehrt zurück - und der klassische Slip zeigt sich im neuen Design.

Dabei hatten sich die meisten gerade erst an die Hip-Pants gewöhnt. Dunkle Farben, eng anliegende Retro-Formen mit längerem Bein und technische Qualitäten aus Microfasern seien derzeit am meisten gefragt, zählt die Fachverkäuferin Uschi Menger in der Wäscheabteilung vom Modehaus Jost im pfälzischen Grünstadt auf. Auch in der Provinz gibt es offensichtlich ein grundsätzlich gestiegenes Modebewusstsein bei den Herren: "Die Männer merken, dass man sich in schöner Unterwäsche einfach besser fühlt."

Frische Farben, Entspanntheit und ein Mix aus Urbanität, Sportlichkeit und einem Tick Femininem sind die aktuellen Themen der Mode. "Workwear" - Einflüsse aus der Berufskleidung - ist ein weiterer Trend, der in verwaschenen Optiken und Naturfarben, etwa in den Kollektionen von Camel active, Mustang oder Tom Tailor zu sehen ist. Andere Hersteller setzen ganz auf Farbe. Klare Blautöne erinnern an das Meer - zum Beispiel bei Bikkembergs, Daniel Hechter oder Joop. Bunt geht es auch bei Skiny zu. Im Metallic-Look gibt es glamouröse Wäsche von Hanro, HOM oder Mey. Dazu kommen Neontöne - Giftgrün, Orange, Knallgelb oder Pink - bei Bruno Banani, Diesel und dem spanischen Unternehmen ES Collection.

Das Comeback der Boxershorts

Angedeutete oder akzentuierte Eingriffe sind bei Hugo Boss, Calida oder Zimmerli zu sehen, in maskulinen, nostalgischen Karo- und Streifendessins der 50er Jahre. Dominant sind in den Kollektionen nach wie vor körpernah gehaltene Hipster. Aber der klassische Sportslip mit ausgeschnittenem Bein und die weiten, gewebten Boxershorts holen auf.

"Ich sehe ein Boxer-Comeback von klassisch bis modisch. Das sind auch richtig groß karierte, farbschöne Shorts, mit denen man sich sehen lassen kann", sagt Volker Görhardt, über Jahrzehnte Kreativdirektor der amerikanischen Traditionsmarke Jockey.

Junge Männer entdecken die weiten Unterhosen mit dem Hüftbund neu für sich, die älteren entdecken die klassische Version wieder - als lockere Alternative zur eng anliegenden Wäsche. Es gibt sie auch in pastelligen Tönen und frechen Farben. Sie dürfen sogar mit Rosa vermischt sein. Ein Comeback bei der Jugend erlebt der Slip. "Figurbetonend und sportlich geschnitten ist das genau der Typ Wäsche, den die athletischen Jungs brauchen können", sagt Görhardt. Besonders markant wirken die Trendslips in mutigen Farben, Drucken und Schwarz-Weiß-Bildern.

Emporio Armani steckte den Fußballstar Cristiano Ronaldo in seiner neuen Unterwäschekampagne in einen der engen, knappen Slips. Ein weiterer markanter Trend sind künstlerisch oder lustig bunt bedruckte Unterhosen. Die neue junge Kollektion von Bruno Banani zeigt sogar Superhelden- und Heavy-Metal-Motive.

Sabine Fanny Karpf, dpa

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