Mittwoch, 21. August 2019

Businessmode Gefahren im Anzug

2. Teil: Mode hat auch immer mit Mut zu tun

Auch das modische Monopol der engen Hüfthose ist endlich gebrochen. Es gibt das ganze Spektrum - von der Flat-Front über den kleinen Bundabnäher bis hin zu mehreren Bundfalten. Der Bund wandert langsam wieder nach oben, der Schritt nach unten. Einziges modisches Muss ist eine geringe Saumweite. Egal ob Zigarette oder Karotte, die Hosen laufen unten konisch zu und müssen deshalb etwas kürzer getragen werden als bisher, das heißt sie berühren nicht den Absatz des Schuhs.

Schmale Linie: Ein Anzug aus der aktuellen Joop-Kollektion
Das klingt für Sie irgendwie gewagt? Stimmt, Mode hat immer auch etwas mit Mut zu tun. Wer versucht, es mit seiner Kleidung allen recht zu machen, der darf sich nicht darüber wundern, dass seine Umwelt in einem Schafspelz keinen Wolf vermutet, sondern - ein Schaf.

Vergessen wir nicht, dass das, was uns heute als über jeden Zweifel erhabene Klassik des männlichen Dresscode erscheint, von einem Mann geprägt wurde, der einen sehr spielerischen Umgang mit Kleidung pflegte. Er erfand neben vielem anderen die Bügelfalte für das Hosenbein und für den Sakkoärmel. Die eine hat sich durchgesetzt, die andere nicht. Trotzdem oder gerade deshalb ist Edward "David", Herzog von Windsor, der größte Klassiker der Herrenkleidung. Wir lernen von ihm: Nicht Risikominimierung ist das Gesetz des gut gekleideten Mannes, sondern Trial and Error.

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