Frisuren Diva trifft Gentleman

Locken, Wellen, Glanz: In die Frisurenmode kehrt der Glamour zurück - mit Looks im Hollywoodstil der 30er und 40er Jahre. Frauen, die die neuen Laufstegtrends genau kopieren, laufen allerdings Gefahr, dann nur noch mit einem Auge sehen zu können.

Köln/Göttingen - Die Haare kommen in diesem Herbst in Bewegung: Sie machen die große Welle oder drehen kleine Locken - Hauptsache, es ist Schwung dabei. In jedem Fall muss die Frisur perfekt gestylt sein. Ein langer Pony bleibt angesagt. Und Glanz und Gloria setzen die Akzente.

"Viele Frauen werden den Herbst nur mit einem Auge sehen können", sagt Franz-Josef Küveler voraus. "Wir haben in diesem Herbst zwei relativ kurze Längen, bei denen der Nacken und die Ohren frei sind. Die Frisuren fallen durch einen exakten Schnitt und freches Styling auf", erläutert der Kreativchef des Zentralverbands des deutschen Friseurhandwerks in Köln. Durch den langen Pony, der bisweilen sogar vor dem Auge hänge, wirke die Frisur aber gar nicht so kurz.

Je länger die Haare, umso mehr bewegen sich die Locken und werden zu großen Wellen. "Wichtig ist, dass die Wellen und Locken nicht dauerhaft sind. Wir reden in dieser Saison nicht von Dauerwellen, sondern von einmaligem Styling", erklärt Küveler. Nicht plakativ, sondern edel soll die Frisur wirken. Neben der großen Welle spielt Glanz eine große Rolle. "Es erinnert an die 1930er und 1940er Jahre in Hollywood - sehr glamourös", sagt Stefanie Köhn, Präsidentin des Bundes deutscher Haarformer in Göttingen. Die dunkle Mode biete den aufwendigen Frisuren einen neutralen Hintergrund.

Die Herren mögen es klassisch

Farblich lehnen sich die Frisurentrends an die warmen Stimmungen des Herbstes an: "Goldblond, Kupferblond, Kupferrot - sehr weiblich und intensiv", findet Köhn. "Strähnen werden so ins Haar eingearbeitet, dass man sie eigentlich nicht erkennt", sagt Küveler. "Elegante Weiblichkeit kommt genauso zum Ausdruck wie die dunkle Seite von Schönheit", sagt Steve Hogan, Kreativdirektor bei Schwarzkopf Professional. Während Seitenscheitel, eng anliegende Locken und Wellen an die Frauen der Nachkriegszeit erinnern, muten präzise Haarschnitte mit messerscharfen, teils geometrischen Linien futuristisch an.

Auch farblich sind die Unterschiede bei Schwarzkopf deutlich: Der sehr weibliche Look zeichnet sich durch weiche, warme Farben aus - Blond, Brünett oder Rot. Der Gegenpart dazu sind Kombinationen widersprüchlicher Farben wie helles Blond und dunkles Violett. Dem Spiel mit Farbe hat sich auch die Trendkollektion von Wella verschrieben. Deutlich finden sich hier die großen Trends zu Bewegung und langen Ponys mit leuchtenden Farben wie Rot oder Violett.

Auch bei den Männern wird es in diesem Herbst klassisch. Exakt gescheitelte, relativ kurze Haare erinnern an den Gentleman aus Hollywood-Filmen. "Neben diesem eleganten Stil gibt es auch die Variante, den langen Pony schräg nach vorne laufen zu lassen. Das erinnert dann ein wenig an die 1980er Jahre", erklärt Köhn. Farblich gehe es konservativ zu: Natürlichkeit steht im Vordergrund.

Franziska Fiedler, dpa

Frisuren: Comeback des Glamours

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