Lederjacken Brav war gestern

Glänzende und glatte Lederjacken findet man in diesem Sommer selten. Die neuen Formen lassen mit rauen Optiken den Rebellen-Look wiederaufleben - allerdings stadtfein kombiniert als lässige Alternative zum Blazer.

Berlin/Düsseldorf - Sommer, Sonne und Lederjacke: Doch, das passt. Denn die neuen, dünnen Lederjacken sind sportlich und schick zugleich. Mit neuen Formen und weichen Materialien passen sie zum Kleid wie zur Tunika. Knapp geschnitten müssen sie allerdings sein. In diesem Sommer liegen gedeckte Töne wie Schwarz, Braun und Oliv modisch vorn. Farbe bringen dann Tuniken, Röcke und Kleider. Beides zusammen kreiert einen femininen, spannungsreichen Look.

Ob als leichter Begleiter in der lauen Sommernacht oder auf dem Weg ins Büro: Die Lederjacke ist in allen Kollektionen zu sehen. "Sie ist einfach bequem, und man fühlt sich nicht so schick gemacht. Eine Lederjacke ist immer lässiger als ein Blazer", sagt Elke Dürer, Modedesignerin aus Düsseldorf. "Das ist einfach ein total urbaner Look. Man kann die Lederjacke fast überall tragen", sagt Elke Giese vom Deutschen Modeinstitut in Berlin. Angesagt seien dieses Jahr vor allem "lebende Lederoptiken".

Dabei soll die Struktur des Leders den "etwas schmutzigen Look" der Farben aufgreifen, beschreibt Dürer. "Glänzende und glatte Velourslederjacken trifft man diesen Sommer eher selten. Dabei kann das Material schon hochwertiges Nappa sein, nur optisch eben nicht ganz so brav." Die Lederjacke klettert schon länger auf dem Trendbarometer nach oben. "Und auch im Sommer wird der Bruch im Outfit eine große Rolle spielen - die Lederjacke als starkes sportliches Einzelteil, kombiniert mit eher femininen Teilen", so Giese.

Sommerkleider und Biker-Stiefel

Bunte Sommerkleider lassen sich gut mit ihr kombinieren, aber auch kurze Röcke. Dazu könnten Biker-Stiefel als Accessoire kommen. Die meisten Lederjacken sind in diesem Jahr kurz und knapp - auch wenn es daneben längere Varianten mit Gürtel gibt. Gemeinsam ist allen, dass sie einen Kragen haben. Der Trend geht eindeutig weg von der Blazer-Optik.

Ein weiterer großer Vorteil der Lederjacke: "Sie ist komplett wetterunempfindlich. Weder Sonne noch Regen können einer Jacke aus Glattleder etwas anhaben", erklärt Thomas Schröer vom Verband der Deutschen Lederindustrie in Frankfurt am Main. Und auch leichte Verschmutzungen ließen sich abwischen.

Die Preisskala beginnt laut Dürer bei 200 bis 270 Euro - nach oben gibt es für Designerstücke quasi keine Grenze: "Da kann die Kundin auch mal 1500 bis 2000 Euro los werden." Bei den Schauen habe vor allem das Designer-Label Dsquared mit dem Thema Lederjacke gespielt, so Giese. Begehrt seien auch Marken wie Diesel und GStar. Auch Hermès hat die Trendteile im Programm, ebenso Windsor und Belstaff.

Franziska Fiedler, dpa

Neue Lederjacken: Sportlich und stadtfein

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