Bademode Flower Power

Modisch wird der kommende Sommer alles andere als langweilig - nicht zuletzt dank der aktuellen Bademode. Auf Bikinis, Einteilern und Badehosen erblühen großflächige bunte Blumen. Wer es gern exotisch mag, kann sich in Tierprints hüllen. Und für die nötige Raffinesse sorgen ausgefallene Schnitte.

Frankfurt am Main - Züchtig, aber doch sexy geht es zu in diesem Sommer am Badesee, am Strand und im Schwimmbad. Die Bademode ist vielfältig wie selten: Leuchtend kräftige Farben, dazu abstrahierte Blüten und hohe Beinausschnitte finden sich in den aktuellen Kollektionen ebenso wie retro-inspirierte Schnitte mit breiten Höschen sowie rechteckigen Rücken- und Beinausschnitten.

Dabei bringen die Hersteller sexy Einblicke und zurückhaltende Formen auf neue Weise zusammen: "Interessant ist der Schuss Ironie beim Blick auf die prüden, züchtigen 40er und 50er Jahre", sagt Alexandra von Richthofen, Moderedakteurin der in Frankfurt erscheinenden Fachzeitschrift "Textilwirtschaft". Der absoluter Star der Saison ist das Dekolleté - es wird liebevoll, raffiniert und mit vielen Details in Szene gesetzt.

"Schnallen, Broschen oder extravagante Schnitten lenken den Blick auf die Dekolletés - das wirkt sehr feminin", sagt die Bademode-Designerin Nora Kühner aus München. Der israelische Bademodenanbieter Je Suis etwa schneidet das Dekolleté bei einigen seiner Modelle rund aus. Und Aubade setzt auf einen Ring, an dem die Träger befestigt sind und der sich auch auf dem Höschen wiederfindet.

Auch Olympia schafft Akzente mit Schnallen und Ringen. Und bei Triumph kommen Raffungen, Bänder, raffinierte Stege oder kleine Schmuckteile zum Einsatz. Wahlweise findet sich die große Spange - mal rund, mal rechteckig - statt am Dekolleté am Träger wieder.

Bei den Trägern sind fast alle Formen erlaubt: Der Triangle ist weiter vor allem bei jugendlichen Trägerinnen beliebt, der Dauerbrenner Neckholder bleibt, Bandeau- und Tube-Tops kehren zurück. Aus der Abendmode halten asymmetrische Träger bei Badeanzug und Bikini Einzug, vor allem bei den klassischen Modellen. Drappé- Effekte an Oberteil, Bauch und Po sind figurfreundliche Varianten.

"Ein anderes großes Thema ist ganz klar die Blütenpracht - und zwar sehr großflächig und abstrahiert", sagt Nora Kühner. Da erstreckt sich mal eine riesige Blüte über den gesamten Bauch, mal zieht sie sich auf der Bikinihose von vorn über den halben Po. "Besonders beliebt ist nach wie vor die Hibiskusblüte, die durch neue Interpretationen aber gar nicht auf den ersten Blick als solche zu erkennen ist." Was also einst vor allem ältere Damen für ihr Strand-Outfit wählten, ist in diesem Sommer auch etwas für Jüngere.

Ethno trifft Bollywoood

Ethno trifft Bollywoood

Dabei arbeiten die Designer gerne mit kräftigen Farbkontrasten. Beliebt ist auch das Thema Bollywood: Auf knallig bunte Ethnoeinflüsse aus dem indisch-pazifischen Raum setzen etwa Maryan Mehlhorn, Anita Beach Secret, Lidea oder Aubade, die mal mehr oder weniger dezente Paisley-Drucke oder florale Fantasie-Prints inspiriert von 1000 und einer Nacht bieten.

Der Hersteller Olympia wählt für seine Bollywood-Kollektion Farbkontraste in indischer Ornamentik: Türkis und Braun zum Beispiel. "Das ist eine Kombination, die toll auf brauner Haut aussieht und in vielen Kollektionen zu finden ist", sagt Kühner.

Ein Dauerbrenner bleiben auch zahlreiche Formen von Tierfell- Drucken: "Egal ob Giraffe, Tiger oder Leopard - dieses Jahr ist alles vertreten", sagt Kühner. Allerdings sind die Motive verfremdet, grafischer als in den Vorjahren und in außergewöhnlichen Farben zu finden. Eine beliebte Kombination ist zum Beispiel auch hier Türkis mit Moccabraun. Unverwüstlich und klassisch schön ist auch in diesem Sommer der Marine-Look: Mal kommt er elegant mit Gold daher, mal verspielt mit roten Ankermotiven.

Beliebt bleiben daneben "Mix & Match-Modelle", wie sie der Schweizer Hersteller Calida in dieser Saison erstmals im Programm hat. Dabei müssen Höschen und Oberteil nicht zusammenpassen. So lassen sich nach Belieben auch längere Formen nutzen. Mal mit auffälligen Punkten, mal mit dezenten Streifen: Opera zum Beispiel nennt seine Modelle "Simply Nice" und "Blue Line". Zu dem Sortiment gehören Tankinis und kleine Röcke, die das Strandoutfit zumindest im Urlaub auch bar- und stadttauglich machen.

Die längeren Tankinis stehen in dieser Saison weiter hoch im Kurs - schon im vergangenen Sommer waren sie angesagt. "Jugendliche tragen sie gern als T-Shirt-Ersatz. Und für alle anderen Altersklassen verdecken sie das ein oder andere Speckröllchen", sagt Kühner - es gibt also mehrere Vorteile. Tankinis sind allerdings nicht die einzigen "Cover-Ups", die die Saison zu bieten hat. Auch Tuniken aus leichten, meist reichlich bedruckten Stoffen stehen zum Verhüllen unter heißer Sonne zur Verfügung.

Sie dürfen in diesem Saison auch mit Pailletten bestickt oder am Ausschnitt mit einer kleinen Häkelbordüre verziert sein. Darüber hinaus haben die Designer lange Wickelröcke, Pareos und Kleider entworfen, für die Jüngeren auch Zipfelröcke oder passende Shorts.

Die meisten Herren haben auch bei der Wahl des Strand-Outfits wenig Mut - Veränderung bei den Modellen gibt es trotzdem. Angesagt bleiben gerade bei den Surfer-Modellen riesige Blumen-Dessins. Etwas knapper werden aber die Shorts, die in dieser Saison nicht mehr in XXL-Ausführung daherkommen - so wie bei HOM zu sehen. Vom Tanga bleibt die Masse dennoch verschont. Als modisch gelten nach wie vor die "Kasten-Hosen" im Stil von Cary Grant.

Britta Schmeis, dpa

Strandperlen: Die neue Bademode in Bildern

Mehr lesen über Verwandte Artikel
Die Wiedergabe wurde unterbrochen.